Ob nun der Bangalore Express auch in Bengaluru Express umbenannt wird? Foto: Thomas Guignard

Karnataka: 12 Städte wurden umbenannt

Indien möchte sein britisches Kolonialerbe allmählich überwinden, zumindest was die Namen der Städte, die von den Briten während der Kolonialzeit umbenannt wurden, betrifft. Bei vielen Städten ist das schon geschehen. So wurde aus Bombay Mumbai, aus Calcutta Kolkata oder aus Madras Chennai. In Karnataka erhielten zum 1. November 2014 zwölf Städte offiziell wieder ihren alten indischen Namen. Bei manchen dieser Orte hat sich der alte neue Name schon innerhalb Indiens bereits wieder eingebürgert – wie Bengaluru statt Bangalore –, nur nicht im Ausland. Mit der offiziellen Umbenennung soll dies nun anders werden.

Initiiert wurde die Namensänderung von dem Jnanpith-Award-Preisträger aus dem Jahr 1994, U.R. Ananthamurthy. Ananthamurthy, der seine Texte in der regionalen Landessprache Kannada verfasst, begründete sein Ansinnen so: „Ich möchte, dass die Marke Bangalore zur Marke Bengaluru wird. Ich wünsche mir, dass der für unsere Sprache Kannada so bezeichnende Vokal ‚u’ bei den Menschen weltweit mit uns, mit Karnataka verbunden wird. Dieses Stückchen unserer Eigenheit sollte Teil unserer internationalen Präsenz sein.“

Folgende Städte in Karnataka wurden umbenannt:

  • Bangalore in Bengaluru
  • Mangalore in Mangaluru
  • Bellary in Ballari
  • Bijapur in Vijayapura bzw. Vijapura
  • Belgaum in Belagavi
  • Chikmagalur in Chikkamagaluru
  • Gulbarga in Kalaburagi
  • Mysore in Mysuru
  • Hospet in Hosapete
  • Shimoga in Shivamogga
  • Hubli in Hubballi
  • Tumkur in Tumakuru

Postämter, Bahnhöfe sowie offizielle Hinweisschilder und Dokumente sollen künftig die neuen Namen tragen. Während die Bahnhöfe, Fahrkarten und elektronischen Fahrplanauskünfte an den Bahnhöfen die neuen Namen ausweisen, werden jedoch die Codes, die die indische Bahn für diese Städte benutzt, weiterhin die alten bleiben. Noch ist nicht bekannt, welchen Einfluss die Umbenennung auf Flüge und Flughäfen haben wird.

Infos zum Jnanpith Award:
Diesen indischen Literaturpreis, der seit 1961 vergeben wird, erhalten nur Autoren, die indische Staatsbürger sind und ihre Texte in einer der offiziellen indischen Landessprachen verfassen. Der Preis wird vom Bharatiya Jnanpith Trust, einer Stiftung der Herausgeber der Times of India, vergeben.

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