Donnerstag, 13. Dezember 2018
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Wind & Wetter trotzen mit Ayurveda

Die Bäume verlieren ihre Blätter, die Tage werden kürzer und die Nächte länger – der Herbst ist da! Und mit ihm rauer Wind, Regen und kühle Temperaturen. Manch einem wird schon beim Gedanken daran ungemütlich und es graut vor Erkältung, Grippe & Co. Kälte, Wind und Lichtmangel schwächen unser Immunsystem und wir werden anfälliger für allerlei Krankheiten. Doch unser Körper beginnt bereits, sich auf die kalte und dunkle Jahreszeit einzustellen und mit einigen Tipps aus der ayurvedischen Lehre können wir ihn dabei unterstützen! Wenn wir unser Augenmerk bewusst auf unsere Lebensführung, Ernährung und Bewegung lenken, können wir unsere Doshas im Gleichgewicht und damit die lästigen „Nebenwirkungen“ der kalten Monate vom Hals halten! 

Wir haben bei unseren Ayurveda-Resorts nachgefragt, was sie uns für die kommende Zeit besonders ans Herz legen und ihre Tipps hier zusammengefasst. Freut Euch auf Rezepte aus der ayurvedischen Küche sowie viele Empfehlungen für den Herbst- und Winter-Alltag. Viel Spaß beim Lesen und Ausprobieren – und ganz besonders – bleibt gesund!

Mit einer ausgewogenen Ernährung in Balance bleiben

Die Eigenschaften des Herbst-Wetters – rau, stürmisch, unregelmäßig, kühl und klar – sind gleichwohl jene Eigenschaften, die im Ayurveda dem Dosha „Vata“ zugeschrieben werden. Daher wird der Herbst auch als „Vata-Jahreszeit“ bezeichnet.

Der Chefkoch des Nattika Beach Ayurveda Resorts erklärt uns, worauf es bei der Ernährung in der kalten Jahreszeit besonders ankommt: „Die Wetterbedingungen fachen unseren Stoffwechsel, unser inneres Feuer (Agni) an. Dadurch können wir in den kalten Monaten weitaus mehr und ruhig auch schwerer essen als sonst.“ Nahrhafte Speisen, die unsere Kraftreserven aufbauen, sind nun gefragt. Reichhaltige Suppen und Eintöpfe, kräftige Risottos oder cremige Currys wärmen uns von innen. Das für die ayurvedische Speisen so wichtige Ghee (geklärte Butter/alternativ: Öl) kann jetzt gerne etwas großzügiger verwendet werden. Sehr zu empfehlen sind alle nährenden (guru) und erwärmenden (ushna) Nahrungsmittel wie Nüsse, Milch, Reis, Karotten, Kartoffeln, Trockenfrüchte, Weizen und Sesamöl. Damit „Vata“ durch Wind & Wetter nicht zu übermäßig wird und wir aus dem Gleichgewicht geraten, können wir unsere Mahlzeiten auch mit „Vata“-beruhigenden Gewürzen verfeinern. Dazu zählen: Zimt, Anis, Muskat, Kümmel, Kardamom, Süßholz und frischer Ingwer. Generell empfiehlt es sich auf kalte Speisen und Getränke zu verzichten und über den Tag verteilt warmes Wasser oder verschiedene Tees zu trinken.

Dieser selbstgemachte Ingwer-Zitronen-Tee aus der Küche des Nikki´s Nest unterstützt zum Beispiel das Immunsystem und schmeckt vorzüglich:

Das Rezept findet Ihr hier

Ein „Vata“-ausgleichendes Frühstück könnte so aussehen: Haferflocken mit kleinen Stücken Äpfeln und/oder Birnen und etwas Milch (vegan: Hafer- oder Mandelmilch) kurz aufkochen. Mit Zimt und Muskat würzen und warm genießen! 

Da zur Mittagszeit das Verdauungsfeuer (agni) am stärksten ist, sollte man dann auch die reichhaltigste Mahlzeit zu sich nehmen. Wie wäre es zum Beispiel mit einem fruchtigen Papaya-Curry? Das Originalrezept aus dem Thaulle Resort findet Ihr hier. Wer lieber heimisches Gemüse bevorzugt, dem empfehlen wir ein würziges Ingwer-Möhren-Gemüse (zum Rezept) mit Reis.

Abends wärmt eine Kürbissuppe (Link) mit Äpfeln, Sellerie und ayurvedischen Gewürzen. Diese ist auch leicht genug, um die Verdauung zu späterer Stunde nicht mehr zu sehr zu beanspruchen. Ein ganz besonderes Süppchen ist der Hammelfleisch-Eintopf aus dem Nattika Beach Resort, den wir allen Nicht-Vegetariern natürlich nicht vorenthalten möchten und hier für Euch hinterlegt haben.

Als Schlummertrunk empfehlen wir, die viel gepriesene „Goldene Milch“ (Kurkuma-Latte) zusätzlich mit Muskat, Zimt und Kardamom verfeinern. Das Grundrezept gibt´s hier

Unser Tipp: Wer gerne ein paar Pfunde verlieren möchte, tut sich zu dieser Jahreszeit durch den angefachten Stoffwechsel etwas leichter als sonst!

Die Tage gelassen angehen und sich Gutes tun

Mit dem Herbst beginnt auch die Zeit des Rückzugs, der Ruhe und der Einkehr. Geborgenheit, Entspannung und Gemeinschaft tun uns jetzt besonders gut! In den langen, dunklen Nächten dürfen wir getrost länger schlafen und uns im Schlaf unsere Kräfte zurückholen. In den Tag starten wir entspannt, wenn wir uns nach einer warmen Dusche Zeit für eine Ganzkörpermassage mit ayurvedischem Öl nehmen und so der Trockenheit der Haut entgegenwirken. Und danach schön warm einpacken – am besten mit Stoffen wie Baumwolle oder Seiden-Wollgemischen. Tagsüber verhelfen uns Routine bzw. Rituale, uns innerlich zu erden und bei uns selbst zu bleiben. Ein Tipp aus dem Nikki´s Nest: sollten die Atemwege durch eine Erkältung leicht blockiert sein, helfen tiefes, bewusstes Atmen und Pranayama-Techniken dabei, die Atemwege wieder zu befreien. Ab und zu ein Besuch in der Sauna oder dem Dampfbad stärkt unsere Abwehrkräfte. Davor die Haut reichhaltig mit Vata-Massageöl (alternativ: Sesamöl) einreiben und das Öl gut einziehen lassen – so bleibt die Feuchtigkeit erhalten. Auch die Ayurveda-Abteilung des Meiveda Ayurveda Beach Resorts hat einen wohltuenden Tipp für uns: taucht ein Handtuch in warmes Wasser mit etwas Lemongrass-Öl und reibt damit sanft Euren ganzen Körper ein. Das entspannt und wärmt wunderbar! Abends ein warmes Fußbad oder eine Fußmassage lässt uns besonders gut einschlafen.

Entspannt in Bewegung bleiben

Die dunklere Jahreszeit gibt uns auch Anlass zu entschleunigen und Anstrengungen zurückfahren. Langsame, achtsame Spaziergänge statt kräftezehrendes Ausdauertraining, ausgleichende Yoga-Übungen statt Kraftsport. Oft hat es schon einen positiven Einfluss auf uns, wenn wir uns im Alltag bewusst langsamer und entspannter bewegen.

Das Manaltheeram Ayurveda Beach Village weiß um die unterstützende Wirkung von Yoga und erklärt uns: „Es gibt einige Asanas (Yoga-Posen), die unser inneres Feuer ankurbeln und damit gegen die Kälte wirken. Das sind besonders jene, durch die der Bereich um den Verdauungstrakt angesprochen wird: die Zange oder einfache Vorwärtsbeuge im Sitzen (Paschimottanasana), der Drehsitz (Ardha Matsyendrasana), die Dreiecksstellung (Trikonasana) oder der Bogen (Dhanurasana). Und natürlich der bekannte Sonnengruß (Surya Namaskar)!“ Eingebaut in die tägliche Yoga-Routine helfen uns diese Übungen durch die kalten Tage.

Der Sonnengruß (Surya Namaskar)
Der Sonnengruß (Surya Namaskar)

Der Kälte entfliehen – eine Ayurveda-Kur in Indien oder Sri Lanka

Nicht überall sind die Wintermonate kalt und ungemütlich. Zwar beginnt im November in Indien und Sri Lanka auch die kühlere Jahreszeit, allerdings bedeutet dies angenehme 25-30 Grad und viel Sonnenschein. Eine gute Möglichkeit dem Schmuddelwetter zu entfliehen und sich etwas Gutes zu tun, zum Beispiel mit einer Ayurveda-Kur (Link zur Übersichtsseite Ayurvedareisen). Allein zwei- bis drei Wochen ohne Wind und Kälte tuen bereits ihr Nötigstes – dazu kommen die wohltuenden Anwendungen, das auf die eigene Konstitution abgestimmte Essen und die verschiedenen Entspannungsprogramme. Die Ärzte und Therapeuten bringen unsere Doshas wieder ins Gleichgewicht, damit wir für die Herausforderungen der Herbst- und Winter-Monate gestärkt sind.

von Julia Andre (Lotus Travel Service GmbH)

Dieser Artikel erschien zuerst auf:
https://www.lotus-travel.com/blog/mit_Ayu_durch_den_Winter.php

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