Buchtipp: Fettnäpfchenführer Indien

Karin Kaisers „Fettnäpfchenführer Indien“ ist eine unterhaltsame Navigationshilfe durch die Untiefen, die man bei einer Indienreise beachten sollte. Das Buch ist im Januar 2019 beim Conbook Verlag für Reiseliteratur in völlig überarbeiteter und aktualisierter Neuauflage erschienen.

„Auf Indien trifft jede Aussage ebenso zu wie ihr Gegenteil“. Diesem Satz aus dem Vorwort von Karin Kaisers „Fettnäpfchenführer Indien“ wird jeder Indienreisende wohl ohne Zögern sofort zustimmen. So überaus reich an Natur- und Kulturschätzen, so liebenswert und farbenfroh Indien ist, so elend, laut und schmutzig ist es auch. Indien ist radikal gegensätzlich und für Reisende aus Europa in vielerlei Hinsicht sehr irritierend. Doch wer seinem Zauber verfällt, der kehrt immer wieder dorthin zurück. Denn die Vielfalt des indischen Subkontinents ist so immens, dass es schon unzähliger Reisen bedarf, um sie ganz zu erfassen.

Das Land ist geprägt von jahrtausendealten Mythen und einer offiziell nicht mehr existenten, aber durchaus noch vorherrschenden Gesellschaftsstruktur – dem Kastenwesen –, die wir in Westeuropa nicht wirklich verstehen. Kurz: Indien ist anders – ganz anders! Dagegen sollte sich jeder Indienreisende wappnen. Und zwar mit ein wenig Vorbereitung und einer ganz großen Portion Offenheit und Bereitschaft, sich auf dieses faszinierende fremde Land einzulassen. Und das fällt leichter, wenn man in mancherlei Hinsicht bereits vorgewarnt ist.

Über die Autorin

Karin Kaiser, die Kunst und Pädagogik studierte, unterrichtete viele Jahre an Berliner Schulen. Ein Soundprojekt führte sie nach Indien und das Land ließ sie fortan nicht mehr los. Karin Kaiser lernte Indien auf zahlreichen Reisen und bei der Zusammenarbeit mit humanitären Projekten von allen Seiten kennen. Sie beleuchtet in ihrem Buch nicht nur die liebenswerten Eigenheit des Landes, sondern auch die Schattenseiten dieser vielfältigen Gesellschaft.

Über die Neuauflage

Der „Fettnäpfchenführer Indien“ wurde in der 8. Auflage komplett überarbeitet und aktualisiert. Geschrieben ist der Führer wie ein fiktiver Roman, ist aber so lehrreich wie ein Sachbuch. Es macht Spaß, die Reise der Protagonistin Alma, einer Lebenskünstlerin mit Berliner Schnauze, auf ihrem Weg vom Norden Indiens bis tief in den Süden des Subkontinents zu begleiten. Beharrlich fordert Mother India Almas deutschen Ordnungssinn heraus. Immer wieder findet sie sich in unerwarteten Situationen wieder, die bewältigt werden müssen. Leserinnen und Leser können viele Tipps aus Almas unterhaltsamem Reisebericht und ihren Fauxpas herausfiltern – ohne dass das Buch Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Ein jeder Indienreisende könnte sicherlich noch zig eigene Geschichten beitragen. Auf dieses Land kann man sich nicht 100%ig vorbereiten. Aber das Buch von Karin Kaiser ist schon mal ein guter Anfang. Ein idealer Leitfaden für alle Indienreisenden.

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