Sonntag, 22. April 2018
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© Foto: Hamburger Hafen
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Hamburg und Indien – wirtschaftlich eng verflochten

Hamburg ist eine Hafenstadt und der Warenverkehr zwischen der Hansestadt und dem Subkontinent lässt sich an der Zahl der Container gut ablesen. Der Hamburger Hafen dokumentierte 2012 ein Volumen von 276.259 TEU beim Containerumschlag. Das waren rund viermal so viele wie noch 2003.

2012 wurden Güter im Wert von rund 1,3 Milliarden Euro allein zwischen Hamburg und Indien gehandelt, das Hinterland, den Rest von Deutschland, nicht mitgerechnet. Dabei handelt es sich nur um die rein physischen Waren. Die Dienstleistungen wie IT-Services und Ingenieursdienste kommen noch hinzu, tauchen aber in den Handelsstatistiken nicht auf.

Ohne die Flugzeuge von Airbus würde Hamburg nur die Hälfte an Industriegütern nach Indien verkaufen. Ein Flugzeug mehr oder weniger schlägt sich immer sichtbar in der Handelsbilanz zwischen Hamburg und Indien nieder. Und, wer hätte das gedacht, Hamburg liefert Düngemittel nach Indien. Da Hamburg zwar auch eine Industriestadt, aber vorrangig eine Handels- und Dienstleistungsmetropole ist, nehmen die Hamburger Maschinen, elektrotechnischen Erzeugnisse und andere Industriegüter einen eher bescheideneren Anteil in der Handelsstatistik ein als in industriellen Flächenländern wie NRW, Bayern oder Baden-Württemberg.

Auch beim Import aus Indien offenbart Hamburg seinen Charakter als Zwischenhändler und Weiterverarbeiter. Lebensmittel und Bekleidungen werden von Hamburger Handelsfirmen eingeführt und in ganz Deutschland z.B. über den Versandhandel weiter- verkauft.

40 indische Unternehmen soll es in Hamburg geben und 90 Hamburger Firmen haben eine Dependance oder Produktionsstätte in Indien. Dass die Hamburger Stahlwerke und REpower inzwischen indische Eigner haben, dürfte den meisten bekannt sein. Unter den indischen Dienstleistern in Hamburg sind klassische IT-Firmen wie TATA Consultancy Services oder auch Mahindra-Satyam vertreten, deren Hamburger Ingenieure bei Airbus eine wichtige Rolle in der Entwicklungsarbeit spielen. Umgekehrt versuchen sich auch Hamburger Mediendienstleiter in Indien. Springer zum Beispiel hat den Sprung nach Indien gewagt, in ein Land, in dem die Printmedien immer noch auf dem Vormarsch sind und jede Zeitung statistisch von zehn Lesern gelesen wird.

Auf der India Week Hamburg 2013 finden eine Reihe Veranstaltungen statt, die sich mit der augenblicklichen wirtschaftlichen Lage in Indien beschäftigen. Die Schwerpunkte liegen dieses Jahr bei Logistik, Infrastruktur, Lebensmitteltechnologie und Life Science. Außerdem wird über die „Blue Card“, d. h. die Möglichkeit von indischen Facharbeitern für den Hamburger bzw. deutschen Arbeitsmarkt diskutiert – ein Thema, dass nicht nur für eingefleischte Indienspezialisten interessant sein dürfte. Hinzu kommt ein bisher unbeachtetes Feld: Die „Hidden Champions“, die in dieser Indien-Aktuell-Ausgabe in einem eigenen Artikel besonders gewürdigt werden.

Indien wird von der Hamburger Wirtschaft sehr ernst genommen. Das unterstreicht auch die Vielzahl von Beratungseinrichtungen und Consultants, die über Indien informieren und in Hamburg ansässig sind. Ob Handelskammer Hamburg, Ostasiatischer Verein (OAV), Hamburger Weltwirtschaftsinstitut (HWWI), German-Indian Round Table (GIRT), Hamburger Repräsentanz und Hamburg Ambassador in Mumbai, GIGA Institut oder Indisches Generalkonsulat, sie alle wollen Hamburger Unternehmer auf den Weg nach Indien bringen. sa

Weitere Informationen:

Die India Week Hamburg findet vom 07. bis 15. September 2013 – mit einigen wenigen Veranstaltungen im Vorfeld bzw. anschließend – statt. Das Programm der India Week Hamburg finden Sie unter http://indiaweek.hamburg.de.

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