Wandern in Indiens unberührter Natur. Foto: Brian Chiu

Abenteuerreisen im Trend – Indien lockt mit Outdoor-Spaß

Abenteuerreisen in Indien werden immer populärer – und zwar sowohl bei ausländischen Touristen als auch bei der jungen, hippen indischen Bevölkerung. Die Auswahl an Outdoor-Aktivitäten in Indien ist wegen der Vielfalt des Landes ungeheuer groß. Ob hoch oben in der Luft oder tief unter Wasser, ob im kalten Schnee oder in der heißen Wüste, ob im dichten Dschungel oder auf den kargen Hochebenen im Himalaya – für den Aktivurlaub in Indien ist für nahezu jeden Geschmack etwas dabei. Zehn Varianten haben wir für Sie ausgewählt.

Wandern und Bergsteigen

Wandern rund um Dharamsala (Himachal Pradesh). Foto: Rignam Wangkhang
Wandern rund um Dharamsala (Himachal Pradesh). Foto: Rignam Wangkhang

Schneebedeckte Sieben- und Achttausender und eine nahezu unberührte Wildnis machen den Norden Indiens, den Himalaya sehr interessant für Hochgebirgswanderer und Bergsteiger. Die verschiedenen Wanderrouten reichen von einfach für den durchschnittlichen Wanderfreund bis schwierig, für Menschen, die Herausforderungen suchen. Es gibt kurze Rundwanderwege, aber auch lange Trekking-Routen. Die Auswahlmöglichkeiten sind schier unendlich. Zu diesen vielen Möglichkeiten gehört z. B. die äußerst anspruchsvolle, aber atemberaubend schöne 22-tägige Wanderung entlang des zugefrorenen Zanskar-Flusses in Ladakh, der sogenannte Chadar Ice Trek (Reisezeit: Anfang Januar bis Ende Februar), oder eine bezaubernde Wanderung durch das Tal der Blumen (Anfang Juni bis Ende September; beste Reisezeit: Mitte Juli bis Mitte August, wenn alles blüht). Anbieter für solche Touren gibt es reichlich (auch hier bei uns auf dem Marktplatz unter Reiseanbieter finden Sie einige).

Wenig frequentierte Naturwanderwege finden Sie auch in Uttarkhand, z. B. bei einer Wanderung in das kleine Dorf Kalap in der Region Garhwal. Kalap liegt auf 6.850 Meter Höhe, ist weder über Straße oder Schiene erreichbar und somit vom Massentourismus gänzlich unberührt.

Weitere Vorschläge für Wanderrouten in der schönen Himalaya-Region finden Sie hier: Trekking in Nordindien oder Trekking im Sandhan Valley.

Wildwasser-Rafting

Wildwasser-Rafting in Coorg (Karnataka). Foto: Philip Larson
Wildwasser-Rafting in Coorg (Karnataka). Foto: Philip Larson

Eine weitere, mit Sicherheit noch aufregendere Art und Weise, sich durch Indiens wilde, malerische Bergwelt zu begeben, sind Wildwasserfahrten, die im übrigen nicht nur im Himalaya, sondern auch auf vielen Flüssen in den Mittelgebirgen Indiens angeboten werden. Hier kann man z. B. in rasender Fahrt über die Stromschnellen des heiligen Ganges hinunterfahren und abends am Fluss kampieren. Auch Wildwasser-Kajakfahren wird geboten, aber das ist wirklich nur etwas für Könner. Die besten Locations für solche Touren liegen in Ladahk, Himachal Pradesh, Uttarkhand (hier vor allem: Rishikesh) und Sikkim, aber auch in Karnataka, Maharashtra und Goa. Beste Reisezeit für Wildwassertouren ist natürlich der Monsun, denn dann führen die Flüsse das meiste Wasser. Wer nur zusehen möchte, kann Asiens größtes Wildwasser-Kajakturnier auf dem Fluss Malabar in Kerala besuchen (siehe auch: Malabar River Festival).

Heli-Skiing

Snowboarden in Gulmarg (Jammu & Kashmir). Foto: Sailing Nomad
Snowboarden in Gulmarg (Jammu & Kashmir). Foto: Sailing Nomad

Skifahren im Himalaya wird immer beliebter, auch wenn die Infrastruktur noch lange nicht an die gut ausgebauten Alpen-Skiorte heranreicht. Dafür ist Skifahren und Snowboarden im Himalaya aber auch noch etwas ganz Besonders. Für den ultimativen Kick – sozusagen Skifahren auf gehobenem Niveau – kann man mittlerweile Heli-Skitouren in unzugängliche Regionen buchen. Ein Hubschrauber bringt die Abenteurer in Gelände, die sie sonst nicht erreichen könnten – und ab geht die rasante Fahrt durch unberührten Schnee. Das ist allerdings ein Vergnügen nicht nur ausschließlich für Könner, sondern auch für Leute mit gut gefülltem Konto, denn die Heli-Skitouren sind sehr teuer. Angeboten werden solche Touren von Himalayan Heli Adventures, die in Manali (Himachal Pradesh) und Srinagar (Kashmir) Geschäftsstandorte haben. Saison ist von Januar bis April.

Motorrad-Touren

Motorradtour im Himalaya. Foto: Prabhu B. Doss
Motorradtour im Himalaya. Foto: Prabhu B. Doss

Mit dem Motorrad durch Indien zu fahren, ist ein besonderes Erlebnis (siehe auch unseren Bericht: Abenteuerreisen mit dem Motorrad durch Indien). Man kann sich den warmen Wind um die Nase wehen lassen und gelangt auch zu Orten, die nicht unbedingt leicht zu erreichen sind. Am schönsten sind die Touren in der Himalaya-Region, in Südindien oder durch Rajasthan. In der ersten Oktoberwoche findet alljährlich ein ganz besonderes Motorsportevent statt: The Raid de Himalaya, ein extremer Ausdauertest, bei dem mit Motorrädern und Quads innerhalb einer Woche von Shimla nach Leh gefahren wird.

Mountainbike Touren

Radtour in Karnataka. Foto: Abhijit Shylanath
Radtour in Karnataka. Foto: Abhijit Shylanath

Wer – ganz umweltfreundlich – lieber auf die Kraft seiner Muskeln vertraut, kann ein Fahrradtour ins Auge fassen. Die angebotenen Touren führen meist auf Nebenstraßen oder gar durchs Gelände durch eine friedvolle Natur. Indien ist insgesamt ziemlich bergig, sodass sich die Routen im Schwierigkeitsgrad sehr unterscheiden. Denn man kann wählen, ob man z. B. in Goa oder Kerala eine einigermaßen flache Küstentour unternimmt oder sich in die dünne Hochgebirgsluft im Himalaya wagt. Für Mountainbiker wird eine breite Auswahl an aufregenden Routen geboten. Sie können eine geführte Tour buchen oder sich allein auf die Reise machen. Für ganz besonders sportlich Motivierte findet im September/Oktober auch ein Rennen statt, an dem Sie teilnehmen könnten. Beim Himachal Mountain Trail Biking kann man sich in einem elftägigen Rennen, einer Rundtour, die in Shimla startet und endet, mit anderen Radprofis messen.

Lesen Sie auch unseren Artikel „Mit dem Fahrrad durch Indien – ein sicheres Abenteuer“.

Kamel-Safaris

Mit dem Kamel durch die Wüste Thar (Rajasthan). Foto: Dan Searle
Mit dem Kamel durch die Wüste Thar (Rajasthan). Foto: Dan Searle

Auf dem wiegenden Rücken eines Kamels gemächlich über vom Wind aufgeworfen Dünen zu ziehen und unter einem unglaublichen Sternenhimmel in der Wüste zu kampieren, gehört zu den meditativsten Unternehmungen, die man im Bereich Abenteuertourismus in Indien unternehmen kann. Auf diesen Safaris lernt man zudem das karge Leben der Wüstenbewohner kennen. Als Ausgangspunkt für solche Touren sind die Städte Jaisalmer und Bikaner in Rajasthan gut geeignet. Von hier aus werden Ausflüge in die Wüste Thar geboten. Man kann aber auch rund um Leh in Ladakh Kamelsafaris in die alpinen Wüsten, vor allem im Nubra-Tal, buchen. Und wer das ganz Besondere liebt, unternimmt eine Yak-Safari durch das Spiti-Tal in Himachal Pradesh. Lesen Sie auch „Rajasthan: Auf dem Kamel durch die Wüste

Paragliding

Paragliding in Maharashtra. Foto: Mark Shann
Paragliding in Maharashtra. Foto: Mark Shann

Fliegen wie ein Vogel – das ist das Gefühl beim Paragliding! In Indien werden sogar Tandemflüge geboten; es gibt einige Anbieter hierfür in Indien. Anfänger können auch Kurse zum Erlernen von Paragliding buchen. Besonders schön sind diese Flüge im Distrikt Kangra in Himachal Pradesh oder z. B. in Kamshet in Maharashtra, das zwischen Pune und Mumbai liegt. (Siehe auch „Maharashtra für Abenteurer“).

Heißluftballon-Fahren

Die Westghats bei Lonavala (Foto: Ravinder Singh Gill) und oben links der Start eines Skywaltz Heißluftballons.
Die Westghats bei Lonavala (Foto: Ravinder Singh Gill) und oben links der Start eines Skywaltz Heißluftballons.

Fahrten in Heißluftballons werden in Indien erst seit relativ kurze Zeit geboten, aber sie werden immer beliebter und damit steigt das Angebot derzeit rasant an. Inzwischen kann man z. B. über Jaipur, Puskhar oder den Ranthambore Nationalpark, über Delhi oder Manali (Himachal Pradesh) fliegen. Man erfährt so Indien aus einer völlig neuen Perspektive und hat von oben einen guten Blick auf die Szenerie am Boden, seien es die Menschenmengen in den Städten, die schöne Natur oder interessante Bauwerke. Weitere Informationen erhalten Sie unter „Indien von oben – Ausflüge im Heißluftballon“.

Tauchen

In klarem Wasser auf den Lakkadiven. Foto: Thejas
In klarem Wasser auf den Lakkadiven. Foto: Thejas

Tausende Kilometer Küste nennt Indien sein eigen. Kilometerlange Sandstrände laden zum Sonnenbaden ein. Sandstrände sind allerdings nicht das bevorzugte Gebiet von Tauchern; die Sicht ist zu schlecht. Dennoch gibt es in Indien durchaus Tauchangebote für Ausflüge zu kleinen Inseln oder Riffen, z. B. in Goa oder Maharashtra. Und es gibt zwei sehr schöne Tauchziele: die Andamanen und vor allem die Lakkadiven, die – nördlich der Malediven gelegen – eine ähnliche Meeresflora und -fauna wie diese aufweisen, aber weitaus unberührter sind, weil Indien den Tourismus auf die Lakkadiven stark reglementiert hat. Dort ist das Meer sehr klar, die Unterwassersicht äußerst gut und die Riffe intakt. Die gehobenen Preise lohnen sich, wenn man etwas Besonderes will.

Weitere Wassersportarten

Wassersport in Goa. Foto: Nilesh
Wassersport in Goa. Foto: Nilesh

Auch Funsportarten werden an Indiens Stränden geboten. Mit dem Banana Boat oder Jetski über die Wellen flitzen, Wasserski fahren, Windsurfen oder Parasailing sind schon seit Jahren beliebte Wassersportarten an Indiens Stränden. Neu hinzugekommen ist Kitesurfing – inklusive Kursen in dieser aufregenden Sportart – und mancherorts auch Surfen. Vor allem Goa ist ganz weit vorn, wenn es um Wassersportarten an den schönen Stränden in Goa geht.

Wenn Sie sich weiter über die Strände Indiens informieren möchten, haben wir hier eine kleine Auswahl für Sie:

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