Mumbai in 24 Stunden

Manchmal genügt ein voller Tag, um ein Gefühl für eine Stadt zu bekommen. Mumbai, Indiens vielleicht weltoffenste Stadt, die gern mit New York verglichen wird, wird wie New York die Stadt, die niemals schläft, genannt. In fast jedem Straßenzug ändert sich ihr Charakter, jedes Viertel erzählt seine eigene Geschichte. Hier werden Träume wahr – häufig verbunden mit Bollywood, dem weltweit bekanntesten Teil der boomenden indischen Filmindustrie – und hier zerplatzen sie auch. Die Stadt verlangt ihren Bürgern einiges ab.

Mumbai ist also die Stadt der Träume, aber auch die Stadt der Erinnerungen. Wenn Sie nach Mumbai kommen, sollten Sie fünf Dinge keinesfalls versäumen zu tun. Dann sind Sie schon ganz nah dran am Puls dieser faszinierenden Metropole.

Street Food

Street Food findet man in Mumbai an jeder Ecke. Foto: Marco Zanferrrari
Street Food findet man in Mumbai an jeder Ecke. Foto: Marco Zanferrrari

Mumbais Street Food ist legendär! In den Khau gaalis (Straßen mit einer Mindestanzahl an Street-Food-Ständen) bekommt man alle möglichen Snacks (chaat), traditionelle würzige Kartoffelbällchen (batata wada), Sandwiches und Milchshakes und vor allem sehr viele verschiedene regionale Snacks. Die Mumbaier lieben ihr Street Food – und zwar alle, egal welcher Einkommensklasse sie angehören. Wie hygienisch es bei den einzelnen Anbietern zugeht, können wir nicht beurteilen. Gehen Sie am besten dorthin, wo sehr viele Menschen Schlange stehen und essen Sie nur gut Durchgebratenes. Mit diesem Tipp im Hinterkopf habe ich alle Selbstversuche bisher schadlos überstanden. Und die Snacks sind sehr preiswert und wirklich lecker! Die meisten Schnellimbiss-Stände findet man in belebten Gegenden, in der Nähe von Colleges oder in der Gegend von Bahnhöfen. Straßenverkäufer gibt es z. B. im Finanzviertel Nariman Point oder am Chowpatty Beach. Gut sind z. B. Sardar’s Refreshments in der Nähe von Mumbais Central Station (166-A Tardeo Road Junction, Tulsiwadi, in der Nähe des Tardeo Busdepots), die Kebabs von Sarvi (184/196 Dimtimkar Road, gegenüber der Nagpada Polizeiwache, Byculla West), das Anand (gegenüber des Mithibai College, Gulmohar Road, Vile Parle West), das Elco Pani Puri Centre (2/A Elco Market, 46 Hill Road, Bandra West), die Chicken Tikka Rolls vom Bademiya (Tulloch Rd, Apollo Bunder, Colaba), Bhel Puris vom Sharmajee’s and Badshah’s (Chowpatty Beach) oder die doch ein bisschen teueren Krabben im Mahesh Lunch Home (8-B Cawasji Patel Street, Fort). Das ist nur eine kleine Auswahl. Es gibt tatsächlich unzählige.

Mit dem Zug fahren

Ein typischer Vorortzug in Mumbai, noch nicht ganz in der Rush Hour. Foto: Satish Krishnamurthy
Ein typischer Vorortzug in Mumbai, noch nicht ganz in der Rush Hour. Foto: Satish Krishnamurthy

Eine Fahrt mit einem der Züge in die Vororte Mumbais (und wieder zurück) sollte man sich ebenfalls nicht entgehen lassen. Das mag auf den ersten Blick nicht so verlockend klingen, aber das gehört zu Mumbai wie die Schwebebahn zu Wuppertal. Die Rush Hour meiden Sie besser. Die Züge sind auch sonst ziemlich gut gefüllt. Am besten fährt man am frühen Nachmittag.

Ein Heritage Walk

Ein kleiner Ausschnitt des Chhatrapati Shivaji Terminus. Foto: Leon Yaakov
Ein kleiner Ausschnitt des Chhatrapati Shivaji Terminus. Foto: Leon Yaakov

Es gibt einige Agenturen vor Ort, die sogenannte Heritage Walks – Stadtführungen, bei denen Ihnen die kulturellen Sehenswürdigkeiten gezeigt werden – anbieten. Bei diesen Führungen wird Ihnen z. B. der schöne alte Bahnhof Victoria Terminus (der heute Chhatrapati Shivaji Terminus heißt) oder das Gateway of India und das benachbarte Taj Mahal Palace Hotel und vieles mehr gezeigt. Es gibt Führungen z. B. durch das Viertel Fort mit seinen schönen alten Gebäuden oder durch Kala Ghoda, das Künstlerviertel.

Besuch auf dem Chor Bazaar

Antike Fotoapparate auf dem Chor Bazaar. Foto: Glenna Barlow
Antike Fotoapparate auf dem Chor Bazaar. Foto: Glenna Barlow

Der Chor Bazaar in der Nähe des Bhendi Bazaar in Süd-Mumbai ist einer der ältesten und größten Flohmärkte in Indien. Eigentlich hieß er Shor Bazaar, aber die Briten haben das falsch ausgesprochen und so heißt nun eben Chor Bazaar. In Hindi und Marathi heißt „chor“ Dieb. „shor“ dagegen heißt eigentlich laut. Aber da doch leider auch immer wieder gestohlene Waren ihren Weg auf diesen Markt finden, hat er seinen Namen nicht ganz zu unrecht. Laut einer Legende, die sich hartnäckig hält, findet man alles, was man je in Mumbai verloren hat, irgendwann auf dem Chor Bazaar wieder. Berühmt ist der Markt aber vor allem für seine antiken und traditionellen Waren.

Sonnenuntergang am Marine Drive

Sonnenuntergang am Marine Drive. Foto: Deven Dadbhawala
Nachts am Marine Drive. Foto: Deven Dadbhawala

Es ist ein bisschen klischeehaft, aber man kann nicht Mumbai besuchen, ohne einmal den Sonnenuntergang am Marine Drive erlebt zu haben. Das würden Inder jedenfalls nicht missen wollen. Dieser 3,5 km lange Boulevard mit einer breiten Promenade entlang der Küste in Süd-Mumbai verbindet Nariman Point mit Babulnath und Malabar Hill. Der Marine Drive wird auch die Halskette der Königin genannt, denn nachts, wenn alle Straßenlaternen brennen, sieht der Boulevard, der in einem Bogen entlang der Bucht verläuft, von oben aus einem der Hochhäuser, die ihn säumen, wie eine Perlenkette aus.

Natürlich hat Mumbai noch viel mehr zu bieten: Bars, Cafés und Restaurants, Shoppingmöglichkeiten und Bollywood, Museen und Elephanta Island und vieles vieles mehr.

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