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Frau vom Stamm der Bonda. Foto: Otabi Kitahachi

Indien entdecken: Odisha

Frau vom Stamm der Bonda. Foto: Otabi Kitahachi

Odisha (früher: Orissa) ist einer der indischen Bundesstaaten, die nicht so häufig von Touristen besucht werden. Zu Unrecht! Erst kürzlich wurde eine Reise in den Osten Indiens – die auch Odisha beinhaltet – vom Reisemagazin National Geographic Traveler zu den „50 Tours of a Lifetime“ gezählt. Dieser Bundesstaat an der Ostküste Indiens ist zwar überwiegend ländlich geprägt und liegt völlig abseits des üblichen Touristenrummels. Auch die touristische Infrastruktur muss noch weiter ausgebaut werden. Aber Odisha kann malerisch schöne Nationalparks mit interessanten Wildtieren, saubere Strände, eine eigene Musik- und Tanztradition, jede Menge Tempel, interessantes Kunsthandwerk, einzigartige Stammeskulturen und buddhistische Relikte vorweisen.

Der Sonnentempel in Konark

Der Sonnentempel in Konark wurde im 13. Jahrhundert für den Sonnengott Surya erbaut und ist gestaltet wie ein großer Streitwagen. Er ist rund 30 m hoch und steht auf einem massiven Sockel, in den 12 riesige Wagenräder gemeißelt sind. Erotische Skulpturen, ähnlich denen an den Tempeln in Khajuraho, zieren die Außenwände und den Sockel. Man kann den Tempel zwar auf einem Tagesausflug von Bhubaneshwar oder Puri aus besuchen. Aber Sie können auch in Konark übernachten, denn es lohnt sich, ihn am späten Nachmittag zu besuchen, wenn die Tagesbesucher wieder weg sind. Dann kann man die friedliche Atmosphäre besser genießen. Anfang Dezember findet hier im Übrigen jedes Jahr das Konark Festival mit verschiedenen Tanz-Performances, Ausstellungen und einer Handwerksmesse statt.

Bhubaneshwar

Die Hauptstadt Odishas ist berühmt für ihre Tempel, darunter auch der größte Tempel dieses Bundesstaates, der Lingraj Mandir. Über 700 Tempel soll es in der Stadt geben, die meisten sind Lord Shiva geweiht. Die kunterbunt in die Hügel am Rand der Stadt gegrabenen Höhlen – teilweise sind es auch natürliche Höhlen – sind eine weitere Sehenswürdigkeit von Bhubaneshwar. Diese Höhlen von Udayagiri und Khandagiri sind von archäologischer, geschichtlicher und religiöser Bedeutung. Die interessanteste liegt am Udayagiri (Sonnenaufgangshügel). Der Sonnenaufgang ist hier wirklich sehenswert. Eine weitere Attraktion in Bhubaneshwar sind die weißen Tiger im Nandankanan Sanctuary. Die Stadt erkundet man am besten mit einer Sightseeing Tour des Hop On Hop Off Bus Service.  Im Januar findet in Bhubaneshwar ein Festival der Adivasis (der Ureinwohner Indiens) statt: die Adivasi Tribal Mela.

Puri

Puri liegt direkt am Meer. Wenn Sie jedoch ein Strandparadies hier erwarten, muss ich Sie enttäuschen. Leider ist der Strand nicht besonders sauber, denn Puris Attraktion ist die Spiritualität und der imposante Jagannath Tempel, der allerdings nur für Hindus geöffnet ist. Vom Dach der Raghunandan Bücherei gegenüber hat man jedoch eine gute Sicht in das Innere des Tempelkomplexes. Puri ist ein guter Ausgangsort für Tagesausflüge und Besuche bei Stammesvölkern. Im Juli/August findet jährlich das Rath Yatra Festival statt. Dies ist die einzige Gelegenheit, bei der Nichthindus die Tempelgottheiten, die dann in einer Prozession durch die Stadt getragen werden, zu Gesicht bekommen. Im November wird auch ein Puri Strandfestival veranstaltet.

Kunsthandwerksdorf Raghurajpur

Raghurajpur liegt inmitten von tropischen Bäumen am Ufer des Bhargavi-Flusses und ist nicht nur ein sehr attraktives indisches Dorf, hier wird auch in jedem Haushalt Kunsthandwerkliches hergestellt. Es gibt nur etwas über 100 Haushalte in Raghurajpur, aber 300 Künstler und Kunsthandwerker, von denen viele bereits nationale Preise für ihre Arbeit erhalten haben. Sie können im Dorf spazieren gehen, die schönen Wandmalereien an den Häusern bewundern, mit einem der freundlichen Kunsthandwerker sprechen oder ihnen bei der Arbeit zusehen – und natürlich können Sie hier auch einkaufen! Vor allem die Pattachitra-Gemälde sind eine Spezialität des Dorfes. Aber die Kunsthandwerker erstellen auch Steinskulpturen, Holzschnitzarbeiten oder Holzspielzeug. Das Dorf ist nur 15 km von Puri entfernt, von dort aus also ein schöner Tagesausflug.

Chilika See

Der Chilika See ist Asiens größte Brackwasserlagune (eine Mischung aus Süß- und Salzwasser) und ein ökologisches Wunder auf 1.000 Quadratkilometern. Hier leben sehr viele Tierarten in großer Zahl, vor allem natürlich Fische und Vögel, darunter sehr viele Zugvögel. Aber man sieht hier sogar ab und zu Delfine! Im See liegen auch einige Inseln. Umweltfreundliche Campingausflüge und Vogelbeobachtungs-Trips bietet Grass Routes Journeys (www.grassroutesjourneys.com). Erkunden Sie den See und seine Inseln unbedingt mit dem Boot. Die meisten legen in Satapada ab (dort sind auch oft Delfine), das etwa 50 km von Puri entfernt ist. Aber es gibt auch Anlegestellen in Barkul, Rambha und Balugaon.

Die Dörfer der Stammesvölker

Es gibt mehr als 60 Stammes-Kommunen in Odisha. Diese alten Völker mit ihren geheimnisvollen Riten leben in Odishas abgelegenen, tiefen und hügeligen Wäldern. Die meisten Stämme findet man im Südwesten des Bundesstaates. Der Besuch bei diesen Stämmen kann ein faszinierendes Erlebnis sein. Aber versuchen Sie das nicht auf eigene Faust! Sie müssen schon eine organisierte Tour buchen. Einige der Stammesgebiete sind sehr unzugänglich und man braucht eine Genehmigung, um sie zu betreten. Auch die Sprache ist ein Hindernis für Alleinreisende. Heritage Tours und Grass Routes Journeys bieten gute Touren, die allerdings wenigstens sechs Tage (fünf Übernachtungen) dauern. Unbedingt besuchen sollten Sie einen der wöchentlichen Märkte der Stämme.

Buddhistische Stätten

Die buddhistischen Stätten in Odisha wurden erst vor relativ kurzer Zeit entdeckt und sind daher noch relativ wenig erkundet. Sie beinhalten eine Reihe von Klöstern, Tempeln, Schreinen, Stupas und schönen buddhistischen Skulpturen. Meist liegen sie malerisch und friedlich in fruchtbaren Hügeln und Reisfeldern. Vor allem das sogenannte „Diamond Triangle“ Ratnagiri, Udayagiri und Lalitagiri ist interessant, denn hier sind die wichtigsten und größten buddhistischen Stätten.

Chandipur Beach

Kasuarinen-Bäume, Sanddünen und das weit zurückweichende Meer bei Ebbe machen den Chandipur Beach zu etwas sehr Speziellem. Wenn man goldene Sandstrände und kristallklares Wasser sucht, dann gibt es allerdings schönere Strände in Indien. Dennoch ist dieser Strand wirklich einzigartig (und zudem noch sehr sicher). Am schönsten ist es, hier bei Ebbe durchs Watt zu wandern und in kleinen Tümpeln kleine Fische, Muscheln und Krabben zu entdecken.

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