Taj Mahal – höhere Eintrittspreise für längeren Aufenthalt

Gemäß einer neuen Regelung zahlen Touristen, die das Taj Mahal in Agra länger als drei Stunden besuchen möchten, nun auch mehr Eintrittsgeld. Bisher gab es einen einheitlichen Eintrittspreis: Wer wollte, konnte sich ab 30 Minuten vor Sonnenaufgang bis 30 Minuten vor Sonnenuntergang auf dem Gelände des Taj Mahal aufhalten.

Die Zeitbeschränkung hat einen schwerwiegenden Grund: Der indische Bundesstaat Uttar Pradesh, in dessen Zuständigkeitsbereich das Taj Mahal liegt, wurde vom Obersten Gerichtshof in Indien ermahnt, sich besser um den Erhalt dieses UNESCO Weltkulturerbes zu kümmern. Das Taj Mahal gehört in die oberste Liga aller Sehenswürdigkeiten weltweit und ist das beliebteste Touristenziel in Indien. Entsprechend hoch sind die Besucherzahlen. Die Beschränkung auf drei Stunden Aufenthalt und maximal 40.000 Besucher pro Tag wurde eigentlich bereits Anfang 2018 von der Archaeological Survey of India (ASI) und Repräsentanten des Distrikts Agra beschlossen (siehe auch unseren Artikel Einschränkungen beim Besuch des Taj Mahal vom 4. Januar 2018 – https://www.indienaktuell.de/magazin/tourismus/einschraenkungen-besuch-taj-mahal-agra-689875 ). Nach einer Untersuchung der Monumente des Komplexes hatte das National Environment Engineering and Research Institut (NEERI) diese Beschränkungen empfohlen. Bis dahin wurden im Taj Mahal Komplex zu Spitzenzeiten bis zu 70.000 Besucher pro Tag gezählt. Dieser Ansturm belastet das Weltkulturerbe zu sehr.

Taj Mahal, Foto: Indisches Fremdenverkehrsamt
Taj Mahal, Foto: Indisches Fremdenverkehrsamt

Um den unerlaubten Zutritt zum Gelände besser unterbinden zu können, wurden außerdem sieben Drehkreuztüren an den beiden Eingangsbereichen im Osten und Westen des Taj Mahal installiert. Um hier hindurchzukommen, braucht man einen Eintritts-Token, der, wenn man länger als drei Stunden auf dem Gelände ist, am Ausgang wiederaufgeladen werden muss.

Eine Umfrage bei Touristen vor Ort ergab, dass die meisten über die neuen Regelungen bestürzt sind und einwenden, dass dies negative Auswirkungen auf den Tourismus haben werde. Das Zeitfenster sei zu klein und der Preis zu hoch. Eine amerikanische Touristin beschwerte sich, dass Ausländer zehnmal so viel bezahlen wie indische Bürger. Da könnte man auch erwarten, dass man länger bleiben darf.

Es ist nie leicht, alle Interessensgruppen unter einen Hut zu bekommen. Doch eines ist sicher: Es sollte alles getan werden, um dieses wunderbare Monument Taj Mahal so gut wie möglich zu erhalten.

Kommentar verfassen

Scroll to Top