
Die indischen Diskuswerferinnen Krishna Poonia, Harwant Kaur und Seema Antil gewannen am 8. Tag der Commonwealth Games in Delhi Gold, Silber und Bronze. Zum ersten Mal in der Geschichte belegen damit drei indische Sportler die Spitzenplätze in einer Leichtathletikdisziplin. Mit Poonias Goldmedaille hat Indien nach sehr langer Zeit auch endlich wieder einmal in einer klassischen Leichtathletikdisziplin einen Sieg errungen. 52 Jahre ist es schon her, dass der 400m-Läufer Milkha Singh bei den Commonwealth Games in Cardiff die erste – und bislang auch einzige – Goldmedaille in der Leichtathletik für Indien gewann.
Nie waren die indischen Athleten besser bei den Spielen als dieses Mal. Zum Sieg getragen wurden die drei Diskuswerferinnen auch durch die Anfeuerungen der Menge im gut gefüllten Nehru Stadium. Bei vielen anderen Sportveranstaltungen der Spiele sind viele leere Zuschauerplätze zu beklagen. Die schlechte Organisation des Ticketverkaufs soll Schuld an der Misere sein. Teilweise bekommt man weder im Internet noch an den Verkaufsstellen Eintrittskarten, oft mit dem Hinweis, die Veranstaltung sei ausverkauft, obwohl es noch genügend Tickets gäbe. Der Verantwortliche für den Kartenvertrieb ist inzwischen entlassen worden. Nach dem guten Start der Spiele trotz der harschen Kritik im Vorfeld trüben diese Vorfälle erneut das positive Bild, das Indien bisher durch den guten Verlauf der Commonwealth Games ausstrahlen konnte.
Die Sportler sind jedoch hochzufrieden. Unerwartet steht Indien auch nach dem 8. Tag der Spiele auf Platz 2 der Nationenwertung hinter den mit großem Vorsprung führenden Australiern.