
Wie schon im vergangenen Winter leidet der Norden Indiens und Nepal auch dieses Jahr wieder unter einer ungewöhnlichen Kältewelle. Allein in Indien sind in den Bundesstaaten Punjab, Haryana und Uttar Pradesh bereits über 60 Menschen aufgrund der niedrigen Temperaturen ums Leben gekommen. Die meisten Opfer sind Obdachlose und alte Menschen. Die Kälteopfer verfügten meist nicht über warme Kleidung oder festeres Schuhwerk als Flip-Flops.
Dichter Nebel behinderte zudem den Bahn-, Flug- und Straßenverkehr. Einzelne Flüge wurden annulliert. Autofahrer mussten vor allem nachts mit starken Sichtbehinderungen rechnen – eine äußerst brisante Situation, wenn man bedenkt, dass die Straßen in Indien nachts ohnehin schon reichlich Gefahren bergen.
Wärmere Temperaturen sind laut Meteorologen in der nächsten Zeit nicht zu erwarten. In Nepal fiel das Thermometer teilweise bis auf minus 13 Grad. Strom ist knapp, weil zu wenig Wasser für die Kraftwerke vorhanden ist. Lediglich zwei Stunden am Tag wird Strom geliefert.
In Indien hat inzwischen der Oberste Gerichtshof die nördlichen Regionalregierungen aufgefordert, Schutzunterkünfte für Obdachlose bereitzustellen. Aber selbst diejenigen, die über einen festen Wohnsitz verfügen, müssen frieren. Aufgrund der kurzen, sonst relativ milden Winter und Sommertemperaturen von über 45 Grad sind nicht einmal in den Wohnungen in der Hauptstadt Heizungen vorhanden.