Samstag, 23. September 2017
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Bei Festivals in Kerala sieht man im Januar, Februar, März sehr viele geschmückte und bemalte Elefanten. Foto: Riccardo Romano

Indische Feste und Festivals im März

Der heiße indische Sommer steht vor der Tür. Die angenehm temperierten Wintertage neigen sich allmählich dem Ende entgegen. Doch jetzt im März ist es meist noch ganz angenehm. Und wieder finden auf dem Subkontinent viele sehenswerte Festivals, die Sie besuchen können, statt. Am interessantesten sind in diesem Monat die Feste und Festivals in Goa, Rajasthan und Kerala. Und eines der wichtigsten indischen Feste ist ebenfalls im März: Holi, das Fest der Farben!

International Yoga Festival

Swami in Rishikesh.
Ein Swami in Rishikesh. Foto: Alona Praslov

Yoga bedeutet eigentlich „Einheit“, und zwar die Einheit von Atem und Körper, von Geist und Muskeln und – das ist ganz wichtig – die Einheit des eigenen Selbst mit dem Göttlichen. Wo könnte man diese Einheit besser finden, als an den Ufern des heiligen Flusses Ganges? Um für Yoga zu werben, veranstaltet das Tourismusdepartment in Rishikesh (Uttarakhand) jedes Jahr in der ersten Märzwoche hier am Fuße des Himalaya ein Yoga-Festival. Erstmals fand das Festival 2001 statt und zieht seither mehr und mehr Menschen an. Organisiert wird die internationale Yoga-Woche vom Parmarth Niketan Ashram in Rishikesh, der auch ein idealer Ort für eine solche Veranstaltung ist. Viele bekannte Yoga-Experten und Teilnehmer aus aller Welt werden erwartet.

Datum: 01.–07. März 2017 (jedes Jahr zur gleichen Zeit)
Ort: Parmarth Niketan Ashram, Rishikesh (Uttarakhand)

Chettikulangara Bharani

Ein kulturelles sowie visuelles Spektakel ist das Highlight des Chettikulangara Bharani Tempelfestes: das sogenannte Kettukazhcha, eine Prozession mit riesigen, aufwendig dekorierten Figuren. Der Festival ist der Göttin Bhagavathy geweiht, die alle möglichen Göttin repräsentiert: Durga, Kannaki, Parvati, Saraswati, Lakshmi und Kali.

Datum: 3. März 2017
Ort: Chettikulangara Tempel in Mavelikara (Distrikt Alleppey, Kerala)

Chapchar Kut

Ein Tanz während des Chapchar Kut 2010
Ein Tanz während des Chapchar Kut 2010. Foto: Debatosh Sengupta

In Mizoram, im äußersten Nordosten Indiens, gibt es drei wichtige Festivals, die alle mit der Landwirtschaft verknüpft sind: Chapchar Kut, Mim Kut und Pawl Kut (kut = Festival). Das Chapchar Kut ist das größte und älteste der drei Festivals und zelebriert die Ankunft des Frühlings mit traditionellen Tänzen in farbenfrohen Trachten und Kopfbedeckungen aus Perlen und Papageienfedern. Der wichtigste Tanz ist der Cheraw oder Bambustanz. Die Frauen tanzen zwischen den Bambusstangen, während die Männer die Stangen dicht über dem Boden gegeneinander schlagen.

Datum: 03. März 2017
Ort: Bundesstaat Mizoram

Parippally Gajamela

Prächtig geschmückte Elefanten bei der Paripally Gajamela
Prächtig geschmückte Elefanten bei der Paripally Gajamela. Foto: Kerala Tourism

Dies ist eines der beeindruckendsten Tempelfeste Keralas. Rund 50 aufwändig geschmückte Elefanten nehmen hier an der Parade teil. Sie gehören zu einem Ritual, bei dem der Tempelgöttin von den Gläubigen, die um Wohlstand bitten, gehuldigt wird.

Datum: 05. März 2016
Ort: Parippally Kodimootil Sree Bhadrakaali Tempel (Distrikt Kollam, etwa eine Stunde Autofahrt nördlich von Trivandrum, Kerala)

Chinakkathoor Pooram

Chinakkathoor Pooram.
Chinakkathoor Pooram. Foto: Kerala Tourism

Ein weiteres farbenfrohes Tempelfest mit Elefanten in Nord-Kerala. Hier sieht und hört man aber auch viele andere traditionelle Künste und Bräuche, wie ein Spektakel namens Kaalavela, bei dem Stiere abgebildet sind, oder Kuthiravela, das Pferdebilder zeigt, und vieles mehr. Der Höhepunkt ist eine Tholpavakoothu-Vorführung, ein traditionelles Puppenschattenspiel.

Datum: 11. März 2017
Ort: Pariyanampetta Bhagavathy Tempel, Kattukulam, Distrikt Palakkad, Kerala

Attukal Pongala

Hunderttausende Frauen kochen zu Attukal Pongala für die Muttergöttin
Hunderttausende Frauen kochen zu Attukal Pongala für die Muttergöttin. Foto: Kerala Tourism

Ganz Trivandrum ist zu Attukal Pongala in Rauch gehüllt, denn dann kochen Hunderttausende Frauen aus religiösen Gründen ein spezielles Mahl für die Göttin Attukalama. Das Festival hat es sogar in Guiness Buch der Rekorde geschafft, als 1997 1,5 Millionen Frauen an dem Kochspektakel teilnahmen. Die Zahl der Teilnehmerinnen ist seitdem nicht gesunken – im Gegenteil!

Datum: 11. März 2017
Ort: Attukal Bhagavathi Tempel, Trinvandrum (Kerala)

Eternal Mewar Holika Dahan

Eternal Mewar, City Palace Udaipur
Eternal Mewar, City Palace Udaipur, Foto: Media Office

Um eines dieser Feste hervorzuheben, stellen wir Ihnen das Eternal Mewar Holika Dahan in Udaipur vor. Im Stadtpalast (City Palace) kann man die Rituale zusammen mit der königlichen Mewar-Familie erleben. Es wird eine prachtvolle Parade mit geschmückten Pferden und der königlichen Musikkapelle von der königlichen Residenz zum Manek Chowk stattfinden. Dort wird das heilige Feuer entzündet und die Holika-Statue verbrannt.

Datum: 12. März 2017
Ort: City Palace, Udaipur (Rajasthan)

Holika Dahan

Holika Dahan
Holika Dahan. Foto: Eternal Mewar

Dies ist das Fest in der Nacht vor Holi, wenn die Dämonin Holika rituell auf großen Scheiterhaufen verbrannt wird. Die Legende, die sich um diesen Brauch rankt, erzählen wir in Kürze in einem gesonderten Artikel über Holi.

Datum: 12. März 2017, nach Einbruch der Dunkelheit bis ca. 21.00 Uhr
Ort: hauptsächlich in Nordindien

Holi

Holi
Holi ist ein wahrhaft farbenfrohes Fest. Foto: Pison Jaujip

Das Fest der Farben wird Holi auch genannt. Bei uns in Deutschland wird es deswegen im Sommer als Party-Event gefeiert. Doch Holi, eines der ältesten Feste Indiens, ist sowohl ein Frühlingsfest als auch eine Feier zu Ehren des Sieges des Guten über das Böse. Und Holi hat auch einen versöhnlichen Aspekt, denn durch die vielen Farben, mit denen man beworfen wird, sind soziale Unterschiede nicht mehr erkennbar. Alle Menschen werden gleich.

Datum: 13. März 2017
Ort: hauptsächlich in Nordindien

Hola Mohalla

Hola Mohalla
Sikh-Krieger zeigen ihre Künste. Foto: Gaurav Agrawal

ist ein Festivals der Sikh im Punjab, das jedes Jahr einen Tag nach Holi gefeiert wird. Initiiert wurde es vom zehnten Sikh-Guru, Govind Singh, und ist als Demonstration des Militärs gedacht. Begleitet von Trommeln und Fahnenträger ziehen Truppen in einer Parade durch die Stadt und zeigen militärische Übungen und Scheinkämpfe. Das Festival markiert auch den Beginn des neuen Jahres nach dem Sikh-Kalender. Drei Tage lang wird freudig gefeiert und die Soldaten bei ihren rituellen Kämpfen beobachtet. Man sollte als Zuschauer dennoch vorsichtig sein, denn obwohl es sich nur um Scheinkämpfe handelt, geht es doch relativ rau zu.

Datum: 13. März 2017
Ort: Anandpur Sahib und Kiratpur Sahib (Punjab)

Thirunakkara Arattu

Thirunakkara Arattu
Elefantenparade beim Thirunakkara Arattu. Foto: GH Merseburg

Dieses zehntägige Festival findet im Distrikt Kottayam in Kerala rund um den Thirunakkara Tempel statt. Der Höhepunkt dieses Festivals ist – wie so oft bei Tempelfesten in Kerala – eine Elefantenprozession. Üblicherweise leiten am Nachmittag des letzten Tages neun geschmückte Elefanten begleitet von Trommlern und Tänzern die Prozession durch den Ort zum Tempel. Auf dem Tempelgelände finden am Abend verschiedene Aufführungen statt, darunter der Mayilatto (Pfauentanz) und der Velakali (ein kriegerischer Schwerttanz). Eine der Hauptattraktionen des Festivals sind auch die abendlichen Kathakali-Vorführungen am dritten und vierten Tag des Festivals. Kathakali ist eine expressive Form von Tanztheater und eine der ältesten Tanzformen Indiens.

Datum: 15.–24. März 2017
Ort: Thirunakkara Mahadeva Tempel (Distrikt Kottayam, Kerala)

Myoko

Frauen vom Stamm der Apatani
Frauen vom Stamm der Apatani. Foto: Rita Willaert

Wenn Sie sich für traditionelle Feste abseits der Touristenpfade interessieren, ist das Myoko-Festival des Apatani-Stammes in Arunachal Pradesh das Richtige für Sie. Hier sehen Sie Rituale, die sich um Wohlstand, Fruchtbarkeit, Reinheit und Opferbereitschaft drehen. Diese Rituale werden von einem Schamanen oder Priester des Dorfes durchgeführt. Drum herum werden noch weitere volkstümliche Bräuche und Prozessionen gezeigt.

Datum: 20. – 30. März 2017
Ort: Ziro (Arunachal Pradesh)

Malanada Kettukazcha

Große Figuren nehmen an der Prozession des Poruvazhi Malanada Tempels teil. Foto: Poruvazhi Malanada Tempel

Bei diesem Tempelfest in Kerala werden große geschmückte Standbilder in einer Prozession, die von traditionell indischen Musikkapellen begleitet wird, durch den Ort getragen. Manche dieser Strukturen sind über 20 Meter hoch. Sie werden von den Dorfbewohnern der Gegend erstellt und auf deren Schultern zum Tempel getragen.

Datum: 24. März 2017
Ort: Poruvazhi Malanada Tempel, Adoor (Distrikt Pathanamthitta, Kerala)

Shigmo Festival

Frühlingsfest Shigmo in Goa
Prächtige Masken zum Frühlingsfest Shigmo in Goa. Foto: Frederick Noronha

Shigmo oder Shishirotsava heißt das Frühlingsfest in Goa. Dabei wird in jedem Dorf die Dorfgottheit gebadet und in eine safranfarbene Robe gekleidet. Und dann wird getanzt. Erzählt werden in diesen Tänzen Geschichten aus der Mythologie.

Datum: 24. März – 7. April 2017
Ort: Bundesstaat Goa

Gudi Padwa Shoba Yatra

Gudi Padwa - Neujahrsfest in Maharasthra
Ausgelassen tanzen die Frauen zum Neujahrsfest in Maharashtra. Foto: Harini Calamur

Zu Neujahr in Maharashtra – Gudi Padwa genannt – finden in Mumbai große Paraden statt. Die größte und schönste Parade zieht morgens durch Girgaum in Süd-Mumbai. Die Einheimischen ziehen ihre schönsten traditionellen Kleider an, einige verkleiden sich als der große Herrscher und Krieger Chhatrapati Shivaji. Auch einige in schöne Saris gekleidete Motorradfahrerinnen nehmen jährlich an der Parade teil.

Datum: 28. März 2017
Ort: Mumbai (Maharashtra)

Kodungalloor Bharani

Kodungalloor Bharani Kerala
Ein wenig angsteinflößend sehen die Männer und Frauen in Trance beim Kodungalloor Bharani schon aus. Foto: Kerala Tourism

Dieses Festival vergisst man bestimmt nicht so schnell. Tausende Schwerter führende Frauen und Männer, die Orakel verkünden, schwärmen auf das Gelände des Tempels. Sie laufen dort in Trance herum und proklamieren ihre Vereinigung mit der Gottesmutter. Währenddessen berühren Gläubige die Orakelverkündenden mit Stöcken und werfen Opfergaben auf das Tempelgelände.

Datum: 30. März 2017
Ort: Kadungalloor Bhagavathy Tempel in Kodungalloor, Distrikt Thrissur (Kerala)

Gangaur Festival

Reich geschmückte indische Frauen beim Gangaur Festival.
Reich geschmückte indische Frauen beim Gangaur Festival. Foto: Michael Foley

Dieses Fest wird vor allem in Rajasthan, Gujarat und Madhya Pradesh, und dort ganz besonders von Frauen, die der Göttin Gauri huldigen, gefeiert. Der Name des Festival leitet sich von den Wörtern Gana (Gott Shiva) und Gauri (Göttin Parvati, die Frau Shivas) ab. Die beiden symbolisieren Eheglück. Während der Feiern beten junge Frauen zu den Göttern, damit sie später einen netten Ehemann bekommen. Verheiratete Frauen beten, damit es ihren Männern gut geht und sie lange leben werden. In einer Prozession tragen die Frauen schließlich Lehmstatuen der Göttin Gauri durch die Straßen.

Datum: 30. – 31. März 2017
Ort: Bundesstaat Rajasthan

Mewar Festival

Beim Mewar Festival wird der Frühling mit Gesang, Tänzen, Prozessionen und einem Feuerwerk begrüßt. Da das Mewar Festival immer mit dem Gangaur Festival zusammenfällt, potenziert sich hier die Feierstimmung der ohnehin immer sehr ausschweifenden Feste Indiens hier noch einmal. Ladenbesitzer schmücken ihre Geschäfte mit Lichtern, Frauen tragen ihre beste Kleidung. Nicht verpassen sollte man die kulturellen Darbietungen während dieser Zeit, denn es gibt kaum eine bessere Gelegenheit, sich der quirligen Kultur Rajasthans zu nähern.

Datum: 30. März – 1. April 2017
Ort: Udaipur (Rajasthan)

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