Dienstag, 11. Dezember 2018
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Oberbürgermeister Bonn, Ashok-Alexander Sridharan

Irgendwie indisch: Ashok-Alexander Sridharan

Indisch ist Ashok-Alexander Sridharan hauptsächlich dem Namen nach. Sein indischer Vater kam als Diplomat nach Deutschland, heiratete eine Deutsche und blieb in Bonn. Ashok-Alexander wurde dann 1965 in Bonn geboren und so bezeichnet er sich völlig zurecht als echten Bonner. Mit seinem „Indischsein“ geht er ganz offen um. Bisweilen sagt er von sich selber, er sein ein „rheinischer Inder“. Gleichzeitig ist er wie ganz selbstverständlich Deutscher. „Ich spreche Deutsch, und zwar seit meiner Geburt“, lautet ein Statement von Sridharans Website. „Alles, was in meinem Leben irgendwie wichtig war, ist in Bonn passiert.“

Konservativ und gradlinig scheint seine Karriere auf dem Papier verlaufen zu sein. 1985 Abitur in Bonn, Bundeswehr, Jurastudium in der Heimatstadt und dann der öffentlicher Verwaltungsdienst. Seit 1996 stand er in Diensten der Bonner Nachbargemeinde Königswinter. Nach sechs Jahren stieg er zum Stadtkämmerer auf und wachte über die Finanzen der Stadt. Da war der Katholik Sridharan schon längst der CDU beigetreten.

Ersten Bonner Bürgermeister mit ausländischen Wurzeln

Als ein Kandidat für die Oberbürgermeisterwahl für Bonn gesucht wurde, stellte Sridharan sich für sein geliebtes Bonn zur Verfügung. Keine leicht Aufgabe, wurde die Stadt am Rhein doch seit 21 Jahren von der SPD regiert. Mit seiner dunkleren Hautfarbe fiel er sowohl bei den Bonnern als auch unter seinen Parteikollegen von der CDU auf. Ashok-Alexander Sridharan ging auch hiermit offensiv um und meinte, wegen seines Migrationshintergrundes passe er gut in eine Stadt wie Bonn, in der unter anderem die Vereinten Nationen einen Sitz haben.

Ashok-Alexander Sridharan wurde Anfang September 2015 gleich im ersten Wahlgang mit einer denkbar knappen absoluten Mehrheit von 50.06% zum Oberbürgermeister gewählt und setzte sich klar gegen seine beiden Kontrahenten von SPD und Grünen durch. Sridharan gilt als Verwaltungsprofi und will als erstes das Bürgermeisterbüro vom Alten Rathaus in die Bonner Hauptverwaltung verlegen. Überhaupt will er die Probleme und Herausforderungen der Gemeinde offensiv anpacken. Es gilt Bonn als Marke zu etablieren. Die Stadt am Rhein will als Beethoven-Stadt wiedererkannt werden. Sridharan will mehr Kulturveranstaltungen und Kongresse nach Bonn holen. Die Vorrechte der Stadt aus dem Bonn-Berlin-Gesetz will er verteidigen und bei der Konsolidierung der Stadtfinanzen gäbe es für ihn keine „heiligen Kühe“.

Sein Ziel Bonn international bekannter zu machen, hat Ashok-Alexander Sridharan schon erreicht. Allein, dass er der erste CDU-Bürgermeister mit ausländischen Wurzeln ist, hat Signalwirkung. Die Konservativen hatten in letzten Jahren in fast allen deutschen Großstädten an Boden verloren. Modernität, Weltoffenheit und Toleranz wurden von deutschen Großstädtern eher mit anderen Parteien in Verbindung gebracht. Die Pressemeldungen über den „indischen“ Bürgermeister in Deutschland gingen um die ganze Welt. Besonders in indischen Zeitungen wurde das nicht ohne Stolz registriert.

Sven Andreßen

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