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1.OG Hesses Schreibtisch, Foto: Rainer Schoder

Hermann Hesses Weg nach Siddhartha

1.OG Hesses Schreibtisch, Foto: Rainer Schoder

Sonderausstellung bis zum 5. Februar 2023 im Museum Hermann Hesse in Montagnola

HERMANN HESSES WEG NACH SIDDHARTHA

So heißt die aktuelle Ausstellung im Hesse-Museum in Montagnola/Schweiz.

Von Lugano und dem Luganer See sind es nur wenige Kilometer, die Berge hinauf, durch einige Dörfer, Sorengo, Gentilino – gleich hinter dem Dorf auf der rechten Seite der Friedhof auf dem das Grab von Hesse zu finden ist. Gegenüber, auf der anderen Straßenseite, die Kirche Sant’Abbondio, die Hesse auf seinen Wanderungen oft besucht hat – weiter durch das Dorf Certenago und dann, bergauf, bei enger werdender Straße, nach Montagnola hinein, bis sich auf der linken Seite die Piazza Brocchi öffnet und Parkmöglichkeiten anbietet.

Kirche Sant'Abbondio, Foto: Rainer Schoder
Kirche Sant’Abbondio, Foto: Rainer Schoder

Zum Museums-Vorplatz sind es nur wenige Meter, ein kleines Sträßchen hinauf.

Das Museumserdgeschoss hat neben dem freundlichen Empfang eine große Auswahl von Büchern von oder über Hermann Hesse zu bieten.

Eingang Hermann-Hesse-Museum, Foto: Rainer Schoder
Eingang Hermann-Hesse-Museum, Foto: Rainer Schoder

Im 1. Obergeschoss sehen wir die Dauerausstellung über die 40 Jahre, die Hesse im Tessin verbracht hat: Sein Schreibtisch, seine Schreibmaschine, Briefe bedeutender Persönlichkeiten wie Konrad Adenauer, Romain Rolland, Sigmund Freud, Thomas Mann etc., zahlreiche Fotos, persönliche Bücher, seine Malerausrüstung und natürlich sein Strohhut.

1.OG Hesses Schreibtisch, Foto: Rainer Schoder
1.OG Hesses Schreibtisch, Foto: Rainer Schoder
Hesse-Utensilien und Strohhut, Foto: Rainer Schoder
Hesse-Utensilien und Strohhut, Foto: Rainer Schoder

Im 2. Obergeschoss wird es dann, dem Ausstellungstitel „HERMANN HESSES WEG NACH SIDDHARTHA“ entsprechend, sehr „indisch“: Fotos und Texte über Hesses Großvater Hermann Gundert, der als Missionar der Basler Mission Jahrzehnte lang in Südindien tätig war (um sich seiner Arbeit anzunähern, wäre ein eigener, langer Artikel notwendig), weiterhin Hesses Mutter Marie Gundert, die zunächst auch in Südindien, in Kozhikode/Kerala als Lehrerin arbeitete. Hier werden die familiären Indien-Einflüsse auf den jungen Hesse herausgearbeitet.

2.OG Siddhartha-Raum, Foto: Rainer Schoder
2.OG Siddhartha-Raum, Foto: Rainer Schoder

Hesse Reise nach Südostasien, zusammen mit seinem Malerfreund Hans Konrad Sturzenegger, zeigen die weiteren indischen/asiatischen Einflüsse auf sein literarisches Werk auf.

Vor 100 Jahren hat Hesse dann seinen eigenen Entwicklungsweg auf der Suche nach Weisheit und Religiösität in Form der Kurzgeschichte „Siddhartha – ein indisches Gedicht“ veröffentlicht und konnte in den folgenden Jahren die wachsende Beachtung und Würdigung seines Buches verfolgen.

Einen neuen Höhepunkt erlebte Hesses Siddhartha Mitte der 60er Jahre, als er zu einem der Kultbücher der Hippie-Bewegung wurde. Insbesondere in den Vereinigten Staaten wurden zu dieser Zeit die Werke von Hermann Hesse entdeckt.

Im Untergeschoss des Museums kann man sich im Video-Raum einen halbstündigen Film über Hesses Zeit in Montagnola ansehen, die Vertonung basiert auf seinem Buch „Klingsors letzter Sommer“. Neben dem Videoraum ein kleiner Garten, ein guter Leseplatz, auch geeignet um die hauseigene Schildkröte namens „Knulp“ zu beobachten.

Museumshof im UG, Foto: Rainer Schoder
Museumshof im UG, Foto: Rainer Schoder

Nach dem Besuch der Ausstellung: Die Casa Camuzzi, ein schlossartiger Bau, in dem Hesse lange Zeit wohnte, gleich neben dem Museum, ist leider nicht zu besichtigen, alles privat! Ansonsten ist nicht viel los in dem kleinen Örtchen Montagnola. Die Neubauten, überwiegend terrassiert den Berghängen angepasst, werden von den wohlhabenden „Zuzüglern“ vor Einblicken und Touristen geschützt und erschweren damit den Blick des Besuchers in die Landschaft und Richtung Luganer See. Für eine Erholungspause nach dem Museumsbesuch bietet sich das Café Boccadoro, gleich um die Ecke, Richtung Parkplatz, an.

Casa Camuzzi, Rechts, Foto: Rainer Schoder
Casa Camuzzi, Rechts, Foto: Rainer Schoder

„1919 siedelt Hesse ohne seine Familie nach Montagnola im Tessin über, wo er den Rest seines Lebens verbringt. 1922 erscheint der Roman „Siddharta“. 1923 erhält Hesse die schweizerische Staatsbürgerschaft und lässt sich von seiner Frau Maria scheiden. Schon ein Jahr später, 1924, heiratet Hesse Ruth Wenger, diese Verbindung wird 1927 geschieden. 1926 wird Hesse in die Preußische Akademie der Künste gewählt und vier Jahre später erscheint der Roman „Narziß und Goldmund“ in dem er die Zerrissenheit zwischen individuellem Rebellionsdrang und dem Zwang zu spießbürgerlicher Anpassung schildert. Nach der Heirat mit der Kunsthistorikerin Ninon Dolbin (geb. Ausländer)1931, beginnt Hesse mit der Arbeit am „Glasperlenspiel“. In diesem Jahr tritt Hesse, aus politischen Gründen, aus der Preußischen Akademie der Künste aus.“

Ein Zitat aus dem Lebenslauf von Hermann Hesse von Albrecht Frenz

Museum Hermann Hesse
Torre Camuzzi
Ra Cürta 2
6926 Montagnola
Schweiz

T. +41 91 993 37 70
info@hessemontagnola.ch

Öffnungszeiten:
März–Oktober täglich 10.30-17.30
November – Februar   Samstag und Sonntag 10.30-17.30

Über den Autor: Rainer Schoder
Geboren und erste Schuljahre in Berlin
Gymnasium und Studium (TUM, Architektur) in München
Architekt in München
Mittlerweile im Ruhestand, zeitweise in Frankreich lebend.
Seit 35 Jahren fast jedes Jahr in Indien, vor allem Südindien, unterwegs.
Viele Fotos, Zeichnungen und Aquarelle von Tänzerinnen, Sadhus, Tempelanlagen etc. haben sich über die Jahre angehäuft.
Lieblingsthema: Gesichter Indiens.
Einige Ausstellungen zu Indien:
Im Hermann Hesse Museum in Calw
Im Rathaus in Stuttgart
Im Völkerkundemuseum in Dresden
etc.

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