Khangchendzonga Nationalpark – Touristenparadies und UNESCO Weltkulturerbe

Der Khangchendzonga Nationalpark in Sikkim – ein wahres Touristenparadies – wurde von der UNESCO zu Indiens erster „Mixed World Heritage Site“. Diese Auszeichnung wird Sikkims Ökotourismus einen weiteren Schub verleihen.

Der Nationalpark liegt am Fuße des dritthöchsten Berges der Welt, des Kangchendzönga (8.586 m). Dieser Nationalpark ist sowohl wegen seiner Schönheit und der majestätischen Bergkulisse als auch wegen seiner Platzierung auf der Warteliste der Weltkulturerbestätten, die bereits seit 2006 bestand, sehr beliebt. Er repräsentiert die in Indien einzigartige traditionelle Verbindung von Natur und Kultur und erfüllte somit beide Kriterien für die Aufnahme in das UNESCO Weltkulturerbe. Von der Warteliste hat es der Khangchendzonga Nationalpark nun endlich und verdient auf die Liste des Weltkulturerbes geschafft.

Paradies für Touristen

Touristenparadies - Gebetsmühlen in Sikkim
Gebetsmühlen am Khetchpoori See. Foto: Yathin

Sikkim ist Indiens am wenigsten besiedelter Bundesstaat und ein wahres Wunderland im Himalaya, reich an beeindruckenden Berggipfeln, fruchtbaren malerischen Tälern, Hügeln, Pinienwäldern und reißenden Flüssen, die Möglichkeiten zum Wildwasser-Rafting, zu Waldwanderungen, den Besuch von Klöstern sowie eine erstaunlich vielfältige Flora zu bieten haben – also alle Zutaten, die den Himmel auf Erden für Touristen bedeuten könnte.

„Sikkim ist mit einer Bewaldung von 47 Prozent der Fläche eines der am dichtesten bewaldeten Bundesstaaten in Indien und außerdem das beliebteste Touristenziel in Nordost-Indien. Allein im letzten Jahrzehnt hat sich die Zahl der Touristen, die uns besuchten, verdoppelt“, erläuterte Sikkims Chief Minister Pawan Kumar Chamling und fügte hinzu: „2005 haben wir 347.650 Touristen aus Indien registriert; 2015 waren es schon 705.023. Bei den ausländischen Touristen kamen 16.518 im Jahr 2005, diese Zahl stieg auf 38.479 im Jahr 2015. Das heißt, die Zahl sowohl inländischer als auch ausländischer Touristen hat sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt.“

Beeindruckende Landschaft

Touristenparadies Khangchendzonga
Der Khangchendzönga, Indiens höchster Berg. Foto: Yathin

Sikkim ist eine komplette Bergregion. Ein Drittel der Fläche liegt über 3.000 Metern – bis hin zum höchsten Gipfel Indiens, dem Kangchendzönga (in Indien Khangchendzonga genannt). Im August 1977 erklärte die indische Regierung rund 850 Quadratkilometer zu Füßen dieses Berges zum Nationalpark; im Mai 1997 wurde die Fläche des Nationalparks auf 1.784 Quadratkilometer erweitert, um den Wildtierbestand in der Region besser zu schützen.

Der Khangchendzonga Nationalpark weist die größten Höhenunterschiede aller Nationalparks weltweit auf. Er reicht von 1.220 Metern bis hinauf zum Gipfel des Kangchendzönga auf 8.586 Metern. Luftlinie sind das nur 42 Kilometer. 20 Berge ragen über 6.000 Meter in die Höhe. In den Höhen findet man permanent schneebedeckte Berge, Gletscher – 18 an der Zahl! – und Hochgebirgsseen, weiter unten Grasland, Kältewüsten und verschiedene Waldarten.

Vielfältige Flora und Fauna

Butterfly Sikkim
Nicht nur spektakuläre seltene Tiere sind hier zu sehen, es gibt auch wunderschöne Schmetterlinge. Foto: Yathin

Die Vielfalt an Pflanzen und Wildtieren ist aufgrund der großen Höhenunterschiede beachtlich. Hier findet man außerdem 22 endemische sowie 22 sehr seltene und bedrohte Pflanzenarten. An seltenen Tieren sind im Nationalpark der weiße Schneeleopard, der asiatische Schwarzbär (auch Kragenbär genannt), den Rotfuchs, das Blauschaf, den Blutfasan, den Buntmarder, den roten Panda, das tibetische Argali (oder Riesenwildschaf) oder die Bengalkatze sowie über Hundert Vogelarten – eine wahrhaft bunte Mischung!

Klöster und wehende Gebetsfahnen

Rumtek Kloster in Sikkim. Foto: Chirantan Mandal
Rumtek Kloster in Sikkim. Foto: Chirantan Mandal

Inmitten dieser atemberaubend schönen Natur findet man viele buddhistische Klöster und überall wehen die bunten Gebetsfahnen im Wind. Das täuscht ein bisschen, denn die Mehrzahl der Bevölkerung Sikkims sind Hindus (58%), nur 27% sind Buddhisten und 10% sind im übrigen Christen. Dennoch gehört Sikkim – neben Ladakh – zu den am stärksten buddhistisch geprägten Regionen Indiens.

Klima in Sikkim

Der Januar ist der kälteste Monat in der Region mit Temperaturen, die durchschnittlich zwischen 3,8 °C und -17 °C liegen, je nachdem in welcher Höhenlage man sich befindet. Am wärmsten ist es im August mit Temperaturen, die im Schnitt in den unteren Regionen bei 22 °C, in der sub-alpinen Zone bei 15 °C und in den Hochregionen bei 12 °C liegen. Das sind jedoch Durchschnittswerte. Die beste Reisezeit für die Region ist von März bis Mai und von Oktober bis Dezember. Im Tal kann es auch schon mal bis fast 30 °C warm werden. Vor allem abends und nachts und in den höheren Lagen ist es aber durchaus auch empfindlich kalt. Über 3.000 Metern muss ab Mitte Oktober und bis Ende März mit Schneefall gerechnet werden.

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