Zugreisen in Indien (2) – Ein Ticket reservieren

Wenn Sie in Indien mit der Bahn lange Strecken zurücklegen möchten, brauchen Sie ein Zugticket mit Platzreservierung – und das sollten Sie rechtzeitig buchen, denn die indischen Züge sind meistens sehr gut ausgebucht. Außerdem sind die Tickets so billig, dass sehr viele Fahrkarten einfach auf Verdacht gekauft werden (und später dann gar nicht genutzt werden), sodass ein Zug schnell ausgebucht sein kann. Dann erhalten Sie nur noch einen Wartelistenplatz. Aber dazu später mehr. Entspannter ist es in jedem Fall, wenn Ihre Buchung und Reservierung gleich von Anfang an bestätigt wird.

Zur Fahrkartenreservierung haben Sie mehrere Möglichkeiten: über ein Reisebüro, sicherlich die bequemste Variante, oder über den Online-Service von Cleartrip (http://www.cleartrip.com/trains), der sehr nutzerfreundlich ist, aber auch 1,8% des Ticketpreises an Gebühr verlangt. Der kleine Aufpreis lohnt sich, denn hier können Sie wenigstens mit Ihrer ausländischen Kreditkarte bezahlen und, falls Sie nur einen Wartelistenplatz haben, auch Ihren Reservierungsstatus überprüfen (mithilfe des PNR-Codes auf Ihrem Ticket). Denn die Buchung über den mobilen Online-Buchungsservice von Indian Railways (www.indianrail.gov.in) ist für Ausländer so gut wie unmöglich. Sie brauchen dafür eine Kreditkarte eines indischen Geldinstituts und eine indische Mobilfunknummer. Auf Indian Rail können Sie sich jedoch wenigstens über Zugfahrpläne, Zugnummern, die Zugklassen der jeweiligen Züge etc. informieren. Es ist durchaus ratsam, sich hier schon einmal vorab die Züge herauszusuchen, die für Sie in Frage kommen.

An einem Bahnhof an einen Schalter zu gehen, davon raten wir ab. Dafür müssten Sie mindestens zwei Stunden einplanen und da Sie ohnehin bis zu 60 Tage vorher buchen sollten – vor allem in der Hauptreisezeit November bis März –, ist diese Aktion ziemlich sinnlos, wenn Sie sich bereits in Indien befinden – es sei denn, Sie sind mehrere Monate dort unterwegs und haben sehr viel Zeit. Falls Sie jedoch Fragen haben oder eine Reservierung wegen eines Wartelistenplatzes bestätigt werden muss, müssen Sie doch zum Schalter – allerdings nicht zum normalen Schalter, sondern zu den in großen Bahnhöfen eigens für Touristen eingerichteten Tourist Bureaus. Auch hier muss man jedoch sehr viel Zeit mitbringen.

Was brauchen Sie für die Ticketbuchung?

Cleartrip scheint auf den ersten Blick eine einfache Buchungsmöglichkeit zu sein, aber es ist nicht schlecht, wenn man Details des gewünschten Zuges im Voraus weiß, also Zugname, Zugnummer, die Klassen, die es im Zug gibt, und die Haltestellen. Denn wenn es die gewünschte Klasse oder gar eine Direktverbindung zu Ihrem gewünschten Ziel nicht gibt, erhalten Sie lediglich eine Fehlermeldung. Man sollte also im Vorfeld wissen, welcher Zug wohin fährt, wo er hält, wo man umsteigen kann etc.

Sie brauchen außerdem eine gültige Kreditkarte und, falls Sie doch zum Schalter gehen wollen, Ihren Pass und ein Reservierungsformular (das man im Internet auf der Indian-Rail-Seite findet).

Noch zwei Hinweise: Wundern Sie sich nicht, in Indien bucht man nur die einfache Strecke. Das Konzept Hin- und Rückfahrticket in einem gibt es dort nicht. Und falls Sie das Pech hatten und nur auf die Warteliste gelangt sind: Stornierungen kommen sehr, sehr häufig vor, meist innerhalb der 24 Stunden vor der Abfahrt. Die besten Chancen, trotz Warteliste einen Platz zu ergattern, haben Sie, wenn Sie die Sleeper Class buchen. Hier gibt es die meisten Betten und daher auch die meisten Stornierungen.

Die anderen Artikel zu unserer Serie „Zugreisen in Indien“ finden Sie unter:
Teil 1: Einleitung
Teil 3: Die verschiedenen Klassen
Teil 4: Die Warteliste
Teil 5: Den Bahnsteig und das richtige Abteil finden
Teil 6: Tipps für lange Fahrten

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