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Indien Magazin

Gesellschaft

Verkehr in Indien: Poesie für gestresste Autofahrer


Foto: Alexandre Paris

14.12.2011

Wer den Verkehr indischer Großstädte bereits hautnah erlebt hat, weiß, dass das nichts für schwache Nerven und ruhebedürftige Gemüter ist. Als Ausländer könnte man nach einer Weile Eingewöhnung zu der Meinung gelangen, die Einwohner Indiens stresst dieser ewige Verkehrsstau, das Gehupe, die ständige Unberechenbarkeit der anderen Verkehrsteilnehmer – Hunde und Kühe eingeschlossen – nicht. Doch hier erliegt man einem Irrtum: Auch Indern geht das Chaos auf die Nerven.

Die indische Millionenmetropole Kolkata, Hauptstadt Westbengalens, hat sich vor einiger Zeit für gestresste Verkehrsteilnehmer etwas ganz Besonderes ausgedacht: An über 60 Kreuzungen werden ungeduldige Autofahrer an roten Ampeln mit Kompositionen des indischen Dichters und Literaturnobelpreisträgers Rabindranath Tagore sowie Gedichten des indischen Nationaldichters Kazi Nazrul Islam beschallt. Angeblich seien die Verkehrsteilnehmer nun deutlich entspannter und das nervtötende Hupen an den Ampeln habe nachgelassen.