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Indien Magazin

Gesundheit

Die Grundprinzipien ayurvedischer Kost


08.02.2012

Beschäftigt man sich heute mit den über 3.000 Jahre alten Grundregeln der ayurvedischen Ernährung, könnte man meinen, man liest in einem modernen Ernährungsratgeber: Essen Sie maßvoll, mit Genuss, zu festgelegten Zeiten, mit ausreichend langen Pausen dazwischen und stimmen Sie Ihre Ernährung auf Ihre individuellen Bedürfnisse ab. Eigentlich ein einfaches Prinzip, das dann aber doch tiefer gehender Erläuterungen bedarf, die wir hier nur kurz streifen können.

Gesundheit bedeutet im Ayurveda, dass sich Körper, Seele und Geist im Gleichgewicht befinden. Nahrungsmittel spielen bei der Herstellung dieses Gleichgewichts eine entscheidende Rolle. Nun ist aber nicht jeder Menschen gleich, sondern verkörpert vielmehr einen individuellen Typ, der auch individuelle Kost verlangt. Im Ayurveda geht man davon aus, dass es drei Grundtypen – sogenannte Doshas – gibt, die jedem Menschen in unterschiedlicher Ausprägung innewohnen. Diese Doshas werden Vata, Pitta und Kapha genannt.

Vata-Typen haben einen eher leichten Körperbau, mögen keine Kälte und keinen Wind, ihre Verdauung ist unregelmäßig und sie neigen zu Verstopfung. Pitta-Typen zeichnet ein mittelschwerer Körperbau aus, sie haben eine Abneigung gegen Hitze und eine gute Verdauung. Kapha-Typen schließlich sind schwer gebaut, ausdauernd bei Wind, Kälte und Hitze, ihre Verdauung ist träge. Klingt nach einer groben Einteilung? Nun, dies ist nur eine grobe Beschreibung und die Feinheiten ergeben sich sowieso aus der individuellen Zusammensetzung dieser drei Grundtypen. Denn laut Ayurveda weist jeder Mensch alle dieser drei Prinzipen in unterschiedlichen Anteilen auf.

Ayurvedische Kost ist sehr abwechslungsreich und besteht überwiegend aus frischem Obst und Gemüse, Getreide und Hülsenfrüchten. Fleisch, Fisch und Eier isst man wenig oder gar nicht. Ob man sich aber rein vegetarisch ernährt oder nicht, kann der Einzelne selbst entscheiden. Seiner Verantwortung dem Tier, gegenüber sollte man sich allerdings immer bewusst sein. Die Mahlzeiten sollten vorwiegend warm sowie schonend und frisch zubereitet sein. Die Hauptmahlzeit ist für mittags vorgesehen, abends gibt es nur leichte Kost. Gewürze und Kräuter spielen eine entscheidende Rolle: ihnen wird heilende Kraft zugesprochen. Jede Mahlzeit sollte außerdem alle sechs Geschmacksrichtungen aufweisen: süß, sauer, salzig, bitter, scharf und herb. Vermutlich haben die ayurvedischen Gerichte diesem Grundprinzip zu verdanken, dass sie so köstlich schmecken, was jeder Sternekoch sicher bestätigen kann.

Im Ayurveda gibt es keine strengen Vorschriften, sondern nur individuelle Empfehlungen. Wer gerade erst anfängt sich mit ayurvedischer Ernährung zu beschäftigen, könnte leicht zu Fehleinschätzungen der eigenen Konstitution gelangen. Der Rat eines erfahrenen Ayurveda-Arztes oder -Therapeuten ist hier sicher von Vorteil. Bevor man sich in die Hände eines Spezialisten gibt, kann man dennoch selbst einiges tun: Konzentrieren Sie sich ein wenig mehr auf die Bedürfnisse Ihres eigenen Körpers, essen Sie mit Genuss in einer angenehmen Umgebung und ohne Zeitdruck, dann werden Sie nach dem Mahl angenehm satt, erfrischt und zufrieden sein.

Literatur:

  • Niki Sitaram Sabnis: Das große Ayurveda-Kochbuch: 150 einfache, indisch inspirierte Rezepte, AT Verlag
  • Janakananda: Ayurveda – Die Verborgene Kraft der Nahrung, Schimer Verlag
  • Kerstin Rosenberg: Die Ayurveda-Ernährung: Heilkunst und Lebensenergie mit wohltuenden Rezepten zur Gesundheitsstärkung, südwest verlag
  • Kerstin Rosenberg: Das große Ayurveda-Kochbuch, GU Gräfe und Unzer Verlag
  • Markus Dürst, Doris Iding, Johanna Wäfler: Ayurvedisch Kochen mit den Jahreszeiten: 80 vegetarische Rezepte mit einheimischen Produkten, AT Verlag

Der nächste Artikel zum Thema Ayurveda erscheint am 09. Februar 2012.

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