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Am 14. Januar wird in verschiedenen Gegenden Indiens das hinduistische Fest Makar Sankranti gefeiert. Das Fest hat je nach Region verschiedene mythologische Bezüge und wird daher auch auf sehr unterschiedliche Weise gefeiert. Im Grunde ist es aber das wichtigste Erntedankfest Indiens.

Makar Sankranti ist eines der wenigsten hinduistischen Feste, die sich nicht nach dem Mond, sondern nach dem Lauf der Sonne richten. Daher hat es als eines der wenigen hinduistischen Feste auch einen festen Termin: den 14. Januar. Mitte Januar begibt sich die Sonne wieder in die nördliche Laufbahn in das Zeichen Makara. Diese Sankranti (Sonnenwende) hat für die Hindus besondere religiöse Bedeutung, manifestiert sich doch in der Sonne die große alte vedische Gottheit Surya, die noch heute sehr verehrt wird. Der Winter ist zu Ende und die neue Pflanz- und Erntesaison beginnt.

In Gujarat und Rajasthan wird das Fest auch Uttarayan genannt. In Gujarat beginnt mit dem Makar Sankranti die Saison des Drachensteigenlassens. Vor allem Ahmedabad ist förmlich im „Drachenfieber“. Tausende farbenprächtige, teilweise sehr kunstvolle und phantasievoll gestaltete Drachen steigen in den Himmel auf. Es gibt einen großen Jahrmarkt und am Abend werden Papierlampen mithilfe kleiner Öllampen in den Himmel geschickt, die für ein glitzerndes Lichtermeer sorgen.

Westbengalen feiert zu Makar Sankranti eines der großen Wallfahrtsfeste: die Ganga Sagar Mela. Hunderttausende versammeln sich an diesem Tag am Ufer des Ganges in der Nähe von Kalkutta und huldigen bei Sonnenaufgang dem Sonnengott Surya. Die Pilger setzen Blätterschiffchen mit Lichtern auf das Wasser und lassen sie den Ganges hinuntergleiten. Als Höhepunkt vollziehen die Gläubigen ein Baderitual, das am Tag von Makar Sankranti besonders heilsbringend ist und von allen Sünden befreien soll. Auch das alle 12 Jahre stattfindende Großereignis der „Kumbh Mela„, das gigantische Badefest mit Millionen von Pilgern, beginnt zu diesem Termin. Gefeiert wird die Geschichte von Bhagirath, der einst den Ganges vom Himalaya auf die Erde gebracht haben soll, um den Menschen Erlösung durch die heiligen Wasser zu bringen.

In Punjab heißt das Fest Lohri. Hier versammeln sich Familien und Freunde unter fröhlichem Singen zur kältesten Zeit des Jahres um ein Freudenfeuer und werfen Reis und Süßigkeiten in die Flammen als Opfergabe an Agni, dem Gott in Feuergestalt. Fast überall gibt es bunte Jahrmärkte und Kinder ziehen von Haus zu Haus und singen „Lohri-Volkslieder“.

Dass Makar Sankranti auch ein Art Erntedankfest ist, wird vor allem in Maharashtra deutlich. Das Zuckerrohr ist zu dieser Zeit bereits geerntet und in jedem Haus bereiten die Frauen Til-gud vor, Süßigkeiten aus dem Zucker des frischen Zuckerrohres, vermischt mit Sesamkörnern. Die Süßigkeiten verschenken sie dann an Nachbarn und Freunde mit dem Spruch „Til-gud ghya, god god bola“ (Nimm dieses süße Til und sprich süße Worte). Die Geste soll etwaige Feindschaften beenden.

In Südindien, vor allem in Tamil Nadu, wird ein großes Ernte- und Frühlingsfest, das sogenannte Pongal gefeiert, das hier sogar drei bis vier Tage dauert. Am ersten Tag verbrennt man, symbolisch für den Neuanfang, alte Kleidungsstücke sowie andere alte Dinge oder wirft sie weg. Zu Vakisan Pongal, dem eigentliche Pongal-Tag, kocht man morgens das typische Gericht, auch Pongal genannt. Es besteht aus Reis mit frischer Milch und Sirup aus dem Palmzucker der neuen Ernte. Um Glück, Wohlstand und Überfluss anzuzeigen, muss das Essen an diesem Tag unbedingt überkochen. Deshalb wird der Brei auch meistens im Hof oder vor dem Haus gekocht. Vor die Haustüren werden farbenprächtige Bilder, sogenannte Rangolis, gemalt. Später besucht man Verwandte und Freunde, beschenkt sich gegenseitig mit verschieden Süßigkeiten und tauscht Festtags-Grüße aus. Dieser Tag ist der wichtigste des Pongal-Festes.
 Am dritten Tag, Mattu Pongal, dankt man Kühen und Büffeln rituell für ihre Dienste. Die Tiere werden gewaschen und geschmückt.

In manchen Gegenden von Tamil Nadu gibt es an diesem Tag aber auch einen gefährlichen Wettkampf, den Jallikattu, auch bekannt als Manju Virattu (den Bullen jagen). Junge Männer müssen einen wilden, meist alkoholisierten Bullen mit bloßen Händen zähmen.
 Der letzte Feiertag, Kanum Pongal, diente früher der Brautschau (das Wort ‚kanum‘ bedeutet anschauen). Diesen Brauch gibt es heute nicht mehr. Jedoch besuchen die Menschen an diesem Tag traditionell den Strand und Freizeitparks.

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