Indien im April

So langsam wird es sommerlich heiß in Indien und die großen Feste sind nicht mehr ganz so zahlreich wie im Winter – könnte man meinen. Doch es gibt auch jetzt immer noch viele sehenswerte Festivals, dieses Jahr sogar ein ganz besonderes: die Kumbh Mela in Ujjain beginnt Ende April. Hier eine Auswahl der Events, die Indien im April zu bieten hat.

Tulpenfestival in Srinagar

Tulpen in Kaschmir. Foto: Jatin Shah
Tulpen in Kaschmir. Foto: Jatin Shah

Srinagar hat eine Reihe von sehr gepflegten Gärten, die bis in die Mogul-Zeit zurückreichen. Sie sind voller schöner Blüten und manchmal erstaunlicher Pflanzen. Da wäre z. B. der Shalimar Bagh, den der Mogul-Herrscher Jehangir im Jahr 1619 für seine Frau entwerfen ließ. Oder der Nishat Mughal Garten (der Garten der Freude), der an den Dal-See grenzt. Er wurde 1634 angelegt, nachdem Shah Jahan der Herrscher Indiens geworden war. Schön ist auch der Pari Mahal, der für seine schöne Sicht auf den Sonnenuntergang über dem Dal-See und Srinagar bekannt ist. Auf dem Weg zum Pari Mahal kommt man am Indira Gandhi Memorial Tulpengarten am Fuße der Zabarwan-Berge vorbei. Hier findet im April das berühmte Tulpenfestival mit den größten Tulpenfeldern Asiens statt. Die Gärten kosten alle Eintritt (50 Rupien laut letztem Stand). Sonntags ist es meist sehr voll.

Datum: jedes Jahr während der ersten beiden Wochen im April
Ort: Indira Gandhi Memorial Tulip Garden, Srinagar (Kashmir)

Aoling Festival des Stammes der Konyak

Die Konyak in Nagaland. Foto: Rita Willaert
Die Konyak in Nagaland. Foto: Rita Willaert

Einst waren die faszinierenden Konyaks todbringende Kopfjäger. Doch heute ist der Stamm in Nagaland friedlich. Die meiste Zeit verbringen die Konyaks mit Ackerbau und gelegentlichem Jagen. Opium rauchen ist allerdings auch sehr verbreitet. Nach der Aussaat feiern die Konyaks jedes Jahr ihr wichtigstes Festival: das Aoling Festival, das den Beginn des neuen Jahres markiert.

Datum: 01. bis 06. April (jedes Jahr zu diesem Termin)
Ort: Mon-Distrikt in Nagaland (Nordost-Indien)

Mopin Festival

Mopin Festival. Foto: Raj Kumar
Mopin Festival. Foto: Raj Kumar

Das Mopin Festival ist das Erntedankfest des Galo-Stammes. Es ist der Göttin Mopin gewidmet und soll böse Geister vertreiben und für Wohlstand sorgen. Höhepunkt des Festivals ist ein indigener Volkstanz, der Popir heißt und von jungen Frauen getanzt wird. Serviert wird Apong, ein traditioneller Reiswein, den die Galo-Frauen herstellen.

Datum: 05. April 2016

Ort: in den Distrikten East Siang und West Siang (Arunachal Pradesh)

Goa Food and Culture Festival

Am besten probiert man die vielfältige Küche mit einem Thali - von jedem ein bisschen. Foto: innacoz
Am besten probiert man die vielfältige Küche mit einem Thali – von jedem ein bisschen. Foto: innacoz

Fünf Tage Essen und Kultur – was kann es Schöneres geben? Dieses Festival konzentriert sich auf die Küche Goas. An rund 50 Imbissständen bieten bekannte Caterer aus einigen der besten Hotels und Restaurants Goas leckere Gerichte, aber auch köstliche Hausmannskost von goanischen Hausfrauen kann man auf dem Food Festival probieren. Kulturveranstaltungen und ein Feuerwerk machen das Festival zu einer runden Sache.

Datum: 6. – 10. April 2016
Ort: NIWS Grounds, Caranzalem, Panaji (Goa)

Attuvela Mahotsavam

Im Gegensatz zu vielen anderen Tempelfestivals in Kerala, bei denen Elefanten im Mittelpunkt der Feierlichkeiten stehen, ist das Attuvela Mahotsavam ein fröhliches Wasserfestival. Während der Feiern werden auf beleuchteten Kanus große Tempel-Repliken über das Wasser in Richtung Tempel transportiert. Begleitet werden sie von bunten kleineren Kanus und Percussion-Musik.

Datum: 8. April 2016
Ort: Elankavu Sree Bhagavathy Tempel, Vadayar im Distrikt Kottayam (Kerala)

Gudi Padwa Shoba Yatra

Fröhlich wird das neue Jahr in Mumbai begrüßt. Foto: Harini Calamur
Fröhlich wird das neue Jahr in Mumbai begrüßt. Foto: Harini Calamur

Gudi Padwa ist Neujahr in Maharashtra. Zu dieser Gelegenheit sieht man in Mumbai große Paraden, die die Kultur Maharashtras repräsentieren, die größte Parade ist am Morgen in Girgaum im Süden Mumbais. Die Einheimischen ziehen ihre besten traditionellen Kleider an. An der Parade nehmen unter anderem auch Frauen in Saris auf Motorrädern teil.

Datum: 8. April 2016
Ort: Mumbai (Maharashtra)

Gangaur Festival

Reich geschmückte indische Frauen beim Gangaur Festival. Foto: Michael Foley
Reich geschmückte indische Frauen beim Gangaur Festival. Foto: Michael Foley

Dieses Fest wird vor allem in Rajasthan, Gujarat und Madhya Pradesh, und dort ganz besonders von Frauen, die der Göttin Gauri huldigen, gefeiert. Der Name des Festival leitet sich von den Wörtern Gana (Gott Shiva) und Gauri (Göttin Parvati, die Frau Shivas) ab. Die beiden symbolisieren Eheglück. Während der Feiern beten junge Frauen zu den Göttern, damit sie später einen netten Ehemann bekommen. Verheiratete Frauen beten, damit es ihren Männern gut geht und sie lange leben werden. In einer Prozession tragen die Frauen schließlich Lehmstatuen der Göttin Gauri durch die Straßen.

Datum: 9. – 10. April 2016
Ort: Bundesstaat Rajasthan

Chithirai Festival

Tagelang wird beim Chithirai Festival gefeiert. Foto: wishvam
Tagelang wird beim Chithirai Festival gefeiert. Foto: wishvam

Das Chithirai Festival ist eines der größten Events in Madurai. Gefeiert wird die Hochzeit von Lord Sundareswarar (Gott Shiva) und der Göttin Meenakshi (der Schwester von Lord Vishnu). Laut Legende kam Vishnu auf einem goldenen Pferd nach Madurai, um der Hochzeit beizuwohnen.

Datum: 10. – 23. April 2016
Ort: Meenakshi Tempel, Madurai (Tamil Nadu)

Baisakhi (oder Vaisakhi)

Vaisakhi ist das Erntedankfest im Punjab, bei dem gleichzeitig der Beginn des neuen Jahres gefeiert und an die Gründung der Khalsa-Bruderschaft, den Begründern des Sikhismus, gedacht wird. Das heißt, Vaisakhi ist auch ein religiöses Fest. Die wichtigsten Feiern finden am heiligsten Tempel der Sikhs, dem Goldenen Tempel in Amritsar statt. Draußen auf den Straßen herrscht Karneval und Prozessionen finden statt.

Datum: 13. April 2016
Ort: hauptsächlich im Bundesstaat Punjab (vor allem Amritsar)

Rongali Bihu

Bihu ist eine der Hauptfeierlichkeiten in Assam im Nordosten Indiens. Es ist ein landwirtschaftliches Fest, das dreimal im Jahr gefeiert wird. Die größte dieser Feiern heißt Rongali Bihu und wird auch Bohag Bihu genannt. Sie findet immer im April statt. Drei Tage lang wird gefeiert. Auch der Beginn eines neuen Jahres wird mit dem Rongali Bihu begangen, denn das ist die Zeit, in der die neue Saat auf den Feldern ausgebracht wird. Der erste Tag ist den Kühen gewidmet, die hier ganz wichtig für die Landwirtschaft sind – nicht nur als Milchspender, sondern auch als Helfer auf dem Feld. Den zweiten Tag verbringt man mit Freunden und Verwandten. Es wird viel gesungen und getanzt. Am dritten Tag werden die Götter geehrt.

Datum: 13. – 15. April 2016
Ort: Bundesstaat Assam

Kadammanitta Padayani

Padayani ist eine darstellende Kunstform aus dem Süden Keralas, vor allem aus dem ehemaligen Fürstenstaat Travancore. Sie wird von Dorfbewohnern bei Tempelfesten zu traditioneller Musik und Trommelbegleitung gezeigt. Die Darsteller tragen aufwendige Kostüme und riesige Masken. Die Hauptfiguren stellen Bhairavi (die indische Göttin Kali), Kalan (den Gott des Todes), Yakshi (einen Naturgeist) und Pakshi (einen Vogel) dar.

Datum: 14. – 21. April 2016
Ort: Kadammanitta Devi Tempel im Pathanamthitta Distrikt (Kerala)

Thrissur Pooram

Die Thrissur Pooram, das größte Tempelfest Keralas. Foto: Amit Rawat
Die Thrissur Pooram, das größte Tempelfest Keralas. Foto: Amit Rawat

Die Thrissur Pooram ist das größte Tempelfest in Kerala. Eine Prozession mit 30 farbenfroh geschmückten Elefanten und rund 250 Musikern zieht an diesem Tag durch Thrissur. Es finden Trommelkonzerte und ein Feuerwerk statt. Die ganze Nacht durch wird gefeiert. Tausende Menschen sind auf den Straßen unterwegs. Für ausländische Touristen werden jedoch spezielle Aussichtsareale bereitgestellt, von denen aus man das bunte Treiben beobachten kann.

Datum: 18. April 2016
Ort: Vadakkumnathan Tempel, Thrissur (Kerala)

Sankat Mochan Musikfestival

1923 fand das erste Sankat Mochan Musical Festival statt. Viele namhafte klassische indische Musiker und Tänzer aus ganz Indien sind seitdem hier aufgetreten. Jeden Abend finden im Hof des Hanuman Tempels in Varanasi bis in die frühen Morgenstunden Konzerte im Rahmen der Feiern des Geburtstages des Gottes Hanuman statt.

Datum: 19. – 23. April 2016

Ort: Sankat Mochan Hanuman Tempel in Varanasi (Uttar Pradesh)

Kumbh Mela

Badeszene einer der früheren Kumbh Melas (aus dem sehr sehenswerten Dokumentarfilm "An den Ufern der heiligen Flüsse" von Pan Nalin, den man auf DVD erwerben kann)
Badeszene einer der früheren Kumbh Melas (aus dem sehr sehenswerten Dokumentarfilm „An den Ufern der heiligen Flüsse“ von Pan Nalin, den man auf DVD erwerben kann)

Die Kumbh Mela ist das größte spirituelle Fest weltweit. An vier Orten in Indien findet die Kumbh Mela im Turnus von 12 Jahren (pro Ort) statt. Dieses Jahr in Ujjain im Bundesstaat Madhya Pradesh. Sadhus und andere heilige Männer Indiens sowie Millionen Gläubige versammeln sich in einem Zeitraum von ca. vier Wochen an diesen heiligen Orten, um Erleuchtung zu erfahren oder sich durch ein Bad im heiligen Fluss reinzuwaschen. Das Ereignis lockt auch immer viele Touristen, denn vor allem zu den Hauptbadetagen wird bei der Kumbh Mela ein außerordentliches Spektakel geboten.

Datum: 22. April – 21. Mai 2016
Ort: am Ufer des Flusses Shipra in Ujjain (Madhya Pradesh)

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