Dienstag, 22. Mai 2018
Home - Magazin - Kultur - Facing India – Kunstausstellung in Wolfsburg
Lucid Dreaming von Tejal Shah
Lucid Dreaming von Tejal Shah (© Kunstmuseum Wolfsburg)

Facing India – Kunstausstellung in Wolfsburg

Die Werke von sechs Künstlerinnen aus Indien werden vom 29. April bis 07. Oktober 2018 im Kunstmuseum Wolfsburg präsentiert. Vibha Galhotra (*1978), Bharti Kher (*1969), Prajakta Potnis (*1980), Reena Saini Kallat (*1973), Mithu Sen (*1971) und Tejal Shah (*1979) stellen sich in ihrer Kunst der Realität Indiens.

Leitgedanke der Ausstellung

And all the while the benevolent slept und Cell II von Bharti Kher
And all the while the benevolent slept (links) und Cell II (rechts) von Bharti Kher (© Kunstmuseum Wolfsburg)

„Facing India“ geht der Frage nach, wie sich die eigene Landesgeschichte, Gegenwart und Zukunft aus dem weiblichen Blickwinkel darstellen. Denn der indische Subkontinent befindet sich zwar in einem gesellschaftlichen Umbruch, ist jedoch immer noch stark vom Patriarchat geprägt. Zudem sind die Unterschiede zwischen dem Leben von Frauen in indischen Städten oder von indischen Frauen auf dem Land äußerst gegensätzlich.

Die sechs Künstlerinnen lenken in ihren multimedialen Werken die Aufmerksamkeit auf historische und aktuelle Konflikte. Poetisch, metaphorisch und leise, aber auch radikal, direkt und laut hinterfragen sie Grenzen in jeglicher Hinsicht – seien es politische, territoriale, ökologische, religiöse, soziale, persönliche oder Geschlechtergrenzen. Die Geschichte dieser Grenzen, ihre Sichtbarkeit oder Unsichtbarkeit, ihre Legitimität und nicht selten ihre Auflösung sind das Thema der Werke, die in der Ausstellung „Facing India“ gezeigt werden.

Der rote Faden

Negotiated Necessities von Vibha Galhotra
Negotiated Necessities von Vibha Galhotra (© Kunstmuseum Wolfsburg)

Die Ausstellung konzentriert sich auf sechs Positionen, damit diese umso eingehender vorgestellt werden können. In einer zunehmend globalisierten Welt sozialisiert und ausgebildet, beschränken sich die Künstlerinnen in ihren „Grenzkontrollen“ nicht mehr allein auf Indien, sondern greifen auf andere Länder und Kontinente aus. Staat, Gesellschaft und Individuum, Identitäts- sowie Umweltfragen werden kritisch unter die Lupe genommen. Doch wie breit ihr Themenspektrum auch sein mag, explizite und implizite Verweise auf die Präsenz des Weiblichen und die Stellung der Frau sowie Solidarität und Empathie ziehen sich wie ein roter Faden durch die Ausstellung.

Entwicklung der Ausstellung

Woven Chronicle von Reena Saini Kallat
Woven Chronicle von Reena Saini Kallat (© Kunstmuseum Wolfsburg)

„Facing India“ ist im fortwährenden Dialog mit den Künstlerinnen entstanden und spiegelt eine Art kollektives Plädoyer für Kommunikation und die Einheit in der Vielfalt jenseits von Schubladen- und Kastendenken wider. Die Ausstellungsarchitektur nimmt diesen Gedanken auf.

Katalog

Der umfangreiche Katalog, herausgegeben von Ralf Beil und Uta Ruhkamp erscheint in deutscher und englischer Ausgabe. Er enthält ein Vorwort von Ralf Beil und eine Einführung von Uta Ruhkamp, Essays von Urvashi Butalia, Leiterin des feministischen Verlages Zubaan in Neu-Delhi, und Roobina Karode, Direktorin des Kiran Nadar Museums of Art in Neu-Delhi und Noida, sowie ausführlichen Interviews mit allen Künstlerinnen von Uta Ruhkamp. Der Katalog umfasst circa 240 Seiten mit rund 150 Abbildungen und ist im Shop des Kunstmuseums Wolfsburg erhältlich (Preis: 38,- EUR).

Weitere Informationen
„Facing India“
Kunstausstellung
29.04. – 07.10.2018
Kunstmuseum Wolfsburg
www.kunstmuseum-wolfsburg.de

Auch Interessant:

Future (t)here, Foto: Sebastian Hoppe

Future (t)here – Binationaler Jugendkongress mit Schülerinnen und Schülern aus Düsseldorf, Mumbai und Kolkata

A Journey to a Sustainable Society- 8.-11. Juni 2018 – Im Jungen Schauspiel Düsseldorf In …

Schreibe einen Kommentar