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Blick auf Anandpur Sahib. Foto: Gurumustuk Singh

Indien entdecken: Punjab, Heimat der Sikhs

Blick auf Anandpur Sahib. Foto: Gurumustuk Singh

Der indische Bundesstaat Punjab gehört mit seinem fruchtbaren Ackerland zu den reichen Regionen Indiens. Die hier beheimatete Bhangra-Musik und die Religionsgemeinschaft der Sikhs verleiht Punjab eine charakteristische und sehr lebendige Kultur. Punjabs Hauptstadt Chandigarh ist eine sehr modern geplante Stadt und unterscheidet sich deutlich von anderen indischen Städten. Zum einen ist Chandigarh kurioserweise Hauptstadt zweier Bundesstaaten – Punjab und Haryana, an deren Grenze sie liegt. Zum anderen wurde die Stadt nach der Unabhängigkeitserklärung Indiens auf Wunsch Nehrus von dem Schweizer Architekten Le Corbusier geplant. Le Corbusier teilte die Stadt in Sektoren auf und entflocht die städtischen Funktionen zu entmischten Zonen, in denen entweder gewohnt, verkauft oder gearbeitet wird. Das grenzt für indische Verhältnisse an eine Revolution. Gut, die Bewohner Chandigarhs haben diese strenge Einteilung schnell wieder durchbrochen. Dennoch ist Chandigarh im Vergleich zu anderen indischen Städten sehr anders geblieben.

Um nun das Lebensgefühl und die Kultur Punjabs wirklich zu erfahren, sollte man jedoch nicht nur die Städte der Region besuchen, sondern auch die Einfachheit und den Charme des Landlebens erkunden. Folgend fünf stellen wir fünf beliebte Sehenswürdigkeiten Punjabs vor.

Amritsar

Gegründet wurde Amritsar im Jahr 1577 von Guru Ram Das, dem fünften Lehrmeister der Sikhs. Amritsar ist die spirituelle Hauptstadt der Sikhs. Ihren Namen, der „Heiliger Teich des Nektars“ bedeutet, hat sie von dem See, der den Goldenen Tempel umgibt. Dieser Goldene Tempel lockt jährlich viele Tausende Pilger aus aller Welt. Besonders faszinierend ist er in der Nacht, wenn seine beeindruckende rein goldene Kuppel von Scheinwerfern angestrahlt wird.

Die Grenze in Wagah

Tagtäglich findet in Wagah an der Grenze zwischen Indien und Pakistan eine Militärparade mit Fahnenappell statt, bei der sich beide Seiten versuchen gegenseitig zu übertrumpfen. Die ca. 45-minütige Zeremonie zeichnet sich durch eine selbst für militärische Verhältnisse völlig übertriebene und überspitzte Ritualisierung aus. Fanfaren erklingen und die Soldaten marschieren auf das Tor an der Grenze zu, das dann geöffnet wird, wenn sie direkt davor stehen. Die Zeremonie wird seit Jahren von Menschen aus allen Teilen der zerstrittenen Länder Indien und Pakistan sowie von ausländischen Touristen besucht und hat sich zu einem riesigen Spektakel entwickelt. Schlachtgesänge der Einheimischen feuern die Soldaten an. Im Übrigen ist der Grenzübergang in Wagah der einzige zwischen Punjab und der pakistanischen Provinz Lahore.

Kila Raipur

Nicht weit von Ludhiana entfernt liegt das kleine Dorf Kila Raipur, in dem jedes Jahr im Februar eine bäuerliche Olympiade stattfindet. Das Spektakel hat es inzwischen zu weltweiter Anerkennung gebracht. Hier treten Bullen, Kamele, Hunde, Maultiere und andere Tiere in einen hochprofessionellen Wettbewerb. Man muss das mit eigenen Augen gesehen haben, um es zu glauben. Hauptattraktion ist das Ochsenkarrenrennen, das den Adrenalinspiegel deutlich in die Höhe treibt. In jedem Fall sieht man hier einige wirklich ausgefallene Sportarten.

Patiala

In Patiala kann man die königliche Vergangenheit Punjabs erkunden. Einst war hier Indiens reichster Prinzenstaat. In Patiala erhält man Einblick in die glorreiche Geschichte des 18. und 19. Jahrhunderts in Punjab, besonders in die Geschichte der Malwa-Region. Üppige Palastbauten, Gärten und Parks warten hier auf Sie. Im Moti Bagh Palast gibt es eine exzellente Kunstgalerie. Imposant ist der vier Hektar umfassende Qila Mubarak Komplex mit seinen Palästen, dem inneren Fort und der Audienzhalle. Patiala ist auch für seine Salwars mit den weiten Beinen, den Pagdi (ein traditioneller Turban), Paranda (farbenfroher Haarschmuck für Frauen) und Juttis (traditionelle Lederschuhe zum Hineinschlüpfen) bekannt.

Anandpur Sahib

Das Dorf Anandpur Sahib liegt etwa zwei Stunden von Chandigarh entfernt. Seit Hunderten von Jahren ist es ein wichtiger Pilgerort der Sikhs und wird auch „Heilige Stadt der Glückseligkeit“ genannt. Hier hat die Sikh-Bruderschaft Khalsa ihren Ursprung. Direkt neben Anandpur Sahib liegt eine Festungsanlage aus dem 17. Jahrhundert und begrenzt wird der Ort von dem Fluss Sutlej und den Ausläufern des Himalayas. Diese malerische Umgebung und die historischen Gurdwaras (Tempel) machen den einzigartigen Reiz dieses Ortes aus. Dieser Anblick wird nur noch übertroffen von einem Besuch während einer der ausschweifenden Feste wie zu Baisaki (das Erntedankfest Mitte April) oder Hola Mohalla (immer zu Holi im März). Beim Hola Mohalla wird hier kein Farbpulver geworfen, sondern die furchtlosen Sikh-Kämpfer zeigen wilde Schaukämpfe mit Stöcken, Messern, Äxten und Schwertern.

Die meisten Touristen kennen in Punjab nur den Goldenen Tempeln von Amritsar. Doch wie Sie lesen konnten, ist diese – im Vergleich zu Rajasthan oder Goa – eher vernachlässigte Region Indiens durchaus eine Reise wert.

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