Verleihung der Ehrennadeln der Deutsch-Indischen Gesellschaft e.V.

Im Rahmen der Jahreshauptversammlung des Dachverbandes der Deutsch-Indischen Gesellschaft Ende September 2013 in der Kunsthalle zu Kiel wurden an Erika Nandi, Dr. Amaresh Gupta und Prof. Dr. Jürgen Ernst die Ehrennadel der Deutsch-Indischen Gesellschaft e.V. verliehen. Diese Auszeichnung wird an Persönlichkeiten vergeben, die sich um die Ziele der Gesellschaft in besonderer Weise verdient gemacht haben.

Erika Nandi
Erika Nandi

Erika Nandi (geboren 1947 in Kopenhagen) lernte in Kiel ihren Mann Simanti Nandi kennen und wanderte mit ihm und ihrem gemeinsamen Sohn im Alter von 22 Jahren nach Indien, genauer nach Dhubri in Assam aus. Seit 1983 studierte sie in Indien den klassischen indischen Tanz Kathak sowie später Bharata Natyam und schloss diese Ausbildung nach sechs Jahren mit einem Bachelor ab. Danach wurde sie freie Lehrerin für diese beiden Tanzstile an assamesischen Musikschulen und lässt heute ihre Schüler von Prüfern der Lucknow University prüfen.

Erika Nandi hat von 1985 bis heute (19.08. 2913) mit großer Regelmäßigkeit die Feiern zum Independence Day der DIG Kiel mit ihrem Tanz begleitet und für die DIG Kiel bei ihren Aufenthalten in Kiel öffentliche Tanzveranstaltungen organisiert. Für dieses außergewöhnliche, viele Jahrzehnte anhaltende Engagement als Kulturbotschafterin erhält sie die Ehrennadel der Deutsch-Indischen Gesellschaft.

Dr. Amaresh Gupta wurde am 02. Januar 1941 in Jhansi, UP (Indien) geboren. Sein Studium der Physik in Indien (Abschluss MSc) setzte er 1960 in Bonn fort und schloss dort mit einem Hauptdiplom und einer Promotion ab und war dort auch im Rahmen verschiedener Forschungsvorhaben der BMFT und DFG als Assistent tätig. Nachdem seine berufliche Rückkehr nach Indien erfolglos blieb, wurde Deutschland zu seiner Wahlheimat. Er heiratete und wurde Vater von zwei Töchtern.

Dr. Amaresh Gupta
Dr. Amaresh Gupta

1980 wechselte er beruflich zu einer nachgeordneten Behörde des Wirtschaftsministeriums, die im Jahr 1983 dem Verteidigungsministerium zugeordnet wurde. Seitdem war er als Beamter im Verteidigungsministerium tätig. 1987/88 wurde er zur „Eglin Air Force Base“ in Florida, USA, abgeordnet, wo er 1988 für seine Forschungsarbeit eine Auszeichnung des „Department of the Air Force“ erhielt. Zurück in Deutschland arbeitete er weiterhin in der Forschung im Bereich der Wehrtechnik. Gleichzeitig wirkte er als deutscher Sprecher in internationalen Gremien, vor allem beim US-GE Data Exchange Agreement für „energetische Materialien“ und „Umwelttechnologien“. Gemeinsam mit den US-Kollegen entwickelte er innovative Technologien im Bereich des Umweltschutzes, die für die Sanierung von Truppenübungsplätzen sowohl in Deutschland als auch in den USA eingesetzt wurden.

Seit Februar 2006 befindet er sich im Ruhestand und beschäftigt sich intensiv in der Öffentlichkeitsarbeit zu Gesellschaftsfragen und Friedensinitiativen für Südasien. Dr. Gupta ist seit 1978 Mitglied der Zweiggesellschaft Bonn/Köln und war viele Jahre auch im Bundesvorstand aktiv. Zunächst im Kulturbeirat und später im Vorstand der Bundesgesellschaft, die er als 1. stellvertretender Vorsitzender von 1990 bis 1996 vertrat. Für seinen herausragenden Einsatz für die Völkerverständigung und sein langjähriges Engagement für die Zweiggesellschaft Bonn/Köln und den Bundesverband erhält Dr. Gupta die Ehrennadel der Deutsch-Indischen Gesellschaft.

Prof. Dr. Jürgen Ernst
Prof. Dr. Jürgen Ernst

Prof. Dr. Jürgen Ernst wurde am 17. Juni 1936 in Nürnberg geboren. Er studierte in Erlangen und Heidelberg Physik. 1965 folgte die Promotion am Max-Planck-Institut für Kernphysik in Heidelberg. Seinem Doktorvater folgend, arbeitete er ab 1966 am Helmholtz-Institut für Strahlen- und Kernphysik der Universität Bonn und wurde dort 1980 zum Professor C3 ernannt. Als Experimentalphysiker unternahm er mit seiner Arbeitsgruppe Experimente zur Kernspektroskopie und zur Untersuchung des Ablaufs von Kernreaktionen an Teilchenbeschleunigern in Deutschland, den USA und Kanada.

Prof. Dr. Jürgen Ernst ist seit 1978 Mitglied der DIG und seitdem ununterbrochen im Vorstand tätig. Er wurde unter dem damaligen 1. Vorsitzenden Bodo Prinz zu Sayn-Wittgenstein Geschäftsführer und übte dieses Amt bis in die 1990iger Jahre aus. Auch das Amt des Kassenwarts und kurz das Amt des Schriftwarts hielt er inne, um danach erneut zwei Jahre als Geschäftsführer aktiv die Geschicke der Gesellschaft zu leiten. Seit der letzten Vorstandswahl ist er wieder als stellvertretender Schatzmeister und Beisitzer tätig.

Neben seinem Wirken für die Deutsch-Indische Gesellschaft e.V. war er 2004 auch Gründungsmitglied des Deutsch-Indisch-Pakistanischen Forums e.V. und für diesen Verein zwei Jahre als Schatzmeister tätig. Des Weiteren ist er u. a. Mitglied bei Greenpeace, Amnesty International und dem Universitätsclub Bonn.

Prof. Ernst erhält die Ehrennadel für sein 35-jähriges unermüdliches Engagement für die Deutsch-Indische Gesellschaft. In unzähligen Veranstaltungen brachte er die Vielfalt der indischen Kultur in all ihren Facetten der Öffentlichkeit im Raum Bonn-Köln näher und gab durch seine Arbeit auch dem Bundesverband bedeutende Impulse.

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