'Abyakto - Unsaid'

Zwei schwul/lesbische Filme beim Indischen Filmfestival

Europas größtes indisches Filmfestival packt zwei heiße Eisen an: Der wahre Gerichtsprozeß um eine lesbische Liebesgeschichte von Ismat Chughtai, der größten Erzählerin des Urdu im 20. Jahrhundert, steht im Mittelpunkt der Weltpremiere von Rahat Kazmis Spielfilm ‚Lihaaf – The Quilt‘ mit der brillanten Tannishtha Chatterjee. Und in ‚Abyakto – Unsaid‘ von Arjun Dutta erfährt der 22jährige Sohn Jahre nach dem Tode seines Vaters von dessen Homosexualität. In Gesprächen mit seiner Mutter und dem langjährigen Freund des Vaters nähert er sich langsam dem totgeschwiegenen Familiengeheimnis.

Das 16. Indische Filmfestival Stuttgart, das vom 17. bis 21. Juli gut 50 aktuelle Filme aus ganz Indien im Metropol Kino in der Bolzstraße auf die Leinwand bringt, zeigt ‚Lihaaf – The Quilt‘ am Sonntag, 21. Juli um 16.30 Uhr und ‚Abyakto – Unsaid‘ am Freitag, 19. Juli
um 16 Uhr.

Mit Spannung erwartet das Publikum die Weltpremiere von ‚Lihaaf – The Quilt‘. Mit dem Kinoerfolg ‚Zeit der Frauen‘ hat die Hauptdarstellerin Tannishtha Chatterjee vor drei Jahren die Herzen des Stuttgarter Festivalpublikums im Sturm erobert. Nun kehrt sie zurück in der Rolle der aufgeschlossenen Autorin Ismat Chughtai (1915 bis 1991), die als eine der größten Erzählerinnen des Urdu im 20. Jahrhundert gilt. Ihr wurde vorgeworfen, eine obszöne Kurzgeschichte geschrieben zu haben, in der es um eine erotische Beziehung zweier Frauen geht. In ‚Lihaaf – The Quilt‘ verwebt Regisseur Kazmi die beanstandete Geschichte ‚Lihaaf‘ mit der Gerichtsverhandlung, in der Moralapostel mit Fingern auf die Schriftstellerin zeigen. ‚Lihaaf‘ ist in Stuttgart als Abschlußfilm gesetzt.

‚Abyakto – Unsaid‘ sagt viel aus über den Umgang der indischen Gesellschaft mit dem Thema Homosexualität. Jahre nach dem Tod seines Vaters erfährt ein Sohn von dessen Verhältnis mit einem Mann. Das Tabuthema kommt zur Sprache als der junge Mann, der inzischen mit seiner Freundin in einer anderen Stadt lebt, seiner Mutter in einer Nachlassangelegenheit behilflich sein muss. Plötzlich bekommen viele seiner Erinnerungen eine ganz andere Bedeutung.

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