Sanchi-Tor vor dem Humbold-Forum_Skizze Rainer Schoder

Das Sanchi-Tor vor dem Humboldt-Forum in Berlin

Ein Stück Indien für Berlin: Vor dem Humboldt-Forum in Berlin sind die Arbeiten an der Aufstellung des 12m hohen Sanchi-Tores, einer Replik des Haupttores in Sanchi — des Zuganges zum buddhistischen „Großen Stupa“ — abgeschlossen.

Statt eines „winterlichen Fotos“, hier eine Skizze des indisches Tores vor dem preußischen Humboldt-Forum, in dem das Museum für asiatische Kunst seine neue Heimat gefunden hat.

INDIEN aktuell schreibt dazu:
Sanchi ist eine Ortschaft im indischen Bundesstaat Madhya Pradesh. Sie liegt etwa 46 km nordwestlich der Stadt Bhopal. Bekannt ist Sanchi vor allem wegen der teilweise aus dem 3. Jh. vor Chr. stammenden buddhistischen Stupas. Sie gehören zu den ältesten noch erhaltenen Bauwerken dieser Art und sind seit 1989 auf der Liste des Weltkulturerbes, die von der UNESCO geführt wird …..“

Vor dem alten „indischen Museum“, in Dahlem, stand ebenfalls dieses Tor, jedoch als Abguss, nicht als eigenständiges Werk.

Zur Vorgeschichte, also zur Erstellung und Errichtung des Tores vor dem Humboldt-Forum – über die Herkunft des verwendeten Steines, die Beteiligung indischer Steinmetze – berichtet der „Preußische Kulturbesitz.

Steinmetzarbeit-Ausstellung 01_Rainer Schoder
Steinmetzarbeit-Ausstellung Foto: Rainer Schoder
Steinmetzarbeit-Ausstellung Foto: Rainer Schoder
Steinmetzarbeit-Ausstellung Foto: Rainer Schoder

An der Erstellung und Aufstellung von Steinmetzwerken hat sich in Indien in den letzten knapp 2000 Jahren, seit der Errichtung des „Großen Stupa“, an der Arbeit der Steinmetze wenig verändert. Zwar werden für die Grobarbeiten mittlerweile Flex und Bohrmaschine statt Hammer und Meißel benutzt, für die Feinbearbeitung sind letztere jedoch nach wie vor notwendig.
Auch die Auftragslage scheint unverändert gut zu sein: Das Geschäft mit klassischen Steinskulpturen, Tempel-Elementen und auch „modernen“ Skulpturen scheint gut zu laufen.
Das beste Beispiel dafür ist das ehemalige Fischerdorf Mahabalipuram, circa 60 km südlich von Chennai (Tamil Nadu). Noch vor 20 Jahren war das Ortszentrum vom Klopfgeräusch der Steinmetzbetriebe erfüllt. Mittlerweile hat der zunehmende Tourismus – vor allem von indischen Kurzurlaubern aus Bengaluru und Chennai – die Steinmetzwerkstätten an den Ortsrand verdrängt. Dort, entlang der Ausfallstraßen, reihen sich jetzt die Werkstätten und die ausgestellten Werke in beeindruckender Größe und Anzahl.

Hier sind die ersten Schritte zur Entstehung eines Elefanten aus einem großen Steinblock zu sehen.

Steinmetzarbeit, ein Steinblock, der Elrfant wird Foto: Rainer Schoder
Steinmetzarbeit, ein Steinblock, der ein Elefant wird. Foto: Rainer Schoder

So sieht dann der „Elefanten-Rohling“ nach der Behandlung mit der Flex aus.
Die Feinbearbeitung erfolgt dann per Hammer und Meißel.

Steinmetzarbeit, Elefanten-Rohling Foto:Rainer Schoder
Steinmetzarbeit, Elefanten-Rohling Foto:Rainer Schoder

Wir haben eine dieser großen Steinmetzwerkstätten besucht, die von dem italienischen Bildhauer Stefano Beccari geführt wird. Er erklärt uns, dass der in Mahabalipuram verarbeitete Granit für die Bearbeitung besonders geeignet ist, da er besonders feinkörnig, und sich damit für die Detailbearbeitung entsprechend gut eignet. Der italienische Granit könne nicht so fein bearbeitet werden, aber dafür gibt es den weltbekannten Marmor, nur 17 km von seinem Heimatort Pietrasanta entfernt, in Carrara.

THE HINDU schreibt zu Stefano Beccari: „In Italy, there is a little town called Pietrasanta, also know as City of Art. Having been a participant and a witness to the formation of this art village, Stefano Beccari, a sculptor, today, dreams of a similar village in Mahabalipuram ….“

Die Steinmetze, die an den Granitblöcken arbeiten, sollen Schutzmasken tragen, was sie aber meistens nicht tun. Als Ersatz ziehen sie ein Kopftuch über Mund und Nase. Ein zweifelhafter Ersatz, da der Granitstaub ohne Maske in die Lunge gelangen kann, dort bleibt und langfristig zu Krebserkrankungen führt. Aber wer würde bei 35 Grad gerne eine Maske tragen?!

Steinmetzarbeiter mit Staubschutz-Tüchern Foto: Rainer Schoder
Steinmetzarbeiter mit Staubschutz-Tüchern Foto: Rainer Schoder

Wir verlassen Stefano Beccari, der gerade mit der Vorbereitung eines Bildhauer-Workshops beschäftigt ist. Es kommen 8 ausländische Künstler, die sich passende Steinblöcke aussuchen und dann bis zu 12 Wochen daran arbeiten werden.
Wir kehren in unser Strandhotel zurück.

Christiane Chevallier-Schoder & Rainer Schoder

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