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Indiens Premierminister Narendra Modi (rechts) mit Chinas Staatspräsident Xi Jinping im September 2014. Foto: Narendra Modi (flickr ccl)

Größte Demokratie der Welt

Indien ist eine parlamentarisch-demokratische Republik und gilt mit seinen 1,4 Millionen Einwohnern als die größte Demokratie der Welt. Die Größe und Vielfalt des Landes setzen seine Politiker vor große Herausforderungen. Immerhin erstreckt sich das Land auf 3.287.263 Quadratkilometer und reicht vom Himalaya im Norden bis zu den Tropen im Süden. Die größten Städte des Landes sind Mumbai, Kalkutta und Delhi. Für Deutschland ist Indien einer der wichtigsten Partner im Indo-Pazifik. Seit sieben Jahrzehnten verbindet die beiden Länder ein lebendiger Austausch.

 

28 Bundesstaaten und 8 Unionsterritorien

Ähnlich wie es in der Bundesrepublik Länder gibt, gibt es in Indien Bundesstaaten: 28 Bundesstaaten und acht Unionsterritorien. Die Zentralregierung in Delhi hat jedoch im indischen Föderalsystem deutlich größere Kompetenzen als die Regierungen der Bundesstaaten.

Der amtierende Premierminister Narendra Modi regiert das zweitbevölkerungsreichste Land der Welt. Eine nicht einfache Aufgabe. Viele unterschiedliche Völker, Sprachen und Religionen prägen das Land und sind Reichtum und Konfliktherd zugleich. Außerdem hat nach wie vor das Kastensystem Einfluss auf Indiens soziales, wirtschaftliches und politisches Leben.

 

Indischer Präsident gehört zur Kaste der „Unberührbaren“

Dementsprechend wurde es auch als überraschend angesehen, dass bei den letzten Wahlen zum Präsidenten ein „Dalit“ – ein sogenannter „Unberührbarer“ (Angehöriger der kastenlosen Gruppe) in das höchste Amt gewählt wurde. Der indische Präsident – vergleichbar mit dem deutschen Bundespräsidenten – übernimmt vorwiegend repräsentative Aufgaben, kann aber entscheidend in die Politik intervenieren: Er kann den Premierminister entlassen, Gesetze zurückweisen und das Parlament einberufen.

 

Die BRICS-Staaten

Indien gehört zu den sogenannten BRICS-Staaten. „BRICS“ bezeichnet eine Gruppe von fünf großen Wachstumsmärkten: Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika. Während der weltweiten Wirtschaftskrise blieben diese Länder relativ stabil.

 

Dynamische Entwicklung der Wirtschaft

In den letzten Jahrzehnten erlebte Indien einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung. Indiens IT-Leistungen haben in den vergangenen Jahrzehnten einen Boom erlebt. Die Wirtschaft zeigte ein beeindruckendes Wachstum. Indien ist dabei, sich zu einer wirtschaftlichen Großmarkt zu entwickeln.

 

Bilaterale Zusammenarbeit zwischen Indien und Deutschland

In Neu-Delhi befindet sich die weltweit größte deutsche Auslandshandelskammer. Die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen den Ländern ist immens. Immerhin sind rund 1.800 deutsche Unternehmen in Indien aktiv. Sie stellen sich vor allen den Bereichen nachhaltige Entwicklung, Wissenschaft und Wirtschaft, Innovationen und Digitalisierung. Schon vor zwanzig Jahren unterzeichneten Indien und Deutschland die „Agenda für die Deutsch-Indische Partnerschaft im 21. Jahrhundert“. Seitdem finden regelmäßig alle zwei Jahre Regierungskonsultationen statt.

 

Herausforderungen der Zukunft

Zahlreiche Reformen und die Öffnung der Wirtschaft haben in der Vergangenheit dazu geführt, dass Indien eine wachsende Rolle auf dem internationalen Parkett übernommen hat. Wesentlich hierfür waren unter anderem auch die Positionierung des Landes in den – weltweit so entscheidenden – Bereichen Digitalisierung und künstliche Intelligenz. Vor neuen Herausforderungen steht Indien in den Bereichen einer nachhaltigen Landwirtschaft, von der die vielen Kleinbauern langfristig leben können, der Bildung für die breite Bevölkerung und dem steigenden Energiebedarf und der Entwicklung des Umweltschutzes vor allem in den Metropolen gerecht zu werden.

Time Line

2010 – 2020
Narendra Modi wird als Premierminister Indiens wiedergewählt.

Der Staat Jammu und Kaschmir wird durch die Aufhebung des Artikels 370 der indischen Verfassung in zwei getrennte Unionsterritorien namens Jammu Kaschmir und Ladakh aufgeteilt.

Der Citizenship (Amendment) Act, 2019 wird vom indischen Parlament verabschiedet. Es änderte das Staatsbürgerschaftsgesetz von 1955, indem es einen Weg zur indischen Staatsbürgerschaft für Angehörige der religiösen Minderheiten Hindu, Sikh, Buddhiist, Jain, Parsi und Christen vorsieht, die vor Dezember 2014 vor Verfolgung aus Pakistan, Bangladesch und Afghanistan geflohen waren.

Die Goods and Services Tax (GST) wird in Indien eingeführt, die größte Steuerreform in der Geschichte Indiens.

Indien startet sein erstes Weltraumlabor Astrosat in seinem größten Projekt seit seiner Mars-Orbiter-Mission 

In einer überraschenden Ankündigung zieht die Indische Regierung Banknoten mit hohem Nennwert aus dem Verkehr, was zu chaotischen Szenen in den Banken im ganzen Land führt, da die Kunden versuchen, alte Scheine umzutauschen.

2000 – 2010
Große Bundesstaaten werden aus politischen und wirtschaftlichen Gründen geteilt: Uttarakhand aus Uttar Pradesh (2000), Jharkhand aus Bihar (2000), Chhattisgarh aus Madhya Pradesh (2000), Telangana aus Andhra Pradesh (2013). Die Tendenz zu mehr Bundesstaaten hält an. Manmohan Singh wird wieder gewählt.
Pratibha Patil wird zur ersten Präsidentin von Indien gewählt.
Manmohan Singh von der Kongresspartei wird zum Ministerpräsidenten gewählt.
Indien führt nach fast 25 Jahren völlig überraschend fünf unterirdische Atomtests durch und erklärt sich zur Atommacht. Indien ist dem Atomwaffensperrvertrag nie beigetreten.
Regierung der rechtskonservativen BJP-Regierung (Bharatiya Janata Party) unter Atal Bihari Vajpayee

1990- 2000
Nationalistische Tendenzen brechen sich Bahn, die unter anderem in der Zerstörung der Babri-Moschee in Ayodhya als auch in der Umbenennung Bombays in Mumbai (1995) zum Ausdruck kommen.
Beinahe Staatsbankrott Indiens und der Beginn tiefgreifender Wirtschaftsreformen.
Abwendung von der Planwirtschaft und dem sog. “Licence Raj” hin zur freien Marktwirtschaft und der Öffnung der indischen Wirtschaft zum globalen Handel.
Zulassung ausländischer Investoren in Indien.
Beginn von Privatisierungen staatlicher Unternehmen. Überwindung der niedrigen „Hindu Growth Rate“ und seitdem stetig wachsende Wirtschaftsleistung Indiens.
Ermordung Rajiv Gandhis im Zusammenhang mit den Tamil Tigers und dem Bürgerkrieg in Sri Lanka. Narasimha Rao wird neuer Ministerpräsident

1980 – 1990
Ermordung Indira Gandhis durch Sikh-Leibwächter wegen der Niederschlagung der Khalistan-Bewegung im Punjab und der Erstürmung des Goldenen Tempels der Sikhs in Amritsar (1984). Daraufhin Progrome gegen Sikhs vor allem in Delhi. Ihr Sohn Rajiv Gandhi wird ihr Nachfolger im Premierministeramt.
Indira Gandhi wird abermals Ministerpräsidentin

1970 – 1980 
Rückkehr zur Demokratie. Moraji Desai wird Ministerpräsident

Indira Gandhi ruft den Notstand aus und regiert mit diktatorischen Mitteln. Tausende Oppositionelle werden verhaltet. Gandhi beendet selbst die Notstandsregierung

Indien wird Atommacht

Neue Kämpfe mit Pakistan flackern wieder auf. Ostbengalen fühlt sich durch Westpakistan bevormundet. Mit Hilfe des indischen Militärs erreicht Ostbengalen schließlich seine Unabhängigkeit und heißt seitdem Bangladesch.

1960- 1970 
Beginn der “Grünen Revolution” zur Steigerung der Agrarproduktion in Indien

Indira Gandhi, die Tochter Jawaharlal Nehrus, wird Ministerpräsidentin

Grenzkrieg mit China.

Durch verschiedene Grenzzwischenfälle und Auseinandersetzungen kommt es zum zweiten indisch-pakistanischen Krieg, der durch Vermittlung der Vereinigten Nationen auf der Konferenz von Taschkent beigelegt wird

1950 – 1960
Indien gibt sich eine Verfassung. Jawaharlal Nehru wird ersten indischer Premierminister. Indien wird eine der führenden Nation in der Blockfreienbewegung.

15.08.1947
Unabhängigkeit Indiens und Teilung in ein indisches und ein pakistanisches Dominion, Beginn des Kaschmir-Konflikts. Ermordung Gandhis (1948).

1857 – 1947
Gründung des indischen Nationalkongresses und der Beginn des organisierten Widerstands gegen die britische Fremdherrschaft (1885). Gründung der Muslim Liga (1906). Kampagnen Mahatma Gandhis: Nicht Zusammenarbeit (1920/21), Salzmarsch (1930). Pakistan-Resolution (1940) und “Quit India”-Resolution (1942)Britsche Herrschaft in Indien („British India“ inkl. Burma), die sog. “British Raj”. 1877 wird Königin Viktoria Kaiserin von Indien.

Der letzte große bewaffnete Freiheitskampf der Inder, die sogenannte “Mutiny” oder Meuterei, wird niedergeschlagen. Indien wird britische Kronkolonie (1858).

1757 – 1857
Die britische Ostindien-Kompanie schalten die anderen Kolonialmächte in Indien aus. Beginn der britischen Territorialherrschaft in Indien (1765, Steuerhoheit über Bengalen). Die Briten werden schrittweise zur beherrschenden Macht auf dem gesamten Subkontinent. Erheblicher Widerstand von Tipu Sultan in Südindien (bis 1799) und vom Sikh-Reich im Punjab (bis 1849).

1646 – 1818
Hinduistische Marathen-Konföderation etabliert sich gegenüber der Moghul-Macht (Marathenführer Shivaji) und herrscht über Zentralindien.

1525 – 1857
Die Moghul-Dynastie beherrscht den Großteil Indiens. Wichtigste Moghul-Kaiser sind Akbar der Große und Shah Jahan (Erbauer des Taj Mahal)

1510 – 1961
Portugiesen erobern Goa, Beginn der Kolonialzeit in Indien, in Folge der Portugiesen kommen Niederländer, Dänen, Franzosen und Engländer und setzen sich an den Küsten Indiens fest.

1398 – 1498
Entdeckung des Seewegs nach Indien durch Vasco da Gama.

Hinduistisches Großreich von Vijayanagar in Zentralindien

1000 – 1761
Muslimische Eroberer aus Afghanistan und Zentralasien plündern und besetzen Indien vom Nordwesten her: Mahmud von Ghazni, Mohammed von Ghor, die Gründer des Sultanats von Delhi, Timur (Mongolen), die Lodi- und die Moghul-Dynastien bis zu den letzten muslimischen Eroberern im 18. Jahrhundert Nadir Shah (1739) und Ahmad Shah Durrani (1761)

500 – 1000
Erstes Eindringen und Festsetzen muslimischer Krieger in Sind (heute Pakistan)

Regional bedeutsame Dynastien der Pallava, Chalukya, Rashtrakuta, Pratihara und Chola. Ausgreifen der indischen Kultur und Religion auf den süd-ostasiatischen Raum

400 – 1000
Glanzzeit der hinduistischen Kultur (Indische Klassik: Sanskrit-Literatur), Rückdrängung des Buddhismus in Indien und Verbreitung des Buddhismus in Zentral-, Südost- und Ostasien

320 – 530 nach Christus
Großreich der Gupta-Dynastie in Nordindien

Zeitenwende
Es bestehen Beziehungen rund um den indischen Ozean und bis ins Römische Reich. Südliche Ausläufer der Seidenstraße verlaufen durch Indien. Indien stellt Luxusgüter und Waffen her.

Ab ca. 200 vor Christus
Dynastien der Sunga, Satavahana und Saken (Skyten), Herausbildung der Tamil-Kultur und der tamilischen Sangam-Literatur

320 – 185 vor Christus
Erstes indische Großreich unter der Maurya-Dynastie entsteht und erreicht unter König Ashoka seine größte Machtentfaltung.

327 – 325 vor Christus
Alexander der Große überschreitet den Indus. Im Nordwesten Indiens entstehen gräko-indische Königreiche.

563 – 486 vor Christus
Leben und Wirken von Gautama Buddha in dessen Folge sich der Buddhismus entwickelt. Zeitgleich bildet sich auch der Jinismus heraus.

1500 – 500 vor Christus
Einwanderung der Arier und Beginn der Herausbildung des religiös-kulturellen Systems des Hinduismus. Am Ende der Epoche Entstehung der Veden (heilige Schriften des Hinduismus)

2250 – 1750 vor Christus
Im Industal besteht eine der ältesten Hochkulturen der Menschheit (Induskultur, Harappa, Mohenjo Daro).

ca. 3500 vor Christus
Neolithische Revolution

ca. 500.000 vor Christus
Frühmenschen besiedeln das Gebiet Indiens

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