© Foto: art of bicycle trips
© Foto: art of bicycle trips

Mit dem Fahrrad durch Indien – ein sicheres Abenteuer

Ob gemütlich oder sportlich, Indien hat für jeden Radurlauber etwas zur Auswahl parat. Sei es das farbenprächtige Rajasthan im Nordwesten, wo Wüsten und Wälder das Landschaftsbild prägen. Oder Kerala und Karnataka im Süden mit den jüngst von der UNESCO zum Weltnaturerbe gekürten Westghats, den weiten Stränden und klassischen Teeplantagen.

Indien ist riesig und kann daher das ganze Jahr hindurch beradelt werden. In den Sommermonaten geht es nach Ladakh und ins Spiti Tal im sogenannten Kleinen Himalaya. Im Herbst und Winter, wenn es bei uns mal wieder schneit und stürmt, kann man in Südindien bei angenehmen Temperaturen entlang sattgrüner Reis- und Zuckerrohrfeldern radeln, am Strand einen gegrillten Fisch essen und den erstaunlichen Geschichten lauschen, die die uralten Steinstatuen der Tempel erzählen.

Vom Dorfelefanten zur Seidenraupe

In Indien wird Kultur geliebt und Traditionen gelebt. Weit weg vom städtischen Chaos, in den unzähligen Dörfern Indiens, wird heute teilweise sogar noch Tauschwirtschaft betrieben, der heilige Dorfelefant morgens zum Waschplatz geführt und das Mehl fürs Mittagessen per Hand gemahlen.

Unterwegs kann man viel lernen. Da gibt es Überlebenskünstler wie den Friseur, der seinen winzigen Salon von 2×2 m am Straßenrand unterhält oder die Jaggery-Hütte, wo die Verwandlung von der Pflanze, über den Saft bis zum puren Rohrzucker präsentiert wird. Beim Seidenbauern erfährt man quasi im Vorbeifahren, wie Seide hergestellt wird, was später mit den Kokons der Seidenraupen passiert, wo die nächste Sari-Weberei ist usw. Ein kurzes Schwätzchen, ein Foto mit dem stolzen Fachmann und weiter geht’s.

Das Fahrrad verleiht eine gewisse Unabhängigkeit. Man kann es sich entspannt erlauben, dort anzuhalten, wo man möchte und Fragen stellen, wo sie auftauchen: Wie isst man „richtig“ ohne Messer und Gabel? Was ist das da für ein Gemüse? Warum wird dort musiziert?

Spannende Entspannung

Das Interesse ist groß, sich gegenseitig kennenzulernen. So wird es wahrscheinlich vorkommen, dass man von kichernden Kindern in bunten Schuluniformen auf der Strasse „Aunty“ (Tante) oder „Uncle“ (Onkel) gerufen wird, um dann weiter zu fragen: „Which country, Sir?“ Deutschland hat in Indien einen ausgezeichneten Ruf. Und so ist ein breites Lächeln mit dem typisch indischen Kopfschütteln ausreichend, um so manche Unterhaltungen zu führen.

Insider-Einblicke haben Vorfahrt

Um möglichst viel in möglichst kurzer Zeit von diesem unglaublichen Land aufzusaugen, jagen immer noch viele ambitionierte Urlauber von Top-Spot zu Must-See. Mit dieser Einstellung ist man vor allem im Urlaubsland Indien schnell überwältigt. Mit dem Fahrrad gestaltet sich das Ganze schon wesentlich entspannter und einprägsamer. Denn ohne die wesentlichen Attraktionen auszulassen, ist der Weg das Ziel. Autor: Ehlin Olufs

Für weitere Informationen besuchen die Webseite www.artofbicycletrips.com.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Scroll to Top