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Vieles, wie hier bei der Linsenernte, ist in der Landwirtschaft in Indien noch Handarbeit. Foto: Gates Foundation

Preissteigerungen auf Indiens Lebensmittelmarkt eingedämmt

Als Narendra Modi 2014 Premierminister wurde, sah sich seine Regierung mit dem Problem stark steigender Lebensmittelpreise konfrontiert. Die Inflation der Lebensmittelpreise lag fast schon im zweistelligen Bereich. In der Vergangenheit war schon so manche indische Regierung über von der Bevölkerung als unzumutbar hoch empfundene Preise für Grundnahrungsmittel gestolpert. Modis Regierung nahm sich daher der Inflation im Lebensmittelsektor unverzüglich nach der Regierungsübernahme an.

Die indische Regierung ergriff Maßnahmen, um das Horten von Lebensmitteln zu unterbinden. Die Besitzer der gehorteten Lebensmittel spekulieren dabei auf steigende Preise. Da die Lagerung der Nahrungsmittel aber häufig völlig unangemessen ist, verderben dabei viele Lebensmittel. Die Regierung unternahm auch Schritte, um die Versorgung mit Lebensmitteln an sich zu verbessern. Außerdem wurde ein fünf Milliarden Rupien schwerer Fonds für Interventionen zur Stabilisierung der Lebensmittelpreise aufgelegt. Verschiedene Ministerien der Regierung arbeiteten gemeinsam an der Beruhigung des Lebensmarktes.

Die Obst- und Gemüsestände sind voll, aber die Ärmsten in Indien können sich oft nicht einmal ausreichend Grundnahrungsmittel leisten. Foto: Anuradha Dissanyake
Die Obst- und Gemüsestände sind voll, aber die Ärmsten in Indien können sich oft nicht einmal Grundnahrungsmittel in ausreichender Menge leisten. Foto: Anuradha Dissanyake

Nun scheint es geschafft zu sein: Die Preise sind relativ stabil. Experten sind sich jedoch einig, dass nicht allein die Maßnahmen der Regierung für ein Abflachen der Preissteigerungen gesorgt haben, sondern dass die gefallenen Ölpreise die Aufgabe doch erheblich erleichtert hätten und einen Großteil zur Preisstabilität beitragen.

Noch sind die Verbraucher in Indien also wieder beruhigt. Doch der Monsun steht vor der Tür – und, je nach dem, wie der ausfällt, wird sich auch das Preisgefüge auf dem Nahrungsmittelmarkt wieder ändern. Die Voraussagen sind nicht rosig. Es wird ein unterdurchschnittliches Regenaufkommen erwartet. Das bedeutet Ernteausfälle. Mit Nachdruck arbeitet Modis Regierung daher an einer Verbesserung der Lieferkette, der Umgestaltung des Agrarsektors, ermutigt die Bauern, mehr Abwechslung, also weitere Feldfrüchte, in ihren Anbau zu bringen und die Bewässerung der Felder zu verbessern, um die Abhängigkeit vom Monsun so gut wie möglich zu reduzieren.

Wenn Reis so gelagert wird (hier eine Lagerstätte der Food Corporation of India), geht oft ein Teil der Ernte verloren. Foto: ADM Institute for the Prevention of Post-harvest Loss
Wenn Reis so gelagert wird (hier eine Lagerstätte der Food Corporation of India), geht oft ein Teil der Ernte verloren. Foto: ADM Institute for the Prevention of Post-harvest Loss

Experten raten auch dazu, dass die Bauern ermutigt werden sollten, kleine Genossenschaften zu gründen, und dass sie die Erlaubnis erhalten sollten, direkt mit Privateinkäufern zu verhandeln, um das System der unzähligen Zwischenhändler zu verringern. Und auch die staatliche Food Corporation of India müsste reformiert werden. Sie sollte endlich ihre eigenen Versprechungen einlösen und die Effizienz der Lagerung und Verteilung von Lebensmitteln verbessern. Hier sollte die Regierung handeln und endlich entscheidende Reformen durchführen.

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