Chennai

Chennai

Chennai (früher Madras) ist die Hauptstadt von Tamil Nadu und befindet sich an der Nordspitze des Bundesstaates. Es leben dort 4.681.087 Menschen auf einer Gesamtfläche von 174 km². Die Hafenstadt mit Seeverbindungen nach Südostasien und dem Pazifischen Ozean ist die fünftgrößte Stadt Indiens und nimmt auf der Liste der größten Weltmetropolen Platz 38 ein.

Chennai hat eine zweitausendjährige Geschichte im Laufe derer die Herrschaft über das Stadtgebiet zwischen den verschiedenen südindischen Regenten wechselte. Davon zeugen die zahlreichen Tempel der Stadt, sowie der Hafen an der Koromandelküste, der schon früher ein wichtiges Handelszentrum war. Dort tauschten Chinesen, Phönizier, Griechen, Römer und später auch Portugiesen und Franzosen ihre Waren. Darüber hinaus erlangte Chennai durch den Apostel Thomas Berühmtheit, der 58 nach Chr. in die Region kam und dort den Märtyrertod starb.

Der ehemalige Handelsstützpunkt der British East India Company ist heute eine wichtige Stätte für Industrie und Handel. Die Häfen der Stadt haben einen großen Beitrag zu dieser Entwicklung geleistet. In Chennai, das auch das „Detroit Indiens“ genannt wird, ist die Automobilindustrie stark vertreten und leistet einen Beitrag von über 40% zur gesamten indischen Automobilproduktion. Weiterhin ist die Stadt neben Bangalore und Hyderabad ein wichtiges Zentrum für die Softwarentwicklung und verfügt über mehrere IT-Komplexe. Ebenfalls in Chennai ansässig sind Leder-, Textil- und Chemieindustrie, einschließlich der Erdölverarbeitung.

Neben seiner Rolle als Handelsstützpunkt ist Chennai auch ein beliebtes Touristenzentrum, das mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten und wunderschönen Stränden lockt.

Sehenswürdigkeiten

Fort St. George
Eine der berühmtesten Sehenswürdigkeiten der Stadt ist das Fort St. George an der Kamarajar Road. Es wurde 1640 von der British East India Company errichtet und wird heute als Regierungs- und Verwaltungsgebäude genutzt. Innerhalb des, von einem Graben umgebenen, halbrund angelegten Forts stehen Kasernen und Offiziershäuser, die teilweise vom indischen Militär genutzt werden. Die zinnenbekrönten Mauern sind stellenweise bis zu 6 m dick. Direkt am Fort ist auch die St. Mary’s Church zu finden, die älteste anglikanische Kirche Indiens aus dem Jahre 1680.

Sri Kapaleswarar Tempel
In der Nähe der Kutchery Road befindet sich der Sri Kapaleswarar Tempel. Er ist der größte Tempel Chennais und wurde zu Ehren des Gottes Shiva errichtet. Der in vielen Liedern und Gedichten verherrlichte Tempel ist ein bemerkenswertes Beispiel südindischer Tempelarchitektur. Der imposante 37 m hohe Gopuram (Torturm) ist eine der Hauptattraktionen des Tempels, dessen Innenhof von diversen Bronzefiguren geschmückt wird. An diesem Ort soll der heilige Tirugnanasambandar ein Mädchen wieder zum Leben erweckt haben. Dieses Wunder wird alljährlich mit einem großen Tempelfest gefeiert.

Kathedrale San Thome
Die Kathedrale San Thome ist dem Apostel Thomas geweiht. Er kam nach Indien um das Evangelium zu predigen. An der Stelle der heutigen Kathedrale gründete Thomas eine kleine Kirche, in der er nach seinem Märtyrertod begraben wurde. 1505 wurde die römisch-katholische Kathedrale von den Portugiesen erbaut, später zerstört und 1893 stilgerecht wieder aufgebaut. Bemerkenswert sind der spitz zulaufende Glockenturm und der Altar im Inneren der Kathedrale.