Raus aus dem Belanglosen – Meditationsreisen im Land des Buddhismus

Wie sich einst Siddhartha Gautama, der spätere Buddha, zurückzog, um Erleuchtung zu finden, wollen aktuell immer mehr Menschen aus dem Trott von Arbeit und Konsum ausbrechen und sich besinnen. Indien, das Geburtsland des Buddhismus, bietet sich dazu besonders an, Meditation wird im ganzen Land praktiziert. Zahlreiche Klöster und Meditationszentren stellen sich auf das wachsende Bedürfnis ein und bieten tages- und wochenfüllende Seminare zu buddhistischer Philosophie und Meditation – eine Übersicht.

Askese in indischen Klöstern

Eine einzigartige Erfahrung verspricht ein Aufenthalt im Kloster: In spiritueller Atmosphäre erleben Gäste aus aller Welt den Alltag der Mönche und Nonnen. In Kursen im Thai-Tempel in Sarnath nahe Varanasi können Anfänger und Erfahrene in einwöchigen Kursen Vipassana-Meditation erlernen, die Buddha selbst praktizierte. Die Sitz-, Geh-, Steh- und Erholungsmeditationen werden ergänzt durch Gespräche mit Lehrern. Im Choe Khor Sum Ling-Zentrum in Bangalore im Süden des Landes steht die Vipassana- und Samadhi- Meditation im Zentrum. Zusätzlich werden Hintergründe der Praxis und der Stufen der Erleuchtung gelehrt sowie philosophische Texte diskutiert.

Am Rande des Himalaya bietet das buddhistische Zentrum Tushita in zehntägigen Kursen Meditation in der tibetischen Mahayana-Tradition. Der Tempel liegt im Distrikt Dharamsala, der Residenz des Dalai Lama. Der straffe Tagesablauf beinhaltet Kurse zur buddhistischen Lehre, Meditationspraktiken, Diskussionsgruppen und Dehnübungen. Für Durchreisende gibt es sogenannte Drop-in Sessions, auch längere Aufenthalte über Monate sind möglich.

Üppig ausgestattet sind in den Klöstern die buddhistischen Bibliotheken sowie die Meditationshallen, die zur freien Verfügung stehen. Die Zimmer dagegen sind einfach, die Verpflegung oft vegetarisch, die Regeln streng: Kommunikation mit der Außenwelt ist häufig tabu und der Aufenthalt schweigend zu verbringen. Möchte man eigene Regeln und zur Nacht etwas mehr Komfort, gibt es auch die Möglichkeit, sich außerhalb der Klostermauern ein Hotelzimmer anzumieten. Onlineportale wie lastminute.de bieten sich bei der Suche an, da hier sowohl luxuriöse Pauschalreisen als auch günstige Unterbringungen zu finden sind.

@ geralt (CC0-Lizenz)/ pixabay.com
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Meditationszentren

Sehr beliebt sind die zahlreich verbreiteten klosterähnlichen Meditationszentren, die Ashrams. In ruhiger und friedvoller Atmosphäre bieten sie Unterkunft und eine tägliche Routine aus Gebet, Meditation, Yoga, Atemübungen, spirituellen Gesängen und Gesprächen. In manchen Ashrams wird die Teilnahme am Programm vorausgesetzt, in anderen herrschen weniger strenge Regeln.

Von Oktober bis März bietet das Root Institute for Wisdom Culture im nordöstlichen Bundesstaat Bihar sieben- bis zehntägige Kurse zu tibetischem Buddhismus und Meditation. Nicht weit entfernt liegt der als Weltkulturerbe geschützte Mahabodhi-Tempel in Bodhgaya – ein einzigartiger Ort zum Meditieren.

An zahlreichen Orten im Land bietet die Vipassana International Academy zehntägige Kurse zur Vipassana-Meditation an. Selbst für Führungskräfte gibt es eigene Seminare. Weitere beliebte Anlaufstellen sind etwa Prasanthi Nilayam, der Ashram des 2011 verstorbenen Sai Baba, einem der meistverehrten indischen Gurus, sowie das Saccidananda Ashram, der von einem Benediktinermönch gegründet wurde.

Mit Pilgerreisen durchs Land

Wer mehr von Indien sehen möchte, bucht am besten eine Pilgerreise. Hier lassen sich Land, Leute und Lebenskultur kennenlernen. Bei vielen Reisen stehen die heilige Pilgerstadt Varanasi und der Taj Mahal auf dem Programm, mit täglichen spirituellen Übungen aus Meditation und Yoga.

Der Anbieter dhamma yatra etwa legt den Fokus auf die Meditationspraxis an besonderen Orten.  Angeboten wird etwa eine Tour von Lumbini, dem Geburtsort Buddhas, über Bodhgaya, dem Ort seiner Erleuchtung, Sarnath, dem Ort seiner ersten Lehrrede, bis nach Kushinagar, wo Buddha das Mahaparanirvana erreichte. Geschlafen wird hauptsächlich in Klöster- und Pilgerunterkünften. Auf einer Himalaya-Pilgerreise geht es von Delhi über Rudraprayag, Kedarnath, Badrinath und Rishikesh nach Haridwar. Es gibt zahlreiche ähnliche Angebote.

Mit Wellness zur Ruhe kommen

Soll es doch etwas mehr Luxus sein, bieten sich Wellness-Mediationen an. Der Reiseanbieter Healing-Travel etwa wirbt mit komfortabler Unterbringung, Besichtigungen und deutschsprachiger Reisebegleitung. Enthalten sind neben Meditation und Yoga auch Ayurveda-Therapie, Reinigungskuren und diverse Behandlungen. Genächtigt wird in den Gesundheitszentren der 4-Sterne-Kategorie in luxuriösen Superior Rooms, Suiten oder Villas.

Luxus der besonderen Art bietet auch das Resort Ananda im Himalaya, umgeben von Wald, mit direktem Blick auf das Ganges-Tal. Ananda verbindet traditionelle Ayurveda, Yoga und Vedanta mit Wellness und Fitness. Erfahrene Yogalehrer erstellen und gestalten individuelle Yoga- und Meditationsprogramme.

Ob in spiritueller Umgebung oder Fünf-Sterne-Unterkunft – der auf Meditationsreisen erlangte Seelenfrieden lässt sich wunderbar mit nachhause nehmen und kann dem Alltag neue Qualität, Energie und Harmonie verleihen.

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