Das Innere der San Thome Kathedrale in Chennai. Foto: Vinoth Chandar

Sehenswürdigkeiten in Chennai

Auf den ersten Blick bietet Chennai (früher: Madras) keine besonderen Sehenswürdigkeiten für Touristen. Doch das scheint nur so. Die Stadt ist durchaus sehenswert und es lohnt sich, ein wenig Zeit zu investieren, um in Chennais ganz eigene Kultur einzutauchen. Beginnen kann man mit den folgenden Orten, die ein wenig vom Flair dieser Stadt vermitteln.

Fort Saint George

Die British East India Company hat der Stadt mit dem 1653 fertiggestellten Fort Saint George ein Gebäude aus dem Kolonialerbe hinterlassen, in dem heute die gesetzgebende Versammlung Tamil Nadus untergebracht ist. Zu dem Komplex gehört auch die Saint Mary’s Church, eine der ältesten von den Briten erbauten und noch existierenden Kirchen in Indien, und das Fort Museum, in dem Waffen, Gemälde und Artifakte aus der Kolonialzeit ausgestellt sind.

Märkte und Basare

In den stark frequentierten Straßen von George Town gibt es einige faszinierende Straßenstände und Märkte, in denen z. B. Gemüse, Blumen oder Gewürze angeboten werden. In der Kolonialzeit hieß die Gegend Black Town; hier wohnten Einheimische, die mit den Briten im Fort Saint George Handel trieben oder ihre Dienstleistungen dort anboten. Es waren die ersten Niederlassungen in Chennai. Von hier aus begann die Stadt in den 1640er-Jahren zu expandieren. George Town ist laut, chaotisch – und ein Paradies für Fotografen!

Die National Art Gallery in Chennai. Foto: Pandiyan V.
Die National Art Gallery in Chennai. Foto: Pandiyan V.

Mylapore

Der historische Stadtteil Mylapore wird oft das Herz der Stadt genannt. Es ist einer der ältesten und eines der guten Wohnviertel der Stadt. Hier stehen die interessantesten Tempel Chennais wie der Kapaleeshwarar Tempel aus dem 17. Jahrhundert. die neo-gotische San Thome Kathedrale, die von den Portugiesen erbaut wurde, und der Ramakrishna Mutt Tempel sind weitere Sehenswürdigkeiten dieser Gegend.

Madras High Court

Der höchste Gerichtshof liegt unmittelbar neben dem Fort Saint George in George Town. Der 1892 im indo-sarazenischen Stil erbaute Madras High Court ist eines der größten Gerichtsgebäude der Welt. Seine Decken sind kunstvoll bemalt und die Buntglastüren im Gebäude sehr bemerkenswert. Man kann durch das Gericht spazieren und sogar Verhandlungen als Zuschauer beiwohnen.

Das Künstlerdorf Cholamandal

Das Cholamandal Artists’ Village ist Indiens größte Künstlerkommune. Sie wurde 1966 im Dorf Injambakkam, einem südlichen Vorort Chennais, errichtet. Die Künstler dort sind völlig autark. Sie haben ohne jegliche finanzielle Unterstützung das Land, auf dem sie leben, gekauft, alles – Häuser, Ateliers, Galerien, Theater und Werkstätten – dort selbst erbaut. Außerdem leisteten sie Pionierarbeit bei der Aufgabe, moderne Kunst in den Süden Indiens zu bringen. Man sieht hier wirklich außergewöhnliche Gemäldesammlungen und Skulpturen und kann den Künstlern auch bei der Arbeit zusehen.

Kalakshetra Arts Academy

Diese Kunstakademie hat sich dem Erhalt indischer Kunstformen wie dem klassischen indischen Tanz Bharata Natyam, traditionellem Gesang und Musik, bildender Kunst, traditionellem Handwerk und Textildesign verschrieben. Es gibt ein Kunsthandwerkszentrum und ein Museum auf dem Gelände, für Gruppen werden auch Führungen angeboten. An manchen Abenden gibt es kostenlose Performances.

Vivekanandar Illam

Dieses Haus ist einem der bekanntesten spirituellen Lehrer Indiens gewidmet: Swami Vivekananda, der 1863 in Kolkata (früher: Kalkutta) in eine bengalische Familie der Mittelklasse geboren wurde. Er war auch in der westlichen Welt bekannt, da er uneingeladen 1893 zum ersten Parlament der Weltreligionen nach Chicago reiste und dort eine mitreißende Rede hielt, die ihn über Nacht weltberühmt machte. Seine Kernaussage lautete: Heiligkeit, Reinheit und Nächstenliebe sind nicht im alleinigen Besitz einer Religionsgemeinschaft. Es hat sich erwiesen, dass jede Religion Männer und Frauen mit einem besonders feinen Charakter hervorgebracht hat. In diesem Haus lebte Vivekananda nach seiner Rückkehr im Jahr 1897.

Marina Beach

Wenn Sie wissen wollen, womit sich Inder gern am Strand vergnügen, dann gehen sie zum Sonnenuntergang an den Marina Beach. Es ist ein bisschen wie auf dem Rummel dort, mit Karussells und Imbissbuden. Der Strand ist beeindruckend: Es ist der längste Stadtstrand in Indien. Er beginnt am Fort Saint George und ist bis zum Leuchtturm an seinem südlichen Ende 13 km lang, gesäumt von zahlreichen Statuen und Monumenten. Zehntausende Menschen besuchen Marina Beach täglich. Baden und Schwimmen ist allerdings nicht erlaubt und auch viel zu gefährlich, denn es gibt starke Strömungen hier.

Ein 13 km langer Sandstrand lädt zum Schlendern ein. Foto: anaxila
Ein 13 km langer Sandstrand lädt zum Schlendern ein. Foto: anaxila

Turtle Walk

Die Küste rund um Chennai ist der Brutplatz der gefährdeten Oliv-Bastardschildkröte. Von Dezember bis April kommt eine große Anzahl dieser Meeresschildkröten hier an Land, um ihre Eier abzulegen. Um die Überlebenschancen der Brut zu erhöhen, werden die Eier der Schildkröten von Freiwilligen des Students Sea Turtle Conservation Network eingesammelt und in Brutanstalten gebracht. Dabei darf man gern helfen.

Dies war nur ein kleiner Einblick in die Sehenswürdigkeit in und um Chennai. Die Stadt und der Bundesstaat Tamil Nadu haben noch viel mehr zu bieten.

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