Indien hat nur schwierige Nachbarn – Eine Momentaufnahme

Indien gilt als die politische Führungsmacht in Südasien. Damit hat Indien viel zu tun, da in allen direkten Nachbarstaaten und einer Reihe Ländern in der zweiten Reihe erhebliche Probleme bestehen.

Erzfeind Pakistan kämpft seit Jahren um seinen eigenen Bestand. Indien befürchtet, dass die Atommacht in Anarchie versinken könnte. Außerdem paktiert Pakistan mit China und den afghanischen Taliban.

Im Himalaya grenzt Indien an mehreren Stellen an China, das immer wieder seine Überlegenheit gegenüber Indien demonstriert und Indiens Nordgrenzen nicht akzeptiert. Indien fühlt sich zudem von chinesischen Häfen und Stützpunkten im Indischen Ozean umzingelt.

Das ehemalige Königreich Nepal entgleitet Indiens Einsfluss, seitdem Nepals Maoisten an der Macht im Himalayastaat beteiligt sind. Auch hier hat China seine Stellung ausgebaut.

Myanmar im Osten befindet sich im innenpolitischen Umbruch mit ungewissem Ausgang. Bedenklich sind die Flüchtlingsbewegungen von muslimischen Minderheiten aus dem ehemaligen Burma. Auch in Myanmar konkurrieren Indien und China um Einfluss.

Gegenüber Bangladesch gibt es ein Wohlstandsgefälle. Indien versucht sich mit Grenzzäunen vor Wirtschaftflüchtlingen aus Bangladesch abzuschirmen. Was passieren könnte, wenn ein Drittel von Bangladesch aufgrund der Erderwärmung im Meer versänke, möchte sich in Indien niemand vorstellen.

In Sri Lanka, dem Inselstaat im Süden Indiens, herrscht zwar zzt. kein heißer Bürgerkrieg mehr, aber der ethnische Konflikt zwischen der Mehrheitsbevölkerung der Singalesen und der Minderheit der Tamilen ist nicht bereinigt und kann irgendwann wieder ausbrechen.

Selbst im Urlaubsparadies der Malediven herrscht Unruhe. Für Indien bedeutet Außenpolitik gegenüber seinen direkten Nachbarn Schwerstarbeit. Die diplomatischen Beziehungen zu fernen Ländern wie Deutschland sind da manchmal viel einfacher.

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