Die Höhlentempel Ajanta und Ellora – frühe Baukunst in Stein gemeißelt
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Im Innern eines Höhlentempels in Ajanta. Foto: Danial Chitnis

Die Höhlentempel Ajanta und Ellora – frühe Baukunst in Stein gemeißelt

In einer ländlichen Gegend des indischen Bundesstaates Maharashtra liegen zwei erstaunliche Tempelkomplexe, die beide vor Jahrhunderten in Felswände gemeißelt wurden: die Höhlentempel von Ajanta und Ellora, zwei UNESCO Weltkulturerbestätten. Die 34 Höhlen von Ellora entstanden zwischen dem 5. und 11. Jahrhundert n. Chr., die 29 Höhlen von Ajanta sind noch älter; sie wurden zwischen dem 2. Jahrhundert v. Chr. und dem 6. Jahrhundert n. Chr. in den Fels gehauen.

Ajanta liegt irgendwo im Nirgendwo, rund 100 km von Aurangabad entfernt. Der Ort wurde irgendwann im 6. oder 7. Jahrhundert n. Chr. aufgegeben, weshalb er heute so ablegen ist. Hier hat der Fluss Waghora ein U-förmiges Tag in den Fels gegraben, in dem man viele große Höhlentempel mit teilweise gut erhaltenen Wandmalereien findet. Die Höhlen von Ajanta sind alle buddhistischen Ursprungs, die Malereien zeigen Szenen aus dem Leben Buddhas. Die meisten der Höhlen stammen aus dem 5. Jahrhundert n. Chr. Die Archaeological Survey of India glaubt, das für jede Höhle wohl eine Bauzeit von etwa 30 Jahren anzusetzen ist. Allein die Aushöhlung des Fels ist eine erstaunliche Leistung, aber die künstlerischen Verzierungen, Reliefs und in den Fels gehauene Buddha-Statuen, sind einzigartig.

In der Biegung eines Flusses liegen die 29 Höhlen von Ajanta. Foto: Sandeep Shande
In der Biegung eines Flusses liegen die 29 Höhlen von Ajanta. Foto: Sandeep Shande

Im 5. Jahrhundert durchlief Indien eine Welle von Feindseligkeit gegen die Buddhisten und so wurden auch die Mönche aus den Höhlen von Ajanta vertrieben. Der Ort geriet in Vergessenheit, verwittertes Geröll der Felswände verdeckte die Höhlen im Laufe der Zeit. Erst 1819 entdeckte der britische Kavallerieoffizier John Smith, der in der Gegend auf Tigerjagd war, die Höhlen wieder. Nach und nach wurden diese Kulturschätze dann wieder freigelegt. Obwohl Ajanta wirklich abgelegen ist, hinterlässt leider der Tourismus teilweise zerstörerische Spuren, z. B. durch mutwillige Beschädigung, aber auch die erhöhte Luftfeuchtigkeit durch die vielen Besucher. Fotografieren mit Blitzlicht oder Stativ ist mittlerweile in den Höhlen untersagt.

Ein buddhistischer Höhlentempel in Ellora. Foto: Andi Hefti
Ein buddhistischer Höhlentempel in Ellora. Foto: Andi Hefti

Die Höhlentempel von Ellora sind einigermaßen gut erreichbar, denn der Ort liegt nur 30 km nordwestlich von Aurangabad und ist von dort gut mit Bussen oder auch dem Taxi zu erreichen. Hier kreuzten sich einst zwei Handelswege, in nord-südlicher und ost-westlicher Richtung. Vermutlich haben hier an der Felswand mit den Überhängen einst Einsiedler oder kleine Gruppen von Mönchen Schutz vor dem Monsun gesucht. Die Höhlen boten auch Schutz vor wilden Tieren und Räubern. Immer mehr Mönche zogen sich hierher zurück, Pilger brachten ihnen Gaben und die aus dem Fels gemeißelten Höhlen wurden immer schöner und reicher mit Malereien und Skulpturen geschmückt. Drei religiöse Richtungen haben in Ellora Bauwerke hinterlassen: Buddhisten etwa von 400–800 n. Chr., Hindus von 600–900 n. Chr. und Jains von 800–1100 n. Chr. Der gesamte Komplex gehört zu den bemerkenswertesten Monumenten indischer Architektur.

So kunstvoll wurden die Tempel von Ellora aus dem Fels gehauen. Foto: Cajetan Barretto
So kunstvoll wurden die Tempel von Ellora aus dem Fels gehauen. Foto: Cajetan Barretto

Man kann übrigens beide Stätten per Taxi an einem Tag besuchen, wenn man frühzeitig in Aurangabad startet, denn die Reisezeit zwischen Ellora und Ajanta beträgt nur rund 2 Stunden. Allerdings sind die Ellora-Höhlen dienstags und die Ajanta-Höhlen montags geschlossen. Ein Wochenendbesuch ist wegen des Andrangs nicht ratsam. Und bringen Sie nach Ajanta unbedingt eine Taschenlampe mit, denn in manchen der Höhlen dort ist es recht dunkel. Beste Reisezeit für beide Höhlentempelkomplexe ist November bis März, wenn es nicht so heiß und außerdem trocken ist.

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