Kishnali Beach bei Ratnagiri. Foto: Abhi (9736)

Indien entdecken: Maharashtra

Maharashtra hat einige herausragende historische Sehenswürdigkeiten – darunter die Höhlen von Ellora und Ajanta, die zu Indiens wichtigsten historischen Stätten zählen – sowie hochinteressante Naturschauplätze wie den Tadoba Nationalpark zu bieten, doch diese Touristenmagnete ziehen bei weitem nicht so viele Reisende an wie die religiösen Stätten dieses indischen Bundesstaates.

Beliebte religiöse Stätten

Laut der Maharashtra Tourism Development Corporation besuchten nur in den Monaten von Oktober 2011 bis März 2012 fast 6,5 Millionen Menschen Shirdi, eine kleine Stadt, in der der populäre Heilige Sai Baba verehrt wird. Beliebt sind auch die religiösen Stätten Shani Shingnapur in der Nähe von Ahmednagar (4.2 Millionen Besucher pro Jahr), Tulja Devi in Osmanabad (2,2 Millionen Besucher), Trimbakeshwar in Nashik (1,7 Millionen Besucher) und der Siddhivinayak Tempel in Mumbai (4,4 Millionen Besucher). Im Vergleich zu den religiösen Stätten hinken die Besucherzahlen anderer Sehenswürdigkeiten Maharashtras ein wenig hinterher: So wurden die berühmten Höhlen von Ajanta nur von 175.000 Menschen besucht, die Höhlen von Ellora brachten es immerhin auf 858.000 Besucher.

Maharashtra ist ein sehr vielfältiger indischer Bundesstaat. Neben den berühmten Höhlentempeln warten Forts, ein bergiges Hinterland, Weingüter und Strände auf neugierige Besucher – und Indiens weltoffenste Metropole: Mumbai.

Mumbai

Mumbai ist nicht nur die Hauptstadt von Maharashtra, Mumbai ist auch Indiens Finanzzentrum und die Heimat der Bollywood-Filmindustrie. Die Stadt wird auch Indiens „Stadt der Superlative“ genannt und ist bekannt für seine extrem hohen Lebenshaltungskosten, den schnellen Lebensstil und als ein Ort, an dem Träume wahr werden – oder zerbrechen. Überall in Mumbai findet man fantastische Beispiele der britischen Kolonialarchitektur, die zu den Top-Sehenswürdigkeiten der Stadt gehören. Der Chhatrapati Shivaji Terminus (bis 1996 hieß der Bahnhof Victoria Terminus), einer der größten und geschäftigsten Bahnhöfe der Welt, gehört zum UNESCO Weltkulturerbe (genauso wie die Elephanta Höhlen auf einer Insel vor der Stadt). Mumbai verfügt auch über ein pulsierendes Nachtleben mit interessanten Bars, Veranstaltungsorten und Lokalen mit Live Musik und Treffs für die Globetrotter dieser Welt. Eines der besten Restaurants mit indischer Küche ist übrigens das erst kürzlich vom Hindi Business Channel CNBC AWAAZ ausgezeichnete Mahesh Lunch Home im Stadtteil Juhu.

Die Höhlen von Ajanta und Ellora

Die Höhlen von Ajanta und Ellora liegen in der Nähe von Aurangabad im Norden Maharashtras, etwa 400 km von Mumbai entfernt. In Ellora gibt es 34 Höhlen aus dem 6. bis 11. Jahrhundert n. Chr. Die 29 Höhlen von Ajanta sind noch weitaus älter: Sie stammen aus dem 2. Jahrhundert v. Chr. bis 6. Jahrhundert n. Chr. Die Ajanta-Höhlen sind wegen ihrer reichen Malereien und Skulpturen ein Touristenmagnet, während die Ellora-Höhlen eher für ihre ungewöhnliche Architektur bekannt sind. Erstaunlich bei beiden Höhlensystemen ist die Tatsache, dass sie von Hand, nur mit Hammer und Meißel, erschaffen wurden. Die Höhlen gehören im Übrigen zum UNESCO Weltkulturerbe.

Shirdi

In der kleinen Stadt Shirdi wird der beliebte Heilige Sai Baba verehrt, ein spiritueller Lehrer, Yogi und Fakir, der in Shirdi lebte und dort auch 1918 gestorben ist. Er predigte Toleranz gegenüber allen Religionen und die Gleichstellung aller Menschen. Für seine Anhänger ist Shirdi ein wichtiger Pilgerort und sie strömen in Scharen dorthin, um ihm zu huldigen.

Tadoba Nationalpark

Bis vor kurzem wurde der Tadoba Nationalpark und das dazu gehörende Tigerreservat vom Tourismus gerne übersehen, denn der Park liegt ein wenig abseits der üblichen Touristenrouten und es gibt weniger Unterkünfte als an vergleichbaren indischen Nationalparks, vor allem keine Luxus Jungle Lodges. Gästen stehen nur drei Gästehäuser der staatlichen Maharashtra Tourism Development Corporation zur Verfügung. Inzwischen hat sich der Park aber den Ruf erworben, einer der besten Orte Indiens zu sein, an denen man Tiger in freier Wildbahn beobachten kann. Das lohnt schon einen Besuch.

Die Konkan-Küste

Die Konkan-Küste erstreckt sich entlang des Arabischen Meers von Mumbai bis nach Goa. Hier findet man einige wundervolle naturbelassene Strände. Ein beliebter Ausflugsort ist Alibaug, das nur 30 km südlich von Mumbai liegt. Hier findet man einige sehr schöne weite Sandstrände, aber auch felsige Strände, die sich auf insgesamt über 30 km über Chaul nach Murud und Janjira erstrecken. Wenn man noch weiter nach Süden reist, kann man noch wahre Strand-Kleinode entdecken. Vom Tourismus erschlossen werden gerade die Strände von Ganpatipule und Tarkarli. Dort bietet die Maharashtra Tourism Development Corporation einige gute Unterkünfte am Strand.

Matheran

Matheran ist die Hill Station, die am nächsten an Mumbai liegt. 1850 wurde die Stadt von den Briten als Sommersitz für die heißen Monate entdeckt und hat sich seitdem zu einer Sommerfrische entwickelt. 800 m über dem Meeresspiegel gelegen bietet der ruhige Ort einen kühlen Rückzugsort, wenn unten an der Küste das Thermometer auf unangenehm hohe Werte klettert. Die Besonderheit von Matheran sind aber nicht die angenehmen Temperaturen, sondern dass hier keine Fahrzeuge erlaubt sind – nicht einmal Fahrräder. Das macht die Stadt zu einem wohltuend ruhigen, gemächlichen und abgasfreien Ort. Und schon die Reise dorthin – mit dem Toy Train durch malerische Landschaften – ist ein unvergessliches Erlebnis.

Das Nashik Weinanbaugebiet

Wein gewinnt in Indien derzeit rasant an Popularität. Parallel zu dieser Entwicklung erlebt Indien auch einen Boom im Weintourismus. Viele indische Weingüter haben inzwischen Probierstuben, sodass Weinkenner sich durch die indischen Weinanbaugebiete probieren können. Häufig werden auf den Weingütern auch Unterkünfte angeboten, sodass man als Weinliebhaber ein Rundum-Erlebnis buchen kann. Indiens Hauptweinanbaugebiet ist Nashik, etwa vier Stunden nordöstlich von Mumbai.

Luxuszug Deccan Odyssey

Erst kürzlich wurde der Luxuszug Deccan Odyssey vom indischen Hindi Business Channel CNBC AWAAZ zum besten Luxuszug Indiens 2013 bei den alljährlichen Travel Awards des Senders ernannt. Jeden Mittwochabend (Achtung: Eventuell ändert sich dieser Fahrplan auch wieder!) begibt sich dieser Zug mit Luxuskabinen und Restaurants an Bord auf eine achttägige Reise (sieben Übernachtungen) von Mumbai über Ratnagiri, Sindhudurg, Goa, Kolhapur, Pune, Nashik, Aurangabad (Ajanta und Ellora Höhlen) und zurück.

Es lohnt sich, einmal nicht die typischen indischen Touristenmagnete wie Rajasthan, Goa oder Kerala zu besuchen und stattdessen in Maharashtra der Spiritualität Indiens nachzuspüren, die schöne, teilweise unberührte Landschaft der Konkan-Küste und der Berge in den Westghats zu genießen, kulturhistorisch wichtige Stätten zu besuchen, die noch nicht überlaufen sind, oder die Metropole Mumbai, das New York Indiens, zu erkunden. Maharashtra wartet darauf, von Ihnen erobert zu werden.

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