Auf dem Bild sehen Sie Prof. Dr. Torsten Kühlmann (li.), Co-Initiator des GIRT Oberfranken, Martin Wörlein (2. v. li.), Partner und Leiter ‚Beratung Indien & Südasien‘ Rödl & Partner, Juhi Gera (3. v. li.), Steuerberaterin Rödl & Partner in Neu-Delhi, Indien, Dr. Michael Braun (3. v. re.), Niederlassungsleiter Rödl & Partner in Hof, Ute Coenen (2. v. re.), Niederlassungsleiterin Rödl & Partner in Hof, sowie Prof. Dr. Stefan Wengler (re.), Co-Initiator des GIRT Oberfranken.

Indische Behörden – eine Black Box?

Das zweite Treffen des „German Indian Round Table Oberfranken“ (GIRT) fand am 7. Mai 2019 bei Rödl & Partner in Hof statt. Die knapp 30 Unternehmensvertreter widmeten sich dabei einem der größten Mysterien aus Sicht deutscher Unternehmen – der Funktionsweise indischer Behörden.

Rödl & Partner, bereits seit vielen Jahren mit eigenen Mitarbeitern und Büros erfolgreich auf dem indischen Markt vertreten, lud Anfang Mai die Mitglieder des GIRT Oberfranken nach Hof ein. Aufgrund der eigenen Expertise im Umgang mit Behörden, insbesondere mit Steuerbehörden, erklärte sich ein deutsch-indisches Referenten-Duo von Rödl & Partner bereit, über ihre Erfahrungen zu berichten.

Nach einer kurzen Begrüßung durch Ute Coenen, Niederlassungsleiterin Rödl & Partner Hof, führten Juhi Gera, indische Steuerberaterin am Standort Neu-Delhi, und Martin Wörlein, Partner und Leiter ‚Beratung Indien & Südasien‘ von Rödl & Partner, in ihrem Vortrag die Teilnehmer des GIRT Oberfranken in die Welt und Funktionsweisen indischer Behörden ein. Aus ihrer Sicht arbeitet der indische Verwaltungsapparat mittlerweile sehr professionell und verfügt über viele, gut ausgebildete Spezialisten. Bei der Zusammenarbeit mit indischen Behörden plädierten beide Experten für mehr Verständnis für die Verwaltungsbeamten: Ähnlich wie in Deutschland möchten auch die meisten indischen Beamten ihren Job einfach nur gut machen. Aufgrund der langen indischen Tradition, Steuerzahlungen an den indischen Staat (meist mit unlauteren Mitteln) zu vermeiden, sind die indischen Beamten jedoch besonders kritisch und vermuten grundsätzlich hinter jedem unverständlichen oder fehlenden Beleg einen Betrugsversuch. Entsprechend wichtig sei es, alle Unterlagen vollständig und rechtzeitig einzureichen. Dies passiert in den letzten Jahren verstärkt digital, um in erster Linie für mehr Bearbeitungstransparenz zu sorgen und den direkten Kontakt zwischen Beamten und Unternehmen zu minimieren. Schmiergeldzahlungen, wie diese jahrzehntelang gängige Praxis bei Behörden waren, sollten unter allen Umständen vermieden bzw. Aufforderungen indischer Beamter zu Schmiergeldzahlungen bei den entsprechenden Stellen angezeigt werden. Mittlerweile greift der indische Staat beim Thema Korruption verstärkt durch und es kommt regelmäßig zu Festnahmen indischer Verwaltungsbeamter.

Wie nicht anders zu erwarten war, wurde die Diskussion im Anschluss an den Vortrag erneut lebhaft geführt und bei einem gemeinsamen Imbiss in freundschaftlicher Atmosphäre fortgesetzt. Das nächste GIRT-Meeting findet am 12. November 2019 in Zusammenarbeit mit der IHK für Oberfranken Bayreuth beim IGZ in Bamberg statt.



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