INDIEN aktuell https://www.indienaktuell.de Tourismus, Wirtschaft und Kultur Sat, 11 Jul 2020 08:55:05 +0000 de-DE hourly 1 https://www.indienaktuell.de/wp-content/uploads/logo.png INDIEN aktuell https://www.indienaktuell.de 32 32 INDIEN im Theater am Faden https://www.indienaktuell.de/kultur/indien-im-theater-am-faden-695126 https://www.indienaktuell.de/kultur/indien-im-theater-am-faden-695126#respond Sat, 11 Jul 2020 08:44:13 +0000 https://www.indienaktuell.de/?p=695126 Lange gab es keine indische Musik mehr im Theater am Faden: alle Veranstaltungsstätten waren geschlossen und die Künstler aus dem Ausland durften nicht ausreisen und nicht einreisen. Unsere ursprünglich geplanten Konzerte mussten alle abgesagt werden.Inzwischen hat unser Theater wieder geöffnet, aber noch sind keine Musiker aus Indien auf Europa-Tournee.Wir präsentieren deshalb im Juli indische Künstler, …

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Lange gab es keine indische Musik mehr im Theater am Faden: alle Veranstaltungsstätten waren geschlossen und die Künstler aus dem Ausland durften nicht ausreisen und nicht einreisen. Unsere ursprünglich geplanten Konzerte mussten alle abgesagt werden.
Inzwischen hat unser Theater wieder geöffnet, aber noch sind keine Musiker aus Indien auf Europa-Tournee.Wir präsentieren deshalb im Juli indische Künstler, die in Deutschland leben.

Samstag 18.07., 20:00 Uhr
Sonntag 19.07., 17:00 Uhr
Klassische indische Musik
Nasir Aziz (Sitar), Monir Aziz (Tabla)

Die Brüder Nasir und Monir Aziz aus Afghanistan wurden bereits von Kindheit an von ihrem Vater, Musiker und Rundfunkdirektor in Kabul , im Spielen ihrer Instrumente unterrichtet. Als Jugendlicher begann Nasir bei dem grossen Meister Ustad Ehsan Irfan seine Ausbildung an der Sitar. Danach studierte in Indien bei berühmten Meistern wie Ustad Shahid Parvez. Nasir Aziz ist ein Virtuose auf der Sitar, Monir Aziz ist ein Meister der Tabla.

Samstag 25.07., 20:00 Uhr
Sonntag 26.07., 17:00 Uhr
Klassische südindische Musik
Subramania Siva (Flöte), Karthik Raman (Violine), S.G. Balakrishnan (Mridangam)
Subramania Siva wurde seit seiner Jugend in klassischer südindischer (karnatischer) Musik ausgebildet, die letzten 14 Jahre von Mukhya Prana aus der berühmten Prapanjam-Familie auf der Bansuri, der indischen Bambusflöte.
Karthik Raman stammt aus Bangalore, Indien. Dort wurde er seit ca. 25 Jahren in karnatischer klassischer Violine von Maestro Seshagiri Rao ausgebildet.
S.G. Balakrishnan
 spielt klassische indische Musik seit mehr als 20 Jahren und ist Schüler u.a. von Srimushnam Shri Rajaro.
Alle drei Künstler sind regelmäßig beim All India Radio zu hören.

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Amartya Sen erhält den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2020 https://www.indienaktuell.de/gesellschaft/amartya-sen-erhaelt-den-friedenspreis-des-deutschen-buchhandels-2020-695088 https://www.indienaktuell.de/gesellschaft/amartya-sen-erhaelt-den-friedenspreis-des-deutschen-buchhandels-2020-695088#respond Wed, 17 Jun 2020 20:21:17 +0000 https://www.indienaktuell.de/?p=695088 Der Stiftungsrat des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels hat den indischen Wirtschaftswissenschaftler, Philosophen und Nobelpreisträger Amartya Sen zum diesjährigen Träger des Friedenspreises gewählt. Das gab heute Karin Schmidt-Friderichs bekannt, die als Vorsteherin des Börsenvereins zugleich Vorsitzende des Stiftungsrats ist. In der Begründung des Stiftungsrats heißt es: „Wir ehren mit Amartya Sen einen Philosophen, der sich als …

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Der Stiftungsrat des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels hat den indischen Wirtschaftswissenschaftler, Philosophen und Nobelpreisträger Amartya Sen zum diesjährigen Träger des Friedenspreises gewählt. Das gab heute Karin Schmidt-Friderichs bekannt, die als Vorsteherin des Börsenvereins zugleich Vorsitzende des Stiftungsrats ist.

In der Begründung des Stiftungsrats heißt es: „Wir ehren mit Amartya Sen einen Philosophen, der sich als Vordenker seit Jahrzehnten mit Fragen der globalen Gerechtigkeit auseinandersetzt und dessen Arbeiten zur Bekämpfung sozialer Ungleichheit in Bezug auf Bildung und Gesundheit heute so relevant sind wie nie zuvor. Gesellschaftlichen Wohlstand nicht allein am Wirtschaftswachstum zu messen, sondern immer auch an den Entwicklungsmöglichkeiten gerade für die Schwächsten, gehört dabei zu seinen wichtigsten Forderungen. Amartya Sen hebt Solidarität und Verhandlungsbereitschaft als essentielle demokratische Tugenden hervor und beweist, dass Kulturen keine Quelle des Streits um Identitäten sein müssen. In eindringlichen Darstellungen zeigt er, wie Armut, Hunger und Krankheit mit fehlenden freiheitlichen Strukturen zusammenhängen. Mit dem ,Human Development Index‘, dem ,Capabilities Approach‘ und den ,Missing Women‘ hat er früh Konzepte vorgelegt, die bis heute hohe Maßstäbe für die Ermöglichung, Gewährleistung und Bewertung gleicher Chancen und menschenwürdiger Lebensbedingungen setzen. Sein inspirierendes Werk ist Aufruf dazu, eine Kultur politischer Entscheidungen zu fördern, die von der Verantwortung für andere getragen ist und niemandem das Recht auf Mitsprache und Selbstbestimmung verwehrt.“

Amartya Kumar Sen wurde am 3. November 1933 in Shantiniketan in Indien geboren. Geprägt wurde sein Aufwachsen durch die Unabhängigkeitsbewegungen in Indien während der 1940er Jahre und die Auseinandersetzungen zwischen Hindus und Moslems, die ebenfalls in dieser Zeit stattfanden, sowie von der großen Hungersnot in Bengalen 1943.

Nach einem Studium der Wirtschaftswissenschaften am Presidency College in Kalkutta, wurde er 1959 am Trinity College in Cambridge/England promoviert und widmete sich gleichzeitig dem Studium der Philosophie, was sich in einer Vielzahl seiner späteren Arbeiten niederschlägt: Problemstellungen der ökonomischen Theorie treffen auf Moralphilosophie und Ethik. Seit den 1960er Jahren lehrte Amartya Sen an zahlreichen Hochschulen, hierunter Delhi, Stanford, Berkeley, Oxford und Cambridge. Seit 2004 ist er als Professor an der Harvard Universität tätig.

Einer größeren Öffentlichkeit bekannt wurde Amartya Sen zunächst durch die Weiterentwicklung der Sozialwahltheorie und seine Analysen der Vereinbarkeit von grundlegenden gesellschaftlichen Entscheidungen und individuellen Rechten. Darüber hinaus setzt sich der Wirtschaftsphilosoph, zu dessen Forschungsthemen auch Public Health und Gender Studies gehören, unermüdlich für Demokratie, Freiheit und globale Gerechtigkeit ein. Er geht davon aus, dass sich die Qualität einer Wirtschaftsordnung weniger am Wachstum bemessen sollte, sondern diese vor allem von den Entwicklungsmöglichkeiten der Menschen abhängt sowie von ihrer Freiheit, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Mit seinem vielfältigen wissenschaftlichen Werk leistet er bedeutende Beiträge unter anderem zur Wohlfahrtsökonomie, Sozialwahltheorie, Entscheidungstheorie, zur Analyse von Hunger und Armut sowie zur Entwicklungsökonomie.

Für sein einflussreiches Wirken und seine in über 30 Sprachen übersetzten Bücher erhielt der Wirtschaftsphilosoph zahlreiche Auszeichnungen, darunter 1998 den Nobelpreis für Wirtschaft, sowie über 100 Ehrendoktortitel. Er lebt in Cambridge (Massachusetts) und ist seit 1991 mit der britischen Wirtschaftshistorikerin Emma Georgina Rothschild-Sen verheiratet, die ebenfalls an der Harvard University lehrt. Er ist Vater von vier Kindern.

Dem Stiftungsrat gehören Klaus Brinkbäumer, Prof. Dr. Raphael Gross, Dr. Moritz Helmstaedter, Dr. Nadja Kneissler, Prof. Dr. Karl-Josef Kuschel, Felicitas von Lovenberg, Prof. Dr. Ethel Matala de Mazza, Bascha Mika sowie Karin Schmidt-Friderichs an.

Die Verleihung des Friedenspreises findet am Sonntag, 18. Oktober 2020, unter den zu diesem Zeitpunkt geltenden Gesundheitsbestimmungen in der Frankfurter Paulskirche statt und wird live im Fernsehen übertragen. Der Friedenspreis wird seit 1950 vergeben und ist mit 25.000 Euro dotiert.

Weitere Informationen sind abrufbar unter www.friedenspreis-des-deutschen-buchhandels.de.

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17. Indisches Filmfestival Stuttgart vom 15. bis 19. Juli 2020 https://www.indienaktuell.de/kultur/17-indisches-filmfestival-stuttgart-vom-15-bis-19-juli-2020-694911 https://www.indienaktuell.de/kultur/17-indisches-filmfestival-stuttgart-vom-15-bis-19-juli-2020-694911#respond Fri, 12 Jun 2020 08:26:56 +0000 https://www.indienaktuell.de/?p=694911 Fünftägiger Film-Tripp nach Indien für 4.99 Euro Die Online-Ausgabe des 17. Indischen Filmfestival Stuttgart (IFFS) wagt einen tiefen Blick in die Psyche einer zerrissenen Gesellschaft. Europas größtes indisches Filmfestival lädt vom 15. bis 19. Juli 2020 unter iffo.indisches-festival.de oder die Homepage www.indisches-filmfestival.de zu einem Online-Besuch ins neue indische Kino ein. Für 4.99 Euro können mit …

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Fünftägiger Film-Tripp nach Indien für 4.99 Euro

Die Online-Ausgabe des 17. Indischen Filmfestival Stuttgart (IFFS) wagt einen tiefen Blick in die Psyche einer zerrissenen Gesellschaft. Europas größtes indisches Filmfestival lädt vom 15. bis 19. Juli 2020 unter iffo.indisches-festival.de oder die Homepage www.indisches-filmfestival.de zu einem Online-Besuch ins neue indische Kino ein. Für 4.99 Euro können mit dem Festivalpass fünf Tage lang zuhause aktuelle Spiel-, Kurz- und Dokumentarfilme angeschaut werden. Der Vorverkauf des preisgünstigen Festivalpasses läuft bereits seit Anfang Juli über die Festival-Homepage. Bereits im März entschied sich das veranstaltende Filmbüro Baden-Württemberg dazu, das Kultur-Event wegen der Corona-Pandemie ganz ins Internet zu verlagern.

Eeb! Allay! Ooo!
Eeb! Allay! Ooo!

Rennen um den begehrten Filmpreis ‚German Star of India‘

Auch das Online-Festival startet mit einem Eröffnungsfilm: Am Mittwoch, 15. Juli, wird von 12.00 bis 23.59 Uhr für die Inhaber des Festivalpasses zunächst der unterhaltsame Spielfilm ‚Eeb Allay Ooo!‘ von Prateek Vats freigeschaltet. In der Satire sind die heiligen Affen los, machen alles kaputt, auch in einem frommen Ministerium. Ab Donnerstag, 16. Juli, 0.01 Uhr, bis einschließlich Sonntag, 19. Juli, 23.59 Uhr, kann dann das gesamte Festivalprogramm angeschaut werden. Spielfilme werden an bestimmten Tagen teils mit Geoblocking für Deutschland freigeschaltet. Die Homepage verrät stets das Tagesprogramm. Die Bekanntgabe der Gewinnerfilme ist am Samstag, 18. Juli, 20 Uhr, geplant.

Ins Rennen um den begehrten Filmpreis ‚German Star of India‘ gehen in diesem Jahr das bildgewaltige und mehrfach ausgezeichnete Drama ‚Jallikattu – Bull Fight‘ von Lijo Jose Pellissery (Streaming voraussichtlich Donnerstag von 0.00 Uhr bis Sonntag, 23.59 Uhr) über die bestialische Gier des Menschen nach Genuss und die herrliche Satire ‚Eeb Allay Ooo!‘ von Prateek Vats (Streaming vorgesehen von Mittwoch 12 Uhr bis Donnerstag, 23.59 Uhr sowie am Sonntag 12 bis 16 Uhr limitiert für 300 User), in der professionelle Affen-Vertreiber die Laute von Langurenaffen nachahmen, um so die frechen Rhesusaffen zu verscheuchen. Denn viele InderInnen verehren Affen als Reinkarnation des Affengottes Hanuman. Sie füttern die Affen ehrfurchtsvoll, wodurch die Affen immer selbstbewusster werden.

Ein weiterer Kandidat ist der preisgekrönte Spielfilm ‚Kumbalangi Nights‘ von Madhu C. Narayanan (geplant Donnerstag, 0.00 Uhr, bis Freitag, 23.59 Uhr), eine echte indische Lovestory. Ein junger Mann kämpft um seine Traumfrau. Die Schwester der Angebeteten will diese Beziehung verhindern, denn seine Familie hat im Ort einen sehr schlechten Ruf. Ebenfalls im Wettbewerb: Der starke und sehr emotional inszenierte Spielfilm ‚Uyare‘ von Manu Ashokan (Streaming geplant von Samstag 0.00 Uhr bis Sonntag, 23.59 Uhr), der von einer jungen traumatisierten Pilotin handelt, die einen Säureanschlag überlebt hat.

In ‚A holy conspiracy‘ von Saibal Mitra (Streaming von Donnerstag, 0.00 Uhr, bis Sonntag, 23.59 Uhr) tobt in einem Gerichtssaal ein Glaubensstreit, der an einer christlichen Missionsschule in der Kleinstadt Hillolgunj entbrannt ist. Es geht um die biblische Schöpfungsgeschichte, Darwins Evolutionslehre und einen uralten vedischen Text, den die Hindi-Regierung im Lehrplan der christlichen Missionsschule verankern will. In der Spielfilm-Jury sitzen der deutsche Regisseur und Produzent Frieder Schlaich, der indische Filmemacher und LGBTQI-Aktivist Onir und Céline Loop, die Produzentin des Gewinnerfilms ‚Chippa‘ (2019).

Stromdiebe und ein Münchner in Bollywood

In der Online-Version des Indischen Filmfestival Stuttgart hinterfragt Anandana Kapur in ihrem Dokumentarfilm ‚Aayi Gayi‘ das Zitat: „Auf nationaler Ebene haben wir überschüssigen Strom. Die Stromversorgung ist also kein großes Problem. Aber das ganze Problem ist, wie man Strom verteilt.“ Es geht um Stromdiebe, die illegal Stromleitungen anzapfen und Menschen, die einfach nicht ihre Stromrechnungen bezahlen können. Die Dokumentarfilmerin will wissen, ob es ein soziales Recht auf Elektrizität gibt oder Strom eine Ware ist. Ganz anders ‚Patrick Goes to Bollywood‘, in der sich der Münchner Filmemacher Patrick Ranz in der indischen Filmbranche um einen Job vor der Kamera bemüht.

Wiedersehen mit Publikumsliebling Geetanjali Thapa

Das Publikum darf sich in der Kategorie Shorts insgesamt auf einen klugen Mix aus brandaktuellen Themen freuen. So wird auch das von der Regierung Modi erlassene umstrittene Staatsbürgerschaftsgesetz angepackt, das die Kriterien festlegt, wer Inder werden darf. Muslime werden laut Einbürgerungsgesetz extrem diskriminiert. ‚Frayed Lines‘ von Priya Belliappa mit Schauspielerin Geetanjali Thapa, dem IFFS- Publikumsliebling von 2018, spielt auf einer Kaffeeplantage in Kodagu, auf dem die Wanderarbeiterin Tabu nach einer 2.000 Meter langen Odyssee einen Job findet. Wie viele Menschen in Indien besitzt Tabu keine Geburtsurkunde. Nach dem neuen Gesetz ist für die junge Frau in dem 1,4 Milliarden-Volk kein Platz mehr.
Was ist im Land der tausend Sprachen und Kulturen plötzlich los, fragt sich Regisseurin Priya Belliappa.
Im Kurzfilmprogramm erwartet die ZuschauerInnen ebenso der 26-Minüter ‚Wig‘ von Atanu Mukherjee, der in die Welt der Hijras, Indiens drittes Geschlecht, führt. In Mumbai kreuzen sich die Wege einer alleinstehenden berufstätigen Frau und einer transsexuellen Sexarbeiterin. Es geht um Vorurteile gegen nicht verheiratete Frauen, die sich auf ihre berufliche Laufbahn konzentrieren und eine Minderheit im Schatten des indischen Mainstreams. Die Kamerafrau Pooja Gupte, die 2019 beim 16. IFFS eine Referentin der Masterclass ‚Making of Indian Cinema‘ war, nahm den Kurzfilm ihres Ehemanns Atanu Mukherjee auf.
Der Film wird in Kooperation mit dem Christopher Street Day Stuttgart gezeigt.

Filmisches Boxer-Denkmal für Tom Molineaux

Um Rassismus im Boxsport geht es in ‚The Bare Knuckle Gentlemen‘ von Nishad Chaughule. Der Film setzt dem befreiten afroamerikanischen Sklaven und später gefeierten Profi-Boxer Tom Molineaux ein filmisches Denkmal. Molineaux lebte in der ersten Hälfte des 19.Jahrhunderts in London und wurde erst 1997 in die International Boxing Hall of Fame aufgenommen.
Die Dynamik moderner Beziehungen thematisiert ‚3rd Stanza‘ von Tarun Wadhwa. ‚Apna Apna Andaz‘ von Avishkar Bhardwaj schildert die spannende Jagd nach einer Kinokarte, die Diebe einem jungen Cineasten gestohlen haben. ‚Don Jagatala Kavi‘ von Swapnil Vasant stellt einen Poeten in zwei Welten vor. Ein klassischer Konflikt zwischen Vater und Sohn: Raja will Gedichte schreiben; doch er soll auf dem Feld seines Vaters arbeiten. Anui Rawras ‚Doorbeen Binocular‘ begleitet zwei Straßenkinder auf ihrer Suche nach dem Glück. In ‚Gulabi Lens – La Vie En Rose‘ beobachtet Saurabh Wakankar, wie ein junges Paar in seinem neuen Einzimmerhaus in Mumbai die wahre Liebe entdeckt. Für seinen Kurzfilm ‚Natkhat‘ nahm Star-Produzent Shaan Vyas auf dem Regie-Stuhl Platz und engagierte für die Hauptrolle Leinwandliebling Vidya P. Balan, die 2006 zu den Top Ten der beliebtesten Bollywood-Schauspielerinnen gehörte. Balan spielt eine Mutter, die ihrem Sohn eine wertvolle Lektion gegen Frauenfeindlichkeit und das Patriarchat erteilt.

Jubiläum – zehn Jahre Filmwettbewerb ‚Short takes‘

Ebenfalls im Programm zu sehen sind die drei Gewinner-Filme des 10. Short takes Wettbewerbs in Kooperation mit pocket films. Diesmal darf der Sieger wegen der Pandemie leider nicht nach Stuttgart fliegen. Die Gewinner sind: ‚Noor‘ von Kiran Nagdev (erster Preis), ‚Nazariya‘ von Rishil (zweiter Preis) und ‚Saturday Nights‘ von Shivadarshan Sable (dritter Preis). Saameer Modi von pocket films hat zudem für das Stuttgarter Kurzfilmprogramm unter dem Motto ‚Hoffnungsschimmer‘ fünf Shorts kuratiert.

‚Good Morning Mumbai‘ und ‚Tea Talks‘

Neue Wege geht auch das Rahmenprogramm in der Online-Ausgabe: In einem ‚Tea Talk‘ kommen ‚Fridays for Future‘-Aktivisten aus Mumbai, Delhi und Stuttgart zu Wort. Der Corona-Lockdown gab in Delhi, der dreckigsten Stadt der Welt, den Blick frei zum Himalaya und verwandelte die Filmmetropole Mumbai in eine autofreie Geisterstadt. Hat dieser harte Cut das Klimabewusstsein auf dem Subkontinent geändert? Aus Delhi zugeschaltet sein wird der 16-jährige Schüler Aman Sharma, aus Mumbai der 23-jährige Architekturstudent Maheshwar Khetan, aus Stuttgart ein Aktivist. Teilnehmen wird auch Elvira Greiner, die Vorsitzende der Hilfsorganisation ANDHERI-Hilfe, die neben Entwicklungsarbeit in Indien auch
Klimaschutzprojekte verwirklicht.

Der gefragte indische Kameramann Paramvir Singh, der im Vorjahr in Stuttgart ein Referent der neuen Reihe ‚Making of Indian Cinema‘ war, wird regelmäßig aus dem Festival-Studio in Mumbai berichten. So wird er im Corona-Hotspot eine besondere Armenspeisung besuchen. In der neuen Gesprächsreihe ‚Good Morning Mumbai‘ kommen unter anderem der Hauptkorrespondent der Mediengruppe ‚Mumbai Mirror of the Times of India‘, Chaitanya Marpakwar, Karuna Ganguly, die auch die indische Gemeinschaft in der Neckar-Alb-Region fördert, die freischaffende Journalistin Natalie Mayroth, der indische Filmschaffende Onir und die Schriftstellerin Sifra Lentin aus Mumbai zu Wort. In Grußbotschaften aus Indien sagen bisherige Filmgäste und langjährige Freunde des Stuttgarter Filmfestivals „Hallo“. Auch die indische Community in Stuttgart wird mit Videoclips vertreten sein, etwa die in Mumbai geborene Sängerin und Tänzerin Fauzia Maria Beg.

In weiteren ‚Tea Talks‘ dokumentieren Inder mit ihren Handykameras, wie sie die Corona-Pandemie zuhause erleben. Alle loben die Initiative des Filmbüros Baden-Württemberg: Eine Online-Version sei ein Ausweg aus der weltweiten Starre im Kulturbetrieb. Dank des Filmfestivals in Stuttgart erreichen indische Filme nun ein großes Publikum.

Online-Kino mit Kasse, Shop und Kinosaal

Die Homepage www.indisches-filmfestival.de wird erstmals zum Online-Kino mit einem Foyer, in dem an einer Kasse ein preiswerter Festivalpass zu 4,99 Euro (all inclusive) und in einem Shop zum Beispiel indische Marionetten oder Festivaltaschen gekauft werden können. Hier sehen die UserInnen ebenso die kostenlosen Clips des Rahmenprogramms. Mittelpunkt des Filmtheaters auf der Homepage ist der digitale Kinosaal, in dem über Codes die Wunschfilme einmal angeschaut werden können. Der aktuelle Spielplan auf der Homepage verrät, wann welcher Film mit welchem Geoblocking zur Auswahl steht.

Fast zeitgleich legte die Corona-Pandemie Mitte März das öffentliche Leben in Stuttgart und seiner indischen Partnerstadt Mumbai lahm. Der Lockdown mit ungewissem Ausgang stellte das Festival-Team in der baden-württembergischen Landeshauptstadt vor neue Herausforderungen: Ganz absagen, verschieben oder Online? Das Filmbüro Baden-Württemberg, so stellt Festivalleiter Oliver Mahn klar, entschied sich für die digitale Variante. Erschwerend kommt dazu, dass Sponsorengelder ausfallen und Ticketeinnahmen aufgrund fehlender Erfahrungswerte nicht realistisch kalkuliert werden können. Die Stadt Stuttgart und das Land Baden-Württemberg unterstützen mit finanzieller Soforthilfe das 17. Indische Filmfestival Stuttgart.

„In unserem Online-Festival steckt viel Herzblut. Die ZuschauerInnen erwartet ein ganz besonderer virtueller Kinobesuch zu einem sensationell günstigen Preis und mit einem informativen, unterhaltsamen Rahmenprogramm“, verspricht Festivalleiter Oliver Mahn. Da die Filmfans keine physische Präsenz im realen Kino mehr benötigen, ist die Zielgruppe für das Indische Filmfestival Stuttgart jetzt weltweit.
„In dieser Herausforderung liegt eine große Chance, neue Wege zu gehen und andere Gruppen zu erreichen. Das Internet und die technischen Möglichkeiten, die heute zur Verfügung stehen, haben Kunst und Kultur eine Stimme gegeben, die ansonsten verstummt wäre“, gibt Festivalleiter Mahn zu bedenken.

Für die 18. Ausgabe von Europas größtem indischen Filmfestival im nächsten Jahr (21. bis 25. Juli 2021) erhoffen sich Mahn und sein Team jedoch wieder echte Festivalatmosphäre im festlich dekorierten Metropol Kino mit indischen Filmgästen auf dem Roten Teppich, Live-Auftritten und 5.000 begeisterten BesucherInnen. Aber vielleicht auch mit Elementen des Online-Festivals, die sich bewährt haben werden.

Zum Festival und alle Programminformationen geht es über: https://indisches-filmfestival.de/

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Indernet.Online 18. – 21. Juni 2020 https://www.indienaktuell.de/kultur/indernet-online-18-21-juni-2020-694892 https://www.indienaktuell.de/kultur/indernet-online-18-21-juni-2020-694892#respond Fri, 12 Jun 2020 08:03:01 +0000 https://www.indienaktuell.de/?p=694892 Die Online-Edition von INDERNET rückt näher und die diesjährige Ausstellung wird als umfangreiches mehrsprachiges Programm über die URL indernet.online zu präsentiert. Die virtuelle Show ist kostenfrei zugänglich und findet von Donnerstag den 18. bis Sonntag den 21.06.2020 statt. Täglich um 16:30 Uhr startet das Programm mit einem Workshop. Im Hauptprogramm werden insgesamt 16 Interviews mit …

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Die Online-Edition von INDERNET rückt näher und die diesjährige Ausstellung wird als umfangreiches mehrsprachiges Programm über die URL indernet.online zu präsentiert. Die virtuelle Show ist kostenfrei zugänglich und findet von Donnerstag den 18. bis Sonntag den 21.06.2020 statt.

Täglich um 16:30 Uhr startet das Programm mit einem Workshop. Im Hauptprogramm werden insgesamt 16 Interviews mit ausgewählten indisch-inspirierten Kreativen zu sehen sein, die durch digitale Showcases Einblicke in ihr kreatives Schaffen geben. Hierbei stehen Themen wie soziale Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit und Diversität im Vordergrund. Abgerundet wird jeder Ausstellungstag mit exklusiven Musik-, Tanz- und audiovisuellen Darbietungen.

Programm

Arbeitsauszüge

Highlights

  • Mit einem eigens entwickelten Augmented Reality-Filter werden Instagram-Nutzer*innen aufgerufen, Videos und Bilder aufzunehmen und Teil von #indernet2020 zu werden. 
  • Und auch die Kinder hatten bereits die Möglichkeit sich kreativ zu beteiligen. Ein Ausmalbild des INDERNET-Tigers durfte ausgedruckt und frei gestaltet werden. Die zahlreichen Einsendungen kann man während der Ausstellung in der Kids Gallery bewundern.
  • Darüber hinaus können sich Besucher*innen bei Anmeldung zum Newsletter über eine digitale Goody Bag zum Downloaden freuen.

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Online Yoga Festival for Mental Health am 14. Juni https://www.indienaktuell.de/gesundheit/online-yoga-festival-for-mental-health-am-14-juni-694877 https://www.indienaktuell.de/gesundheit/online-yoga-festival-for-mental-health-am-14-juni-694877#respond Thu, 11 Jun 2020 15:26:32 +0000 https://www.indienaktuell.de/?p=694877 Um Menschen dabei zu helfen, mit dem Stress und der Anspannung, die die Corona-Pandemie für sie mit sich gebracht hat, umzugehen, veranstaltet The Art of Living Foundation in Zusammenarbeit mit der Sri Sri School of Yoga und anderen internationalen Yoga Schulen das erste „Online Yoga Festival for Mental Health“ an diesem Sonntag, d. 14. Juni. …

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Um Menschen dabei zu helfen, mit dem Stress und der Anspannung, die die Corona-Pandemie für sie mit sich gebracht hat, umzugehen, veranstaltet The Art of Living Foundation in Zusammenarbeit mit der Sri Sri School of Yoga und anderen internationalen Yoga Schulen das erste „Online Yoga Festival for Mental Health“ an diesem Sonntag, d. 14. Juni.

Die Veranstaltung stellt praktische Werkzeuge und Techniken vor, die eine Yoga-Praxis, dazu gehören auch Meditation und Atemtechniken, für emotionales Wohlbefinden bietet. Das Festival ist eine offene, kostenlose Veranstaltung für jedermann zum Mitmachen und bietet eine Mischung aus verschiedenen Workshops sowie Reden von Experten aus verschiedenen Yoga-Schulen und Traditionen an.

Sri Sri Ravi Shankar, Gründer der Art of Living Foundation und einer der bekanntesten Yoga-Meister der Welt, wird die Veranstaltung eröffnen. Weitere Referenten und Workshopleiter sind unter anderem I.E. Frau Gaitri Issar Kumar, Botschafterin Indiens für die EU und Belgien, Prof. Adolfo Panfili, Präsident der Internationalen Vereinigung für orthomolekulare Medizin, Italien, Doug Swenson, Gründer von Sadhana Chi Yoga, USA, Dr. Ronald Steiner, Sportarzt Medizin, Wissenschaftler mit Forschungsschwerpunkt Prävention & Rehabilitation aus Deutschland, Dr. Holger Cramer, Direktor an der Abteilung für Innere und Integrative Medizin der Universität Duisburg-Essen und viele mehr.

Aus Deutschland werden außerdem auch die bekannten Yogalehrerinnen Sarah Stork, Schauspielerin und Fitnessyogaexpertin, Gabriela Bozic, Jivamukti Yogalehrerin, Tanja Seehofer, Yin Yoga Expertin & Coach sowie der Ayurveda Experte Alexander Linder Online-Workshops leiten.

Mit dem ersten Online Festival for Mental Health möchte die Art of Living Foundation der Gesellschaft eine Welle der Entspannung bringen und durch eine Vielzahl kostenloser Workshops zu einer gesunden und friedlichen Gemeinschaft beitragen. Es ist das erste Mal, dass sich die internationale Yoga-Community zusammenschließt und ein kostenloses Online-Programm anbietet, um unsere Gesellschaft bei der Bewältigung der Auswirkungen der aktuellen Krise zu unterstützen.

Das Festival möchte auch die Aufmerksamkeit auf die Notwendigkeit lenken, sich mit psychischer Gesundheit zu befassen und Yoga als wichtiges Instrument und Technik für das emotionale Wohlbefinden vorstellen.

Die Veranstaltung ist kostenlos. Eine vorherige Registrierung ist erforderlich, um sich für die Workshops anzumelden und die Zoom-Links zu den verschiedenen Online-Sessions zu erhalten, unter https://srisrischoolofyoga.org/eu/yoga-festival/

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Typisch indisch – Made in India https://www.indienaktuell.de/tourismus/typisch-indisch-produkte-geschuetzter-geografischer-herkunft-689764 https://www.indienaktuell.de/tourismus/typisch-indisch-produkte-geschuetzter-geografischer-herkunft-689764#respond Thu, 28 May 2020 11:18:00 +0000 https://www.indienaktuell.de/?p=689764 In Indien gibt es eine Reihe von Produkten, deren Name durch die geografische Herkunft geschützt ist. Kunst und Kunsthandwerk in Indien sind sehr vielfältig. Seien es die wunderschönen Saristoffe, feinste Miniaturmalereien und Metallarbeiten, kunstvolle Holzschnitzereien und Steinmetzarbeiten, faszinierende Silber- und Lackarbeiten, ausgeklügelte Stoffdruckverfahren, hochwertige Töpferkunst oder formvollendete Bronzefiguren, schöne Klangschalen oder kostbar verzierte Kleinmöbel – …

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In Indien gibt es eine Reihe von Produkten, deren Name durch die geografische Herkunft geschützt ist. Kunst und Kunsthandwerk in Indien sind sehr vielfältig. Seien es die wunderschönen Saristoffe, feinste Miniaturmalereien und Metallarbeiten, kunstvolle Holzschnitzereien und Steinmetzarbeiten, faszinierende Silber- und Lackarbeiten, ausgeklügelte Stoffdruckverfahren, hochwertige Töpferkunst oder formvollendete Bronzefiguren, schöne Klangschalen oder kostbar verzierte Kleinmöbel – diese Handwerkskünste sind alle regional geprägt und bieten somit ein unendliches Spektrum an Formen, Farben und Materialien. Hier ist eine Liste der offiziell nach ihrer geografischen Herkunft geschützten Produkte aus Indien, sortiert nach der Region, aus der sie kommen:

Jammu & Kashmir

  • Pashmina-Schal – das wohl bekannteste Produkt aus dieser Region, ein leichter Kaschmir-Wollschal
  • handgeknüpfte Teppiche
  • Papier-Maché
  • Schnitzereien aus Walnussholz

Himachal Pradesh

Kangra-Malerei
Kangra-Malerei. Foto: Asian Curator

  • Kangra-Malereien
  • Kullu Shawl – ein großer Schal bzw. eigentlich ein Schultertuch in leuchtenden Farben und geometrischen Mustern aus der Stadt Kullu
  • Chamba Rumal

Sikkim

  • ganz besonders große Kardamom-Kapseln

Arunachal Pradesh

  • die Arunachal Orange – und Dambuk ist die Orangenstadt der Region

Nagaland

Die Naga Mircha, eine sehr scharfe Chili
Die Naga Mircha, eine sehr scharfe Chili. Foto: Asit K. Ghosh

  • Naga Mircha – auch Naga-Jolokia-Chili genannt, ist eine Chilischote, die zu den allerschärfsten Chilis der Welt gehört
  • Chakhesang Shawl – ein handgemachter Schal mit auffallenden roten, blauen und weißen Motiven, der ursprünglich im Stamm der Chakhesang nur von männlichen Würdenträgern in hohen Positionen getragen wurde
  • Naga Baumtomate – oder Tamarillo, die mit Tomaten wenig zu tun; sie ist ein süßherbes Obst mit oft harter Schale, eiförmig und gelb- bis orangefarbenen

Assam

  • Muga-Seide – aus dem Brahmaputra-Tal; sie ist sehr strapazierfähig und hat einen natürlichen gelbgoldenen Schimmer
  • Joha-Reis – bekannt für sein delikates Aroma und den exzellenten Geschmack
  • Tezpur-Litschi

Manipur

  • Shaphee Lanphee – ein traditioneller, mit Baumwollfäden bestickter Stoff
  • Wangkhei Phee – ein weißer, transparenter Baumwollstoff mit eingewebten Mustern
  • Moirang Phee – so ähnlich wie Wangkhei Phee, nur mit ganz speziellen eigenen Mustern
  • Kachai-Zitronen

Mizoram

  • Mizo-Chili

Tripura

  • Tripura Queen – eine Ananas

Westbengalen

Santiniketan Lederwaren
Santiniketan Lederwaren. Foto: Samir Das

  • Darjeeling Tee
  • Santiniketan Lederwaren
  • Khirsapati oder Himsagar Mangos

Meghalaya

  • Khasi-Mandarinen
  • Memong Narang – eine endemische wilde Orangenart

Bihar

  • Madhubani-Malereien
  • Bhagalpur-Seide
  • Sikki Grass Work – Gegenstände, die aus einer bestimmten gefärbten Grasart, dem Sikki-Gras, geflochten werden

Uttar Pradesh

Chikan Stickerei
Chikan Stickerei. Foto: Tim Hughes

  • Varanasi Glasperlen
  • Lucknow Chikan-Stickerei
  • Dussehri-Mangos aus Malihabad
  • Brokat und Saris aus Varanasi

Rajasthan

 indisches Stoffdruckverfahren
Ein indisches Stoffdruckverfahren. Foto: Indien Artisans

  • Blue pottery – die blaue Keramik aus Jaipur
  • Kathputlis – Marionetten
  • Sanganeri Hand-Block Painting – Stoffdruck mit Stempeln

Gujarat

Patan Patola
Patan Patola. Foto: Academy of Arts

  • Agates of Cambay – die Karneole (Schmucksteine) aus der Region um Cambay, die es hier in blutrot, gelb, moosgrün, rosa, schwarz, weiß und grau gibt
  • Kutch-Stickereien (Embroidery)
  • Patan Patola – Patola Saris aus der Region Patan

Madhya Pradesh

  • Stoffe aus Chanderi – sie sind berühmt für ihre reich verzierten Bordüren
  • Lederspielzeug aus Indore – vor allem Tierfiguren werden aus Leder hergestellt
  • Ratlami Sev – ein Snack aus Erbsen- oder Kichererbsenmehl

Chhattisgarh

Bastar Dhokra
Bastar Dhokra. Foto: Bastar Arts

  • Bastar Dhokra – Metallarbeiten aus Bastar (ohne Eisen)
  • Bastar Holzkunsthandwerk
  • Bastar Iron Craft – Metallarbeiten (aus Eisen) aus Bastar

Odisha

Steinschnitzereien in Konark
Steinschnitzereien in Konark. Foto: Jyotirmaya

  • Konark Stone Carving – die Steinreliefe in Konark
  • Pattachitra – Bildrollen aus Stoff, auf denen oft Geschichten aus den hinduistischen Götterwelt dargestellt sind
  • Ganjam Kewda Flower – aus der männlichen Pandanus-Blüte (ein kleiner Baum oder Strauch) wird ein Extract hergestellt (Kewra), das man z. B. im Ayurveda als Heilmittel verwendet

Maharashtra

Warli Malerei
Warli Malerei im Sanskriti Kendra Museum in Neu-Delhi. Foto: Abishek Joshi

  • Puneri Pagadi – ein spezieller Turban, der in Pune seit dem 18. Jahrhundert als Symbol für Stolz und Ehre steht
  • Nashik Valley Wein – das Herz den indischen Weinanbaus
  • Mahabaleshwar Erdbeeren
  • Warli-Malereien – die Volksgruppe der Warli überliefert in ihren Malereien Schöpfungsmythen und Geschichten

Telangana

Hyderabad Haleem
Hyderabad Haleem. Foto: gmk

  • Filigrane Silberarbeiten aus Karimnagar
  • Hyderabad Haleem – ein dicker Eintopf aus Fleisch, Linsen und Gemüse
  • Narayanpet
  • handgewebte Saris
  • Pochampalli Ikat – in einer speziellen Web- und Färbetechnik hergestellte Stoffe

Goa

  • Feni – ein Schnaps, der entweder aus den Äpfeln der Cashewnüsse oder aus Palmwein hergestellt wird

Karnataka

Channapatna Holzspielzeug
Channapatna Holzspielzeug. Foto: Pratheep PS

  • Channapatna Holzspielzeug und Holzpüppchen
  • Mysore Sandelholzseife
  • Mysore Jasmin – eine spezielle Jasminart, die in Karnataka endemisch ist

Andhra Pradesh

  • Kondapalli Bommallu – Holzspielzeug, kleine Figuren aus Holz
  • Tirupathi Laddu – kleine, süße Kugeln aus Erbsenmehl, Cashews, Kardamom, Ghee, Zucker und Rosinen

Puducherry

Villianur Terracotta-Arbeiten
Villianur Terracotta-Arbeiten. Foto: McKay Savage

  • Villianur Terrakotta-Arbeiten

Tamil Nadu

Wet Grinder
Ein Wet Grinder, wie man ihn in vielen indischen Familien findet. Foto: Vinayak

  • Kancheepuram-Seide
  • Coimbatore Wet Grinder – eine Mühle zum Mahlen von Korn, vor allem zur Herstellung von Dosas und Idlis
  • Thanjavur-Malereien
  • die Tempeljuwelen von Nagercoil

Kerala

Aranmula Kannadi - Spiegel aus Kerala
Aranmula Kannadi – Spiegel aus Kerala. Foto: Rajesh Nair

  • Aranmula Kannadi – handgemachte Spiegel aus Aranmula
  • Palakkadan Matta Reis – ein brauner Reis, der sehr gesund sein soll
  • Balaramapuram Saris und feine Baumwollstoffe

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Rezension: „In Bombay ertrinkt man nicht im Meer“ https://www.indienaktuell.de/buecher/rezension-in-bombay-ertrinkt-man-nicht-im-meer-694440 Mon, 04 May 2020 07:31:44 +0000 https://www.indienaktuell.de/?p=694440 Wie fühlt man sich wohl, wenn man das erste Mal nach Indien reist – ohne Reisegruppe, ohne Rundum-sorglos-Paket, ohne schützendes Ayurveda-Resort um sich herum – und in der Millonenmetropole Mumbai landet? Der Drehbuchautor und Schriftsteller Georg Heinzen schildert in seinem Roman „In Bombay ertrinkt man nicht im Meer“, was der Mittfünfziger Konrad bei der Recherche …

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Wie fühlt man sich wohl, wenn man das erste Mal nach Indien reist – ohne Reisegruppe, ohne Rundum-sorglos-Paket, ohne schützendes Ayurveda-Resort um sich herum – und in der Millonenmetropole Mumbai landet? Der Drehbuchautor und Schriftsteller Georg Heinzen schildert in seinem Roman „In Bombay ertrinkt man nicht im Meer“, was der Mittfünfziger Konrad bei der Recherche zum Schicksal zweier ehemaliger Mitschüler dort erlebt.

Georg Heinzen, Autor des Kultbuches „Von der Nutzlosigkeit, erwachsen zu werden“ (und des Folgeromans „Von der Nutzlosigkeit, älter zu werden“) kennt die Stadt. Er hat hier einige Monate gelebt und zusammen mit seinem Sohn Florian Heinzen-Ziob  2016/2017 den Dokumentarfilm „Original Copy“ über ein Traditionskino in Mumbai und den aussterbenden Beruf des Kinoplakatmalers gedreht und produziert.

Sein Protagonist Konrad in seinem Roman „In Bombay ertrinkt man nicht im Meer“ ist ein Lehrer an einem Internat, das ursprünglich zur Ausbildung des katholischen Priesternachwuchses gegründet wurde und an dem er einst selbst Schüler war. Konrad ist nicht gerade ein abenteuerlustiger Typ. 
Sein Leben verläuft im immer gleichen Trott. Nur als Redakteur des Internats-Nachrichtenblatts kann er noch ein wenig dem Traum von einer journalistischen Karriere nachhängen. Und in dieser Funktion erhält er eines Tages die Nachricht vom Tod zweier ehemaligen Mitschüler, die beide am gleichen Tag „in Bombay“ umgekommen sein sollen. Eigentlich fährt Konrad jedes Jahr an Pfingsten mit seiner Frau nach Kreta, wo beide dann getrennte Wege gehen. Sie liegt am Strand, er wandert durch die Landschaft. Die beiden haben sich nicht mehr viel zu sagen. Dieses Mal bucht er ganz spontan einen Flug in die indische Metropole. Allein. Seine Frau will ohnehin auch mal was anderes machen, Yoga in der Toscana.

Konrad erlebt in Mumbai einen Kulturschock. Der chaotische Verkehr, die Sommerhitze, die unendlich vielen Menschen auf den Straßen, in den Regionalzügen, das Sprachengewirr – das alles überwältigt ihn gleich zu Beginn. 
Doch er trifft hilfreiche Menschen, allen voran Riva, einen Rikscha- und Taxifahrer, und Scarlett, die ehemalige Putzfrau der beiden Mitschüler. Konrad taucht ein in die Stadt, schlägt sich – meist mithilfe der beiden – durch den Moloch Mumbais und lernt viele Facetten dieser Metropole kennen. Bei seinen Recherchen begibt er sich an Orte, die man als Tourist sonst nicht zu sehen bekommt, wie den Khar West Cremation Ground oder den Slum in Bandra, in dem Scarlett wohnt. Er zieht vom Hotel in die verlassene Wohnung der beiden Vermissten, schlägt sich dort mit den anderen Hausbewohnern herum. Er begegnet den unterschiedlichsten Menschen mit verschiedensten kulturellen Hintergründen und tut Dinge, die er sich selbst vermutlich nie zugetraut hätte. All das – die Gespräche, die Atmosphäre – schildert Georg Heinzen so plastisch und häufig mit einem schönen, leicht ironischen Unterton, dass man sich sofort in die entsprechenden Situationen hineinversetzt fühlt und aus dem Schmunzeln gar nicht mehr herauskommt. Auch der Charme dieser hilfsbereiten, aber auch sehr geschäftstüchtigen, schlitzohrigen Menschen, die in dieser Stadt ums Überleben kämpfen, kommt sehr gut rüber.

„In Bombay ertrinkt man nicht im Meer“ ist ein kurzweiliger, sehr unterhaltsamer Roman mit überraschenden Wendungen. Wer Mumbai nicht kennt, dem kann ich das Buch wärmstens empfehlen. Es  wird Sie vor so mancher Überraschung bei der ersten Reise dorthin bewahren. Diejenigen, die Mumbai bereits kennen und lieben, werden sicher bei der Lektüre über zahlreiche Déjà-vus schmunzeln. Man kann Bombay förmlich riechen, schmecken, fühlen. Jede Seite verströmt das Flair dieser durchgeknallten, großartigen Stadt. Ein Muss für jeden Bombay-Liebhaber!

„In Bombay ertrinkt man nicht im Meer“

Roman von Georg Heinzen
256 Seiten, gebunden und als eBook

Erscheinungsdatum: 1. Mai 2020 bei polyphembooks.de

Preis: 20 EUR (gebunden), 9,90 EUR (eBook)
Print-ISBN:     978-3-00-061726-3 eBook-ISBN: 978-3-00-062018-8

Gewinne eins von drei Büchern
„In Bombay ertrinkt man nicht im Meer“

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100. Geburtstag von Vicente Ferrer im Zeichen der COVID-19-Prävention https://www.indienaktuell.de/gesellschaft/100-geburtstag-von-vicente-ferrer-im-zeichen-der-covid-19-praevention-694529 https://www.indienaktuell.de/gesellschaft/100-geburtstag-von-vicente-ferrer-im-zeichen-der-covid-19-praevention-694529#respond Fri, 10 Apr 2020 12:31:22 +0000 https://www.indienaktuell.de/?p=694529 Ausbreitung des Coronavirus mit dramatischen Folgen für Südostindien 9. April 2020 – Heute wäre der Stiftungsgründer und Namensgeber der Vicente Ferrer Stiftung 100 Jahre alt geworden. Doch der Geburtstag von Vicente Ferrer (9.4.1920-19.6.2009) steht ganz im Zeichen der COVID-19-Prävention. Denn Indien ist mit 1,3 Milliarden Menschen eines der bevölkerungsreichsten Länder der Welt, ein großer Teil …

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Ausbreitung des Coronavirus mit dramatischen Folgen für Südostindien

9. April 2020 – Heute wäre der Stiftungsgründer und Namensgeber der Vicente Ferrer Stiftung 100 Jahre alt geworden. Doch der Geburtstag von Vicente Ferrer (9.4.1920-19.6.2009) steht ganz im Zeichen der COVID-19-Prävention. Denn Indien ist mit 1,3 Milliarden Menschen eines der bevölkerungsreichsten Länder der Welt, ein großer Teil der  Menschen lebt in extremer Armut – hier die geforderte soziale Distanz zu wahren, um die Ansteckungsgefahr zu verringern, ist nur schwer durchzusetzen. Die Vicente Ferrer Stiftung widmet deshalb nicht nur ihre gesamten personellen und materiellen Ressourcen der Prävention und Eindämmung der COVID-19-Verbreitung. Aus Anlass des Geburtstags spendet sie einem öffentlichen Krankenhaus in Anantapur zudem 360.000 Euro, damit dort den Infizierten noch besser geholfen werden kann.

Vicente Ferrer hat vor mehr als 50 Jahren im Südosten Indiens begonnen, die unermessliche Armut der Landbevölkerung zu bekämpfen, 1978 gründete er den Rural Development Trust, heute Vicente Ferrer Stiftung Indien. Im Laufe der Jahre sind vielfältige Entwicklungsprogramme entstanden, gemeinsam mit den zahlreichen Helferinnen und Helfern konnten schon viele Krisen und Kämpfe gemeistert werden. Aber die aktuelle Situation ist neu und erfordert drastische Veränderungen. Anne Ferrer, die Geschäftsführerin der Stiftung, bekräftigt: „Wir gehen durch schwierige Zeiten, die zweifellos, wie alle Krisen, die Schwächsten betreffen werden“. „Die Organisation stellt ihre personellen und materiellen Ressourcen in Abstimmung mit der Regierung und den lokalen Behörden der Staaten, in denen wir tätig sind, in den Dienst der Prävention und der Hilfe für die Bevölkerung“, so Moncho Ferrer, Programmdirektor der Stiftung. Darüber hinaus unterstützt sie mit einer Spende in Höhe von 360.000 Euro auch ein öffentliches Krankenhaus.

Foto: Paloma Navas
Foto: Paloma Navas

Erste Maßnahmen im März eingeleitet

Bereits am 18. März 2020 hat die indische Regierung über die Schließung von Schulen, Turnhallen, sozialen und kommerziellen Zentren, Schwimmbädern und Theatern verfügt. So wurden auch viele der Büros der Vicente Ferrer Stiftung Indien, alle schulischen, beruflichen und universitären Bildungseinrichtungen, CP- und ID-Zentren sowie die Anantapur Sports Academy sukzessive geschlossen. Seitdem ist es das Hauptziel unserer mehr als 2.500 Kolleginnen und Kollegen vor Ort, möglichst viele Menschen über COVID-19 zu informieren, für die Gefahren zu sensibilisieren und Präventionsmaßnahmen aufzuzeigen – insbesondere in den abgelegenen ländlichen Regionen. Denn hier leben die Menschen unter oft unzulänglichen hygienischen Bedingungen. Um sie zu erreichen, hat die Stiftung einen Bibliobus, der sonst dazu dient, Bücher und Lehrmaterialien in die Dörfer mit dem höchsten Grad an Analphabetismus zu bringen, in ein mobiles COVID-19-Infofahrzeug umgebaut. Außerdem haben die Gesundheitszentren Informationsleitfäden erarbeitet, die an die Familien verteilt und über die Social Media Kanäle der Stiftung kommuniziert werden.

Foto: RDT Indien
Foto: RDT Indien

Einrichtungen im Dienst der Pandemie

Seit der am 24. März durch die indische Regierung erlassenen Ausgangssperre wurden bis auf weiteres Sprechstunden, ambulante Dienste und Operationen in den drei Stiftungskrankenhäusern abgesagt. „Diese Entscheidung ist eine Antwort auf die Notwendigkeit, die Gesundheitsdienste zu entlasten und Notfälle zu bewältigen. Die Betreuung von Schwangeren und Geburten ist das Einzige, was wir weiterführen“, sagt Dr. Bala, Direktor des Krankenhausnetzes der Vicente Ferrer Stiftung. Das medizinische und pflegerische Personal wird in der Verwendung von Schutzausrüstung geschult. Darüber hinaus hat die Stiftung ein eigenes Transportsystem eingerichtet, um das Gesundheitspersonal sicher von dem Wohnort zu den Gesundheitszentren zu bringen.

Das Krankenhaus in Bathalapalli produziert Desinfektionsmittel, um die Gesundheitsdienste noch weiter zu unterstützen, während die Teams in den Kunsthandwerkstätten gemeinsam mit den dort angestellten Frauen Masken nähen. Diese werden vor allem an Mitarbeitende der Stiftung, die die Bevölkerung vor Ort sensibilisieren, an das Gesundheitspersonal in den Krankenhäusern und an Regierungsangestellte, die für die Einhaltung der Maßnahmen sorgen, verteilt. Dr. Bala kündigte zudem die Einrichtung einer Isolierstation für potentiell Infizierte im Bathalapalli-Krankenhaus an. Die Maßnahme erfolgt in Abstimmung mit den lokalen Behörden und dient der Entlastung der öffentlichen Krankenhäuser. Außerdem stellt die Stiftung die aufgrund der aktuellen Beschränkungen ungenutzten Einrichtungen wie Schulen oder Büros für Gesundheitszwecke zur Verfügung. 

Foto: RDT Indien
Foto: RDT Indien

Verteilen von Lebensmitteln

Die Stiftung verteilt derzeit in Zusammenarbeit mit der Regierung täglich etwa 4.000 Mahlzeiten, die auf dem Campus der Stiftung und der Anantapur Sports Academy gekocht werden, Trockenrationen und lebensnotwendige Hilfsgüter an Migranten, arbeitslose Lohnarbeiter und Menschen, die stark unter den Beschränkungen leiden.  So werden in der Stadt Anantapur zweimal täglich in den am stärksten betroffenen Stadtteilen 400 betroffene Personen mit Mahlzeiten versorgt. Jedoch gibt es allein in dieser Region bereits etwa 10.000 Menschen, die Nahrung benötigen. 50 Prozent der Familien mit HIV- oder Tuberkulose-Patienten erhalten außerdem Ernährungspakete, die eine ausgewogene Ernährung für die nächsten drei Monate garantieren. Zudem stellt die Stiftung auch die Verteilung von Nahrungsmitteln und Wasser an die Wanderarbeiter und deren Familien sicher, die sich derzeit in staatlich betriebenen Aufnahmezentren befinden und aufgrund der Einschränkungen und Grenzschließungen nicht nach Hause zurückkehren können.

Über die Vicente Ferrer Stiftung Deutschland:

Trotz großer Fortschritte sind in Indien immer noch sehr viele Menschen von extremer Armut betroffen: Geschätzte 176 Millionen Menschen mussten laut Angaben der Weltbank 2019 mit weniger als 1,90 Dollar pro Tag überleben (2).  Die Vicente Ferrer Stiftung (VFS) Deutschland ist Teil der Stiftungsfamilie Vicente Ferrer, die sich bereits seit 50 Jahren für die Verbesserung der Lebensbedingungen der am stärksten Benachteiligten im ländlichen Indien einsetzt. Gemeinsam mit der Vicente Ferrer Stiftung Indien, der Fundación Vicente Ferrer Spanien sowie der Vicente Ferrer Foundation USA, werden Projekte in den Bereichen Bildung, Familie, Gesundheit, Inklusion, Landwirtschaft und Infrastruktur realisiert. Ein besonderer Fokus der Vicente Ferrer Stiftung Deutschland ist die Stärkung von Frauen. Ziel ist es, sie zu den Hauptakteurinnen in ihrem eigenen Entwicklungsprozess zu machen und gemeinsam mit ihnen den Wandel hin zu einer humaneren, gleichberechtigten Gesellschaft in Indien aktiv mitzugestalten.

Foto: RDT Indien

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Indien unter Lockdown inmitten schwerwiegender Bedenken nach einem plötzlichen Anstieg der infizierten Fälle des Corona-Virus. https://www.indienaktuell.de/gesundheit/indien-unter-lockdown-inmitten-schwerwiegender-bedenken-nach-einem-ploetzlichen-anstieg-der-infizierten-faelle-des-corona-virus-694519 https://www.indienaktuell.de/gesundheit/indien-unter-lockdown-inmitten-schwerwiegender-bedenken-nach-einem-ploetzlichen-anstieg-der-infizierten-faelle-des-corona-virus-694519#respond Mon, 23 Mar 2020 13:19:53 +0000 https://www.indienaktuell.de/?p=694519 Millionen von Menschen in ganz Indien wurden bis Ende des Monats einer Ausgangssperre unterstellt. Einwohner, der risikostarken 75 Distrikten, darunter in Großstädten wie den Hauptstädten Neu-Delhi, Mumbai, Bangalore, Chennai, Hyderabad und Kolkata, sind bis zum 31. März Reise-, Arbeits- und Bewegungseinschränkungen ausgesetzt. Indien – das zweitbevölkerungsreichste Land der Welt – hat laut dem Ministerium für …

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Millionen von Menschen in ganz Indien wurden bis Ende des Monats einer Ausgangssperre unterstellt. Einwohner, der risikostarken 75 Distrikten, darunter in Großstädten wie den Hauptstädten Neu-Delhi, Mumbai, Bangalore, Chennai, Hyderabad und Kolkata, sind bis zum 31. März Reise-, Arbeits- und Bewegungseinschränkungen ausgesetzt. Indien – das zweitbevölkerungsreichste Land der Welt – hat laut dem Ministerium für Gesundheit und Familien 433 Fälle von Coronavirus Erkrankten, darunter sieben Todesfälle. Ein plötzlicher Anstieg der Fälle hat zu wachsenden Bedenken hinsichtlich der Fähigkeit des Landes geführt, genug Corona Virus Tests durchführen zu können, und dass sich ein schwerwiegender Ausbruch in der Größenordnung Europas – dem neuen Epizentrum der Pandemie – im Land ausbreiten wird. In Neu-Delhi wurden die öffentlichen Verkehrsmittel, einschließlich der U-Bahn und der Rikschas, eingestellt, alle Geschäfte, Fabriken, Kultstätten und Büros geschlossen, die zwischenstaatlichen Reisen eingestellt, die Grenzen zu den Nachbarstaaten geschlossen und die Menschen aufgefordert, bis zum 31. März in ihren Häusern zu bleiben.

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„Wir retten diese Kinder!“ – Wie ein Moment alles verändert und zur Hoffnung für unzählige Menschen wurde https://www.indienaktuell.de/bildung-forschung-entwicklung/wir-retten-diese-kinder-wie-ein-moment-alles-veraendert-und-zur-hoffnung-fuer-unzaehlige-menschen-wurde-694502 https://www.indienaktuell.de/bildung-forschung-entwicklung/wir-retten-diese-kinder-wie-ein-moment-alles-veraendert-und-zur-hoffnung-fuer-unzaehlige-menschen-wurde-694502#respond Wed, 11 Mar 2020 19:16:30 +0000 https://www.indienaktuell.de/?p=694502 Es ist heiß, laut und es stinkt, als Gabriele und Jürgen Fluhr 2007 aus dem Taxi steigen und gemeinsam mit Father Franklin einen Slum in Kalkutta besuchen. Das Ehepaar kennt den Priester, der sich hier und im indischen Bhopal für die Ärmsten der Armen einsetzt, seit langen Jahren. Franklin ist regelmäßig zu Gast in Osnabrück, …

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Es ist heiß, laut und es stinkt, als Gabriele und Jürgen Fluhr 2007 aus dem Taxi steigen und gemeinsam mit Father Franklin einen Slum in Kalkutta besuchen. Das Ehepaar kennt den Priester, der sich hier und im indischen Bhopal für die Ärmsten der Armen einsetzt, seit langen Jahren. Franklin ist regelmäßig zu Gast in Osnabrück, um Spenden für seine vielen Hilfsprojekte zu sammeln.

Die Menschen bilden eine Traube um die europäischen Besucher, Smog und Schweiß bilden eine graue Schicht auf der Haut. Plötzlich löst sich ein Mann aus der Masse und drückt Gabriele ein Baby in den Arm. Es ist in Lumpen gehüllt, kaum vier Monate alt, aus dunklen Augen blickt es stumm in die Welt. Father Franklin ist betrübt und übersetzt schließlich, dass der Mann seine Tochter verkaufen möchte, für umgerechnet 20 Euro. Wort- und hilflos schauen Gabriele und Jürgen auf das Kind, dessen Leben buchstäblich in ihren Händen liegt. Sie können es nicht mit nach Deutschland nehmen und bitten Franklin, es in seinem Waisenhaus aufzunehmen. Mit trauriger Miene erklärt er, dass es unzählige Kinder gäbe, denen es schlechter gehe, die keine Eltern haben, keine Hoffnung, keine Zukunft – und sei sie auch nur 20 Euro wert. Auch er kann das Kind nicht nehmen.

„Der Moment, als wir das Mädchen zurückgeben mussten, war hart“, erinnert sich Jürgen Fluhr. „Wir besiegelten sein Schicksal voller Armut, Gewalt und schrecklichem Elend, fühlten uns schuldig und hatten doch keine Wahl. So etwas lässt dich nicht mehr los und uns war klar, dass wir für dieses und die unzähligen anderen Kinder etwas tun mussten.“ Ein paar Tage später führt Franklin seine deutschen Gäste durch eine seiner Schulen, die er für verlorengeglaubte Straßen- und Waisenkinder in Bhopal aufgebaut hat. „Der Kontrast zu den Kindern im Slum war gewaltig“, so Fluhr. „Ihre Augen strahlten, sie lachten und waren so voller Zuversicht und Lebensmut. Die Kluft zwischen grausamstem Elend und überquellenden Lebensglück ist in Indien wahnsinnig schmal. Ein paar Euro können alles verändern.“

Schon auf dem Rückflug nach Deutschland entschloss sich daher das Ehepaar Fluhr eine eigene Hilfsorganisation in Leben zu rufen, um Father Franklins Projekte zu unterstützen. Mit einer Handvoll Gleichgesinnter gründen sie 2008 die IndienHilfe Wallenhorst e.V., die sich ein paar Jahre später in IndienHilfe Deutschland e.V. umbenennen sollte.

„In den ersten Jahren sammelten wir einfach nur Geld“, erläutert Jürgen Fluhr. „Wir sprachen Leute an, Freunde, Bekannte. Erzählten von unserem Erlebnis und trafen auf enorme Hilfsbereitschaft. Wenn man sieht, wofür wir hier in Deutschland Geld ausgeben, mit welchen Sorgen und Problemchen wir uns rumschlagen und wie es anderswo in der Welt aussieht, dann kann man sich eigentlich nur noch hinsetzen und weinen … oder eben lachen.“

Das Lachen liegt Jürgen Fluhr mehr. Er ist ein fröhlicher Typ, der gut mit Menschen umgehen und sie vor allem überzeugen kann. „Jahrelange Vertriebserfahrung in Moskau und der Türkei“, schmunzelt er. „Gute Geschäfte machen liegt mir im Blut.“ Und tatsächlich nimmt das Projekt „IndienHilfe“ mehr und mehr Fahrt auf. Die Mitgliederzahlen wachsen, das Spendenaufkommen auch. 2013 errichtet der Verein einen kompletten Brunnen auf dem Schulgelände in Indien. Zwei Jahre später folgt der Bau einer eigenen Nähschule, in der junge Mädchen eine Ausbildung und damit die Chance auf ein besseres Leben erhalten.

„Wir kannten eine gelernte Näherin, die bereits in Rente war und für sechs Wochen nach Indien ging, um das Projekt fachlich zu begleiten“, erklärt Fluhr. „Die Mädchen bekommen nach ihrer einjährigen Ausbildung eine Nähmaschine nebst Utensilien geschenkt, mit der sie Geld verdienen und sich eine Zukunft aufbauen können. Mittlerweile gibt es vier Nähschulen, die von Ordensschwestern geleitet werden.“ Projekte wie dieses sind dringend nötig, denn jedes Jahr verlassen Hunderte von Heranwachsenden Franklins Schulen und Hostels, um Platz für neue Kinder zu machen. Ohne eine Ausbildung ist die Gefahr groß, dass sie in die Spirale aus Hunger, Angst und Ausbeutung zurückfallen.

Gemeinsam mit deutschen Unterstützern werden die ehemaligen Straßen- und Waisenkinder zu Schweißern, Mechatronikern oder Krankenschwestern ausgebildet. Manche studieren sogar und erfüllen sich Lebenswege, von denen sie ohne die IndienHilfe Deutschland e.V. nicht mal zu träumen wagten. „Letztlich bleibt es natürlich ein Tropfen auf den heißen Stein“, weiß auch Jürgen Fluhr. „Auch wenn unser Spendenaufkommen immer weiter wächst und viele neue Heimplätze für Kinder geschaffen werden konnten, muss Franklin jedes Jahr zahlreiche hoffnungsvolle Kinder abweisen, für die schlicht kein Platz mehr ist. Aber wie heißt es noch so schön: Wer ein Leben rettet, rettet die ganze Welt.“

Tatsächlich wächst nicht nur das Spendenaufkommen. Auch die Komplexität der Projekte nimmt zu. Fördermittel von Stiftungen und dem Bund kommen hinzu und als 2016 der erste Geschäftsbericht erstellt wird, belaufen sich die Spendeneinnahmen auf stolze 148.000 Euro. „Heute stehen wir bei 250.000 Euro“, freut sich Jürgen Fluhr. „Hinzu kommen über 300 Mitglieder, 11 deutsch-indische Schulpartnerschaften und unzählige Unterstützer.“

Gerade die Schulpartnerschaften sind ein besonderer Baustein der Erfolgsgeschichte. Dabei  vermittelt und betreut die IndienHilfe Deutschland e.V. Partnerschaften zwischen deutschen und indischen Schulen. Es gibt Schulveranstaltungen, Unterrichtsinhalte, Brieffreundschaften und mittlerweile sogar schon Fahrten nach Indien. „Das Schöne bei uns ist, dass wir den Kindern einen sehr direkten und authentischen Einblick in unsere Arbeit und die indische Lebenswirklichkeit vermitteln können“, so Fluhr. „Father Franklin besucht uns fast jedes Jahr und erzählt den Schülerinnen und Schülern, was mit ihren Spenden alles ermöglicht wurde.“

Und es wurde viel ermöglicht: Alle Schulen, Kindergärten und sonstige Einrichtungen wurden mit Wasserfiltern ausgestattet, ein zweiter Brunnen gebaut, Plantagen und Felder bepflanzt, eine Imkerei aufgebaut, ein Wohnheim errichtet und Hunderte von Kindern ernährt, versorgt und ausgebildet. „Wir verfolgend zwei Ansätze“, verdeutlicht Fluhr. „Erstens wollen wir möglichst vielen Kindern Bildung und damit den Weg aus der Armut ermöglichen. Und zweitens sollen die Selbstversorgung der Schulen und Hostels gestärkt werden.“ Für Letzteres wurde im vergangenen Jahr eine eigene Büffelfarm aufgebaut. Mit Mitteln des Bundes errichtete die IndienHilfe Deutschland e.V. einen Stall für bis zu 50 Wasserbüffel, deren nahrhafte Milch nun verkauft oder zur Eigenversorgung genutzt werden kann.

„Der Dung wird über eine Biogasanlage zu Gas umgewandelt, was zum Kochen genutzt wird“, freut sich Jürgen Fluhr. „Das spart Brennholz, ist bequemer und nachhaltiger.“ Eine möglichst ökologische und klimafreundliche Versorgung der Kinder ist für die Fathers eine Selbstverständlichkeit. Aus Achtung vor der Schöpfung und aus Einsicht. Denn der Klimawandel trifft auch in Indien vor allem die Ärmsten der Armen. „2019 haben wir gemeinsam mit den Ingenieuren ohne Grenzen ein Wasserkonzept für das gesamte Areal erstellt. Wir müssen dringend Vorkehrungen treffen, damit der immer unsteter werdende Monsun nicht die Arbeit eines ganzen Lebens zunichtemacht.“

Tatsächlich hat Father Franklin hier im Stadtteil Shanti Nagar in Bhopal ein Lebenswerk geschaffen, das Seltenheitswert besitzt. Unzählige Kinder verdanken dem 80-Jährigen und seinen Unterstützern im fernen Deutschland nicht weniger als ihr Leben. Damit diese Oase der Hoffnung für alle Zeiten bestehen bleibt, gründet die IndienHilfe Deutschland e.V. derzeit, eine eigene Stiftung. „Für uns wäre es ein Traum, wenn wir so über Stiftungserlöse die Versorgung der Kinder über alle Generationen hinweg absichern könnten“, resümiert Jürgen Fluhr. Es wäre nicht der erste Traum, der dank der IndienHilfe Deutschland e.V. in Erfüllung geht.

Informationen zur Arbeit der IndienHilfe Deutschland e.V. finden sie unter www.indienhilfe-deutschland.de

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