
Allen Befürchtungen zum Trotz ging die Premiere der Formel 1 am 30. Oktober 2011 in Indien reibungslos vonstatten. Formel 1 Weltmeister Sebastian Vettel verliebte sich förmlich in „Incredible India“. Nach seinem Sieg beim ersten indischen Grand Prix sagte er, dies sei eines seiner besten Rennen gewesen und lobte die Strecke, den Buddh International Circuit in Noida, etwa 50 km südöstlich von New Delhi. Er könne es kaum erwarten, nächstes Jahr hier wieder zu fahren. Auch wenn er – abgesehen von einem kurzen Trip zum Taj Mahal in Agra – nicht viel von Indien gesehen habe, sei sein Aufenthalt in diesem Land eine großartige Erfahrung gewesen, die ihn sehr inspiriert habe. Sebastian Vettel darf sich jetzt als erster Sieger eines Grand Prix in Indien in die Geschichtsbücher eintragen lassen.
Der deutsche Fahrer Adrian Sutil kämpfte für Force India zwar nicht um einen Platz auf dem Podium – denn das wäre angesichts der anderen starken Teams und Fahrer relativ unwahrscheinlich gewesen –, aber um Punkte. Am Ende belegte Sutil Platz 9 und holte zwei weitere wichtige Punkte für sein Team. Force India bleibt damit weiter auf dem sechsten Platz der Teamwertung und konnte seinen Vorsprung vor dem Sauber- und Toro-Rosso-Team weiter ausbauen.
Rund um das Rennen wurde ein Riesen-Hype veranstaltet: Popstar Lady Gaga trat auf der After-Party von Gastgeber Arjun Rampal in dessen Nachtclub auf. Sie soll danach auf Twitter ein Foto von sich und den beiden Bollywood-Schauspielern Arjun Rampal und Shah Rukh Khan mit den Worten „Vergiss Hollywood ...“ veröffentlicht haben. Bollywood-Prominente wie Shah Rukh Khan, Priety Zinta, Rahul Bose und viele mehr machten ihre Begeisterung über den indischen Grand Prix ebenfalls über Twitter öffentlich. Der indische Cricket-Star Sachin Tendulkar besuchte vor dem Rennen seinen „guten Freund“ Michael Schumacher. Wer in der Glitzerwelt in Indien Rang und Namen hat, war bei dem Ereignis vertreten.
Für die Fahrer war dieser erste Grand Prix in Indien ein großes Abenteuer. Die Strecke selbst wird sehr gelobt – sie soll zur zweitschnellsten nach Monza werden –, doch die Konfrontation mit der Armut abseits des Rennkurses gab so manchem Fahrer sehr zu denken. So gab es auch Stimmen, dass es besser gewesen wäre, noch einige Jahre zu warten, bevor die Formel 1 nach Indien geht. Doch das Land verdient ja letztendlich auch an den Grand-Prix-Rennen. Und für die indischen Formel-1-Fans hat sich ein Traum erfüllt.