Sarojini Naidu (ganz rechts) mit Mahatma Gandhi während des Salzmarsches, 1930
Sarojini Naidu (ganz rechts) mit Mahatma Gandhi während des Salzmarsches, 1930

Indiens neuer Preis nur für Frauen: Dr. Sarojni Naidu National Award

Zum ersten Mal hat das International Women’s Film Forum einen nationalen Preis nach der großen Friedenskämpferin und Dichterin, Wegbegleiterin von Mahatma Gandhi und Initiatorin der Asian Unity, Dr. Sarojni Naidu in der Noida Film City ausgerufen. Initiiert wurde der Preis von der International Chamber of Media and Entertainment Industry ICMEI. Ein Komitee auf 52 berufstätigen Frauen aus verschiedenen Lebens- und Arbeitsbereichen aus ganz Indien bereitet die erste Preisvergabe, die in einigen Wochen stattfinden soll, vor.

Nightingale von Indien

„Dr. Sarojni Naidu wird auch als ‚Nightingale von Indien’ (nach Florence Nightingale, der Reformerin der Gesundheitsfürsorge in England) bezeichnet. Sie war die erste Frau in Indien, die Gouvereur eines indischen Bundesstaates wurde. Sie rüttelte die Frauen Indiens wach und holte sie hinter dem Herd hervor. Naidu reiste von Bundesstaat zu Bundesstaat, von Stadt zu Stadt und setzte sich für die Rechte von Frauen ein. Sie hat den Frauen Indiens ihr Selbstbewusstsein zurückgegeben. Ihre Reise auf dem Weg zum Erfolg ist bis heute eine Inspiration für alle Frauen Indiens“, erläuterte Sandeep Marwah, Präsident der Marwah Studios und des ICMEI. Sandeep Marwah ist eine bekannte Persönlichkeit im Medienbereich des Subkontinents. Kürzlich erhielt er den Titel „Global Cultural Minister“. Er schuf das Internationale Frauenfilm Forum, um Frauen aus allen Lebensbereichen zu politischer, sozialer und wirtschaftlicher Gleichstellung und Stabilität zu verhelfen – nicht nur in Indien, sondern weltweit.

Sarojni Naido 1946 in Bombay (heute: Mumbai)
Sarojni Naido 1946 in Bombay (heute: Mumbai)

Sarojni Naidu entstammte einer Brahmanen-Familie in Bengalen. Sie war das älteste von acht Geschwistern. Ihr Vater war der Wissenschaftler Aghorenath Chattopadhyay. Sarojni Naidu studierte an der Universität Madras (heute: Chennai), dem Londoner King’s College und dem Cambridger Girton-Frauencollege. Dort lernte sie auch die Suffragettenbewegung, die Frauenrechtlerinnen Englands kennen. Naidus Gedichte wurden in mehrere Sprachen übersetzt.

Indische Unabhängigkeitsbewegung

Ab 1905 begann Naidu sich aktiv politisch für die indische Unabhängigkeitsbewegung einzusetzen. Sie organisierte 1908 eine Konferenz, auf der das Wiederverheiratungsrecht von Witwen diskutiert wurde. Eines ihrer wichtigsten Ziele war auch die friedliche Einigung von Hindus und Moslems.

Als enge Vertraute Mahatma Gandhis wurde Naidu eine Schlüsselfigur der Unabhängigkeitsbewegung und wurde wiederholt inhaftiert. 1925 war sie als zweite Frau Vorsitzende des Indischen Nationalkongresses – als erste Einheimische! 1929 vertrat sie Indien auf dem internationalen Frauenkongress in Berlin.

Für ihr antibritisches Engagement im Indischen Nationalkongress, der zur illegalen Organisation erklärt wurde, verbüßte Naidu in den Jahren 1930 bis 1932 sowie 1942 bis 1943 Haftstrafen.

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