Dienstag, 25. September 2018
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Im Innern eines Höhlentempels in Ajanta. Foto: Danial Chitnis

International Buddhist Conclave 2018 eröffnet

Indiens Präsident Ram Nath Kovind hat heute im Vigyan Bhawan in Neu-Delhi die „International Buddhist Conclave (IBC) 2018“ feierlich eröffnet. Die Tagung, die alle zwei Jahre stattfindet, wurde vom indischen Tourismusministerium in Zusammenarbeit mit dem indischen Bundesstaaten Maharashtra, Bihar und Uttar Pradesh organisiert und findet vom 23. August bis einschließlich 26. August 2018 sowohl in Delhi als auch in Ajanta (Maharashtra) statt. Im Anschluss an die Veranstaltung finden werden die Teilnehmer die buddhistischen Stätten in Rajgir, Nalanda und Bodhgaya (alle drei in Bihar) sowie in Sarnath (Uttar Pradesh) besuchen.

Während der Eröffnungsfeier wurde auch die neue Webseite www.landofbuddha.in und ein neuer Film über die buddhistischen Sehenswürdigkeiten Indiens vorgestellt.

Teilnehmer der Veranstaltung

So kunstvoll wurden die Tempel von Ellora aus dem Fels gehauen. Foto: Cajetan Barretto

Auf Ministerialebene nehmen Delegationen auf Bangladesch, Indonesien, Myanmar und Sri Lanka an der Konklave teil. Hinzu kommen Delegierte aus 29 Ländern, darunter auch deutsche Delegierte. Das indische Tourismusministerium hat führende Persönlichkeiten verschiedener buddhistischer Gemeinschaften und Schulen, Journalisten sowie in- und ausländische Reiseveranstalter zu der Veranstaltung sowie Teilnehmer aus Ländern mit einer signifikanten Zahl an gläubigen Buddhisten in der Bevölkerung eingeladen.

Auch ein gesonderter Gipfel für Investoren in die weitere touristische Erschließung des buddhistischen Kulturerbes in Indien findet im Rahmen der Veranstaltung statt. Denn die Infrastruktur rund um die historischen buddhistischen Stätten soll weiter verbessert werden. Angestrebt wird ein international anerkanntes erstklassiges Niveau. Beworben werden die Reisen rund um den Buddhismus in Indien unter dem Stichwort „Buddhist Circuit“.

Partnerland Japan

Der liegende Buddha in Kushinagar. Foto: Bo Jayatilaka

Partnerland der diesjährigen Tagung ist Japan. Indiens Präsident Ram Nath Kovind honorierte in seiner Eröffnungsrede die herausragende Teilnahme Japans ausdrücklich. Indien und Japan hätten so viel gemeinsam, so der Präsident, aber es gäbe nicht viele Verbindungen, die so sehr geschätzt werden, wie die gemeinsame buddhistische Tradition. Besonders erwähnenswert sei die Zusammenarbeit der Japan International Cooperation Agency und der indischen Regierung bei der Erhaltung und Tourismusförderung der Höhlen von Ajanta und Ellora in Maharashtra. Die Beteiligung Japans an diesem Projekt werde diese herausragenden kulturellen Stätten für künftige Generationen bewahren und das Erlebnis der Besucher der beiden Höhlenkomplexe verbessern.

Mit Unterstützung der Japan International Cooperation Agency wurde auch die erste Phase der Entwicklung des „Buddhist Circuit“ in Uttar Pradesh und Bihar fertiggestellt.

Der Buddhismus als Vorläufer der Globalisierung

Buddhistische Gebetsräder
Im Norden Indiens finden im Juni und Juli buddhistische Feste statt. Foto: Aman Gupta

Man sollte nicht vergessen, dass die Ausbreitung des Buddhismus in Asien und in der Welt Verbindungen geschaffen hat, die mehr als nur die spirituelle Seite enthielten. Nationen haben sich so gegenseitig auf verschiedene Weise bereichert. Wissen, Kunst und Kunsthandwerk, Meditationstechniken und Kampfkunsttechniken wurden verbreitet. Viele der Straßen und Wege, die die Mönche und Nonnen einst entlang gingen, wurden später zu frühen Handelsrouten. In diesem Sinne löste der Buddhismus eine frühe Form der Globalisierung aus, eine Verbindung von Staaten vor allem innerhalb Asiens.

Buddhismus in Indien

Bodhgaya, einer der wichtigsten buddhistischen Pilgerorte der Welt. Foto: Matt Stabile

Zurzeit gibt es fast 500 Millionen Buddhisten weltweit, die Mehrheit lebt in Asien. Als Wiege des Buddhismus hat Indien der Welt einige wertvolle Geschenke hinterlassen. Buddha und sein achtfacher Pfad bringt denjenigen, die ihn praktizieren, eine Klarheit des Geistes und führt zu Frieden, Glück und Harmonie nicht nur im Praktizierenden selbst, sondern auch in der Gesellschaft. Buddhas achtfacher Pfad verleiht dem Leben mehr Qualität, basierend auf Werten wie moralischen Prinzipien, dem richtigen Glauben, einer Verbindung zur Natur und zur Spiritualität, auf täglichen Übungen, einer guten Lebensführung, guten Angewohnheiten und der Anwendung traditioneller Methoden, um geistig zu wachsen. Buddhas achtfacher Pfad ist ein lebendiges geistiges Kulturerbe.

Indien ist selbstredend aber auch reich an in Stein gemeißelten Kulturschätzen aus dem Buddhismus. Viele Orte in Indien sind mit dem Leben und Wirken Buddhas verbunden. Dazu gehören Kapilvastu (Piprahwa), wo Buddha seine Kindheit verbrachte, Bodhgaya, wo er erleuchtet wurde, Sarnath, wo er seine erste Predigt hielt, und Kushinagar, wo er verstarb und nach buddhistischem Verständnis Parinirvana (die Erlösung vom Kreislauf der Leiden und Wiedergeburten) erreichte.

Viele der buddhistischen Stätten gehören heute zum UNESCO Weltkulturerbe, darunter die Höhlenkomplexe von Ajanta und Ellora in Maharashtra oder der Mahabodhi-Tempel, die Ruinenstadt Nalanda in Bihar und die Stupas in Sanchi (Madhya Pradesh).

Motto der Veranstaltung

Indien ist sehr stolz auf seinen außergewöhnlichen geistigen Führer und seine Lehre. Die diesjährige Tagung findet folgerichtig unter dem Motto „Buddha Path – The Living Heritage“ statt.

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Foto: (c) Sabri Dridi / Sandeep Kumar Films

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