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Wie Schwalbennester hängen die Häuser in den Bergen. Foto: The Grand Dragon

Reisetipps für die erste Reise nach Leh in Ladakh

Ladakh, sagt man, ist ein Paradies, und Leh der Eingang zum Himmel. Wenn Sie noch nie in Leh waren, aber eine Reise in das Land der blauen Seen und mächtigen grauen Berge in Erwägung ziehen, haben wir hier einige Tipps für den Einstieg für Sie.

Anreise nach Ladakh

Buddhistische Mönche im Kloster Thikse. Foto: Bob Witloks
Buddhistische Mönche im Kloster Thikse. Foto: Bob Witloks

Nach Leh können Sie von allen großen Städten in Indien aus fliegen, nicht direkt, aber über Delhi oder Mumbai. Sie werden allerdings einige Zeit brauchen, um sich wegen der Höhe, auf der Leh liegt (3.500 m über dem Meeresspiegel), zu akklimatisieren. Man kann aber auch mit dem Auto nach Leh fahren, und zwar über zwei Routen:

  1. Von Srinagar aus (415 km entfernt): Die Route Srinagar – Leh ist nur von der ersten Maiwoche bis Dezember geöffnet, jedenfalls in etwa, das ist abhängig von den Schneeniederschlägen. Die Straße ist ganz gut in Schuss, die Steigung Richtung Leh gemäßigt, sodass die Wahrscheinlichkeit höhenkrank zu werden deutlich niedriger liegt als bei einem Flug. Und es gibt auf dem Weg einige sehr schöne Dörfer. Dieser Weg ist perfekt geeignet für ältere Menschen und Kinder. Sie können z. B. in Dras oder Kargil – 140 km bzw. 200 km von Srinagar entfernt – zwischenübernachten.
  2. Von Manali aus (482 km entfernt): Diese Hochgebirgsstrecke ist die meiste Zeit des Jahres verschneit. Sie wird meist in der ersten Juniwoche wieder für den Verkehr geöffnet und bleibt bis ca. Oktober befahrbar. Diese Strecke ist sehr steil, die Straße außerdem nicht besonders gut und es besteht die Gefahr von Erdrutschen. Wenn Sie ein wahres Abenteuer suchen, können Sie diesen Weg versuchen. Ein guter Zwischenstopp ist eine Übernachtung in Jispa, ca. 140 km von Manali entfernt.

Man kann auch innerhalb eines Tages von Srinagar nach Leh fahren. Aber dann müssen Sie sehr früh starten, brauchen einen sehr erfahrenen Fahrer und jede Menge Sitzfleisch für die Fahrt. Wir würden einen solchen Wahnsinnsritt nicht empfehlen. Am besten ist es, in einer zweitägigen Autofahrt nach Leh zu reisen und die Rückreise per Flugzeug anzutreten.

Transport vor Ort

Blick auf Thikse. Foto: snotch
Blick auf Thikse. Foto: snotch

In Leh können Sie über Ihr Hotel oder ein Reisebüro vor Ort Taxis buchen. Am Hauptmarkt in Leh gibt es auch einen Taxistand. Wer allein reist, kann Kosten sparen, indem man ein Sammeltaxi (shared taxi) nimmt. Man kann Taxis auch für Fahrten, die eine Übernachtung erfordern, buchen; das kostet dann etwa 20% mehr als die Strecke sonst gekostet hätte. Aber Taxifahren ist ohnehin im Vergleich zu Deutschland extrem günstig. Ein Beispiel: Eine Tagesfahrt von Leh zu den Klöstern Thiksey, Shey und Hemis und zur Druk Padma Karop Schule – eine Strecke von etwa 100 km – kostet zwischen 2.500 INR und 2.800 INR (ca. 33 bis 37 EUR). Mit Aircondition (die Sie hier nicht brauchen werden) kommen nochmals 7 INR (9 Cent) pro Kilometer hinzu.

Unterkünfte

© The Grand Dragon
© The Grand Dragon

Viele der Hauptsehenswürdigkeiten Ladakhs sind etwa eine Tagesreise von Leh entfernt. D. h., dass es sinnvoll ist, sich sein Quartier in Leh zu suchen. In der Hauptsaison sind jedoch viele Hotels oft schon Monate im Voraus ausgebucht. Hier einige Empfehlungen:

  • The Grand Dragon Ladakh ist mit Zentralheizung und mit Solarenergie gespeisten Zimmern, vor allem aber mit dem Blick auf die Stok Kangri Berge ausgestattet (DZ ab 11.600 INR = ca. 154 EUR, thegranddragonladakh.com).
  • Das Hotel Shangrila mit seinen 45 Zimmern liegt nur Minuten vom Flughafen entfernt. Hier gibt es ein tibetisch inspiriertes Restaurant in dem Speisen aus Ladakh geboten werden (DZ ab 6.500 INR = ca. 86 EUR, shangrilaladakh.com).
  • Einen kleinen Spaziergang von Leh entfernt liegt das Mahey Retreat, dessen Zimmer den Blick über einen großen üppigen Garten bieten, in dem die meisten Gemüse und Kräuter, die in der Küche verwendet werden, angebaut werden (DZ ab 4.600 INR = ca. 61 EUR, http://maheyretreat.com).
  • Das familiengeführte Mogol Hotel mit seinem freundlichen Personal verfügt über 16 geräumige Zimmer mit Blick auf die Berge (DZ ab 4.500 INR = ca. 60 EUR, http://hotelmogol.com).
  • Rucksack-Touristen und Alleinreisende gehen gern in Shaolin Guest House in der Sankar Road (800 INR = ca. 11 EUR pro Person und Nacht, http://shaolinguesthouse.webs.com) oder ins Zik Zik Guest House in der Karzoo Lane (DZ ab 1.000 INR = ca. 13 EUR, Tel.: +91-94191 79357), die beide sehr heimelig, komfortabel und äußerst preisgünstig sind.

Restaurants

Typische Teigtaschen aus Ladakh. Foto: htsh kkch
Typische Teigtaschen aus Ladakh. Foto: htsh kkch

Während der Saison haben verständlicherweise mehr Restaurants geöffnet als sonst. Dort kann man nicht nur sehr schön andere Leute beobachten, man trifft auch durchaus Einheimische. Setzen Sie sich z. B. mit einem Capuccino ins Jeevan Café (+91-9419129157), in dem es auch eine kleine Bibliothek im ersten Stock gibt, und bestellen Sie dort Pizza oder Lasagne. Preiswertes Mittagessen gibt es im Summer Harvest Restaurant in Changspa. Probieren Sie deren Thukpa (Nudelsuppe). Oder Sie spazieren zum Bon Appetit, wo Sie Essen mit Aussicht erhalten; dort gibt es u. a. Schokoladen-Momos. Gute tibetanische Küche gibt es im gleichnamigen Restaurant Tibetan Kitchen in der Fort Road; am besten nehmen Sie dort einen der Tische, die draußen stehen. Ein weiterer Tipp in dieser Richtung ist das Amdo Café am Hauptmarkt, wo man gedämpfte Momos (Teigtaschen) und Thenthuk (Nudelsuppe) bekommt. In der Pumpernickel German Bakery in der Zangsti Road bekommt man frisches Brot, Kuchen und Kekse. Vergessen Sie nicht, das wirklich nette Lala’s Café, das in einem renovierten Ladakhi Haus liegt und Buttertee serviert, zu besuchen. Wer Heißhunger auf indisches Essen hat und Vegetarier ist, sollte das Lamayuru Restaurant in der Fort Road besuchen.

Aktivitäten in Ladakh

(screenshot Webseite Ladakh Marathon)
(screenshot Webseite Ladakh Marathon)
  • Kunst & Geschichte: Besuchen Sie die Altstadt in Leh, die Shanti Stupa und den Palast in Leh. In der Altstadt werden in der Ladakh Arts and Media Organisation Kunstwerke aus der Region ausgestellt. Hier finden auch Workshops zu Themen wie Textilien, Design und kreatives Schreiben statt. Im Juni/Juli (bitte jährliche Daten vorher überprüfen) findet im Hemis-Kloster aus dem 17. Jahrhundert, das ca. 40 km von Leh entfernt ist, das farbenfrohe Hemis-Festival statt. Jeweils einen Tagesausflug von Leh entfernt liegen die Kloster Thiksey und Lamayuru. Dort können Sie an den Gebeten teilnehmen.
  • Freiwilligenarbeit: Wer länger in Ladakh bleiben möchte, kann z. B. für die 17000 ft Foundation (www.17000ft.org/) arbeiten, die in Schulen in Leh und den umliegenden Dörfern verschiedene Programme anbietet (10, 16 oder 30 Tage lang), bei denen man z. B. unterrichtet oder die Infrastruktur verbessern hilft oder Ähnliches.
  • Abenteuer: Seien Sie beim Ladakh Marathon (http://ladakhmarathon.com) dabei – entweder als Zuschauer oder als Teilnehmer; aber Achtung: Teilnehmer müssen wegen der dünnen Luft in dieser Höhe extrem fit sein. Für Wanderer gibt es Wanderwege und z. B. Klostertouren. Eine gute Informationsquelle ist Ladakh Ecological Footprint (http://ecologicalfootprint.in/). Auch Wildwasser-Rafting-Expeditionen, sowohl für Anfänger als auch Fortgeschrittene, werden angeboten. Frozen Himalayas (www.frozenhimalayas.com) hat z. B. Fahrradtouren von und nach Leh sowie Wanderungen auf den Spuren der Schneeleoparden im Winter im Programm.
  • Mehrtägige Ausflüge: Ein Taxi bringt Sie zum überirdisch schönen Nubra-Tal und zu den Seen Pangong und Tso Moriri. Man kann diese Natursehenswürdigkeiten zwar auch innerhalb eines Tagestrips besuchen, aber es gibt ganz komfortable Camps überall und atemberaubende Ausblicke. Den Sonnenuntergang z. B. direkt am Pangong-See sollte man sich nicht entgehen lassen.
  • Einkaufen: Auf dem Markt in Leh erhält man tibetische Antiquitäten, Schmuck und Kuriositäten. Auch handgemachte Teppiche und Pashmina-Schals werden angeboten. Im Ladakh Apricot store in Zangsti erhält man Bio-Lebensmittel und Aprikosenmarmelade aus einheimischen Früchten.

Liste für den Koffer

Terrasse des Mogol Hotels (© Mogol Hotel)
Terrasse des Mogol Hotels (© Mogol Hotel)

Ganz abgesehen von warmen Jacken und Pullovern braucht man folgende Dinge, um eine Reise nach Ladakh gut zu überstehen:

  • Wasserfeste Wanderschuhe
  • Regenfeste Kleidung
  • Sonnenschutz (Sonnenbrille, Hut oder Mütze mit Schirm, Sonnencreme; die Sonnenbrandgefahr ist immens hoch)
  • Rucksack für alles, was man auf kleineren Wanderungen rund um Leh braucht
  • Medizin für alle Fälle (lassen Sie sich bei einem erfahrenen Arzt beraten)

Höhenkrankheit nicht unterschätzen!

Für so viel Schönheit nimmt man einiges in Kauf - der Pangong See. Foto: Anirban Roy
Für so viel Schönheit nimmt man einiges in Kauf – der Pangong See. Foto: Anirban Roy

Die Symptome einer Höhenkrankheit sind z. B. Kopfschmerzen, Leichtsinn, Atemlosigkeit und Übelkeit. Man sollte diese Symptome nicht auf die leichte Schulter nehmen. Die Höhenkrankheit kann jeden treffen, auch durchtrainierte Sportler. Sie ist wirklich gefährlich und kann sogar tödlich sein. Wenn Sie also gesundheitlich nicht gut fühlen, gehen Sie keinesfalls weiter wandern, sondern halten Sie an und steigen sofort zu dem nächstniedrigsten Punkt, den Sie erreichen können ab. Es gibt Medizin gegen die Höhenkrankheit (z. B. Diamox). Lassen Sie sich auch hier vor Ihrer Reise nach Ladakh von einem qualifizierten Arzt beraten. Wenn Sie sich langsam an die Höhe gewöhnen, schafft Ihr Körper die Umstellung meist von allein.

Noch einige wichtige Hinweise

© Shaolin Guest House
© Shaolin Guest House
  • Plastiktüten sind in Ladakh verboten – eine lobenswerte Regel, finden wir. Sie können also nur biologisch abbaubare oder Papiertüten mitnehmen.
  • Nutzen Sie bei Ihrer Kleidung lieber das Zwiebelschalensystem: viele Lagen übereinander statt eine ganz warme. Das Wetter ist unvorhersehbar. Meist ist es windig und die Temperatur kann schnell mal von sehr angenehm auf ziemlich kühl abfallen. Da ist es gut, wenn man sich etwas über- oder auch mal etwas ausziehen kann.
  • Fahren Sie nicht außerhalb der Saison nach Ladakh. Dann sind die meisten Hotels und Restaurants nämlich geschlossen.
  • Nehmen Sie wasserfeste Rucksäcke und Koffer mit, um sicherzugehen, dass Ihre Kleidung trocken bleibt, falls es mal regnet oder Sie durch einen Fluss fahren müssen.
  • Nehmen Sie unbedingt viele frische Batterien (oder geladene Akkus) für Ihre Kamera mit. Sie leeren sich in der Kälte auch schneller als sonst.
  • Trinken Sie viel. In der trockenen Luft braucht man mehr Flüssigkeit (ca. 4 bis 5 Liter pro Tag). Und trinken Sie am besten keinen Alkohol.
  • Sollten Sie selbst Auto fahren: Vergessen Sie nie, dass Autofahren in dieser Höhe und diesem Gelände eine vollkommen andere Herausforderung ist, als Sie das von Europa gewohnt sind. Strecken von mehr als 50 km pro Tag sind bereits überfordernd für jeden, der hier nicht regelmäßig Auto fährt. Fahren Sie langsam! Ein Fehler und Sie landen eventuell in einer Schlucht 300 m unterhalb der Straße.

Ganz allgemein kann man sagen, das Ladakh ein wunderbares Land ist, trotz aller oben erwähnten Warnungen. Die Landschaft, die Kultur, die Menschen sind unbeschreiblich. Das muss man mit eigenen Augen gesehen, Ohren gehört und allen Sinnen erfahren haben. Am wichtigsten aber ist: Versuchen Sie nicht ein zu großen Programm in eine zu kurze Zeitspanne zu packen. Ladakh ist kein Ort, den man sich in Eile ansehen kann.

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