Foto: Ashok Neelakanta

Himachal Pradesh – Eine Erfahrung fürs Leben

Himachal im Himalaya – diese beiden Worte klingen nicht umsonst so verwandt. Das Hindi-Wort „Him“ bedeutet wörtlich übersetzt Eis oder Schnee, „alaya“ heißt Zuhause, womit der Himalaya die „Heimat des Schnees“ und Himachal das „Land des Schnees“ bezeichnen. Und dieser Bundesstaat Himachal Pradesh im Norden Indiens hat eine erstaunliche Erfolgsgeschichte vorzuweisen.

In den vergangenen 20 Jahren konnte Himachal Pradesh nicht nur ein erstaunliches Wirtschaftswachstum vorweisen, die Region übertrifft andere indische Bundesstaaten in der Bekämpfung der Armut, das Pro-Kopf-Einkommen ist das zweithöchste in Indien – ein beeindruckendes Ergebnis, wenn man bedenkt, dass mehr als 90 Prozent der Einwohner in ländlichen Gebieten leben – und das Bildungsniveau gehört zu den höchsten in Indien. Der Anteil von Frauen an der arbeitenden Bevölkerung ist prozentual höher als in anderen indischen Bundesstaaten (60% im Vergleich zu durchschnittlichen 27% in Indien). Hinzu kommt, dass sowohl die Regierung dieses Bundesstaates als auch die Bevölkerung über ein stark ausgeprägtes Umweltbewusstsein verfügen. Himachal Pradesh war der erste Bundesstaat in Indien, in dem Plastiktüten verboten wurden und ist ein Pionier in der Abwasser- und Abfallentsorgung.

Tourismus in Himachal Pradesh

Himachal Pradesh ist durchaus ein guter Ort für Abenteuersportarten. Foto: Kiran Jonnalagadda
Himachal Pradesh ist durchaus ein guter Ort für Abenteuersportarten. Foto: Kiran Jonnalagadda

Die Region wird auch gern „Land der Götter“ genannt. Die schöne bergige Landschaft schmiegt sich an den westlichen Himalaya. Im Osten liegt Tibet, im Norden Jammu & Kashmir, im Westen der Punjab. Landschaftlich ist Himachal Pradesh jedoch vielfältiger als seine Nachbarn. Von großen, hoch gelegenen Wüsten des Transhimalaya bis zu dichten grünen Wäldern mit Himalaya-Zedern, von Apfelplantagen bis zu Terrassenanbau, von schneebedeckten Himalaya-Gipfeln bis zu alpinen Seen und tosenden Flüssen, all diese Landschaften finden Sie in Himachal Pradesh. Beste Reisezeit für die Region ist von April bis Oktober.

Dharamsala – Stadt der Tibeter

Foto: htsh kkch
Foto: htsh kkch

Dharamsala, der Sitz der Exilregierung des Dalai Lama, ist eine erstaunliche Stadt. Wo sonst findet man innerhalb eines Ortes einen Höhenunterschied von fast 500 Metern! Die Stadt ist in zwei Teile geteilt: Lower Dharamsala (1.380 m hoch) und Upper Dharamsala (1.830 m hoch). Mit seinen Tempeln, Klöstern, Kirchen und Museen, seinen dichten Pinien- und Himalayazedern-Wäldern im Umland, den vielen Flüssen und Bächen, dem kühlen, gesunden Klima, einer sehr attraktiven Landschaft und dem Panorama schneebedeckter Gipfeln ist Dharamsala ein perfekter Ort, um Urlaub zu machen.

Die Stadt ist voller Leben und gleichzeitig sehr friedvoll. Tausende Exil-Tibeter leben hier, vor allem in der Vorstadt McLeod Ganj, die auch „Klein-Lhasa“ genannt wird. Hier residiert auch der Dalai Lama. Tibetisches Kunsthandwerk und tibetische Bekleidung kann man auf dem Markt erstehen. Zahlreiche buddhistische Tempel sind in und um Dharamsala zu besichtigen. Besonders beeindruckend ist das riesige Namgyal Kloster. Jedes Jahr ab dem zweiten Samstag im April veranstaltet das Tibetian Institute of Performing Arts zudem ein zehntägiges Festival.

Ein wenig spürt man in Dharamsala auch noch den Hauch der britischen Kolonialzeit. Mitten im Wald, 8 km von Dharamsala entfernt, steht die bezaubernde Kirche St. John in the Wilderness. Der britische Vize-König, Lord James Bruce Elgin, der in Dharamsala 1863 starb, ist hier auf einem gut gepflegten Friedhof beerdigt.

Im Kangra Art Museum werden Kunstwerke und Kunsthandwerk sowie Artifakte der reichen Vergangenheit der Region, die bis ins 5. Jahrhundert zurückreichen, ausgestellt. Auch eine Ausstellung der berühmten Miniaturmalereien des Kangra-Tals sowie Skulpturen und Tonwaren, Kleidung der königlichen Herrscher, verzierte Türen, Schmuck, Münzen und Manuskripte sind hier zu bewundern. Eine Abteilung zeigt aber auch die Arbeiten zeitgenössischer Maler, Bildhauer und Fotografen.

Von Dharamsala aus kann man herrliche Wanderungen unternehmen oder auch Bergsteigen gehen. Die Gegend ist auch für Angler ein Paradies. Der kulturelle Höhepunkt des Jahres ist das Kangra Valley Festival im Mai.

Die Hill Station Shimla

Shimla war einst die Sommerresidenz der Briten in Indien, denn hier ist das Klima im Sommer angenehmer als im heißen Kolkata, wo man vor Hitze nachts nicht schlafen kann. Schlafen konnte man auch in Shimla nicht besonders viel, denn die Kolonialherren veranstalteten dort Bälle, Jahrmärkte und alle möglichen Amusements. Auch wenn die Briten Indien vor langer Zeit in die Unabhängigkeit entlassen haben, so spürt man heute in Shimla anhand der Architektur und Atomsphäre der Stadt immer noch den Nachhall des Britischen Empires. Heute lebt dieser Ort aber nicht nur von nostalgischen Erinnerungen. Man kann schöne Spaziergänge und Wanderungen oder Ausflüge in die Umgebung unternehmen oder auf Shimlas berühmter Mall, einer sehr langen Fußgängerzone, einkaufen gehen.

Lahaul und Spiti

Das Spiti-Tal wird auch gern Klein-Tibet genannt. Im Sommer ist dieses zwischen 3.000 m bis weit über 4.000 m hoch gelegene Tal ein kühler, grüner Ort mit wunderschönen alpinen Blumen. Da der Monsun hier relativ wenig Regen bringt, können Kletterer und Wanderer die Wildnis der beiden Regionen Spiti und Lahaul während der gesamten Saison im Juli, August und September genießen. Die raue Landschaft mit den schneebedeckten Bergen ringsum ist einmalig. Die Klöster der Region bewahren reiche Schätze an Wandgemälden, Holzschnitzereien, Thangkas (Rollbilder) und goldene Abbilder von Padmasambhava, dem Begründer des Buddhismus in Tibet, auf.

Rundreisen in Himachal Pradesh

Empfehlenswert sind zwei Rundreisevorschläge für Himachal Pradesh. Zum einen der Dhauladhar Circuit, der von Delhi unter anderem ins Kangra-Tal, nach Chamba und Dharamasala führt. Diese Route hat ihren Namen von den mächtigen Dhauladhar-Bergen im West-Himalaya. Zum anderen gibt es den Tribal Circuit, bei dem Sie kalte Bergwüsten, mächtige Gletscher, zugefrorenen Bergseen, hohe Pässe, schneebedeckte Berge, spektakuläre Klöster, Lamas und Yaks sowie freundliche Eingeborene entdecken werden. Unter anderem besuchen Sie auf dieser Route Shimla und fahren über den Rohtang-Pass. Beide Routen überwinden gewaltige Höhenunterschiede.

Weitere Infos unter: http://himachaltourism.gov.in

 

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