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Rubrik: Energie

Wind- und Solarenergie in Indien


von Marie-Christin Gröne 

Indien gilt aufgrund seiner wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und natürlichen Rahmenbedingungen als interessanter Zukunftsmarkt für erneuerbare Energien. Schon heute stellt das Land mit insgesamt rund 10.500 Megawatt (MW) installierter Kapazität den größten Windmarkt Asiens dar und liegt damit weltweit auf Platz 4. Die Regierung in Delhi beziffert das technische Potenzial für Windkraft auf 45.000 MW. Mit einem Marktanteil von über 50% steht das indische Unternehmen Suzlon unangefochten an der Spitze der Projektentwickler und -betreiber. Es folgt die deutsche Firma Enercon mit 24% Marktanteil. Rund 70% der netzgebundenen Stromerzeugung aus regenerativen Energien werden von der Windkraft abgedeckt, was die starke politische Förderung dieser Branche widerspiegelt.

Trotz des enormen technischen Potenzials von ca. 100.000 MW und 2.300 bis 3.200 Sonnenstunden pro Jahr ist Solarenergie die Form der erneuerbaren Energien, die netzgebunden mit gerade einmal 2 MW am geringsten ausgebaut ist. Dies soll sich durch den im August 2009 veröffentlichten nationalen Solarplan ändern, den die indische Regierung zur Förderung der Solarenergie ins Leben gerufen hat. Er ist Teil des indischen Aktionsplans zum Klimawandel. Für das Jahr 2020 ist das ehrgeizige Ziel von 20.000 MW ausgerufen worden. Außerdem will Indien bis zu diesem Jahr 19 Milliarden US-Dollar in die Förderung der Solarenergie investieren und bundesweite Vorgaben für Einspeisetarife der verschiedenen Solartechniken festlegen. Der heute noch niedrige Wert dieser Branche im Bereich der netzgebundenen Stromerzeugung wird durch die dezentrale Nutzung der Sonne beispielsweise in Form von Solarkochern, Straßen- und Hausbeleuchtungssystemen und Solarpumpen relativiert.

Bereits im Jahr 1993 hat die Regierung in Delhi im Aktionsplan für erneuerbare Energien Richtlinien für die Höhe der Einspeisevergütung in den verschiedenen Branchen der regenerativen Energien ausgegeben. Derzeit liegt je nach Bundesstaat die Vergütung für Strom aus Windenergie bei 3,14 bis 4,08 Rupien/kWh. Dabei ist zu beachten, dass noch nicht alle Bundesstaaten Einspeisevergütungen festgelegt haben. Im Bereich der Solarenergie wurde 2008 der erste feste Einspeisetarife mit 11 Rupien/kWh  im Bundesstaat Westbengalen verabschiedet.

Die Conergy Deutschland GmbH mit Hauptsitz in Hamburg ist mit einer 100%igen Tochtergesellschaft seit 2005 auf dem indischen Subkontinent vertreten. Sie vertreibt Lösungskonzepte im Bereich der Solarenergie sowie Windkraft und hat eigene Produktionsstätten vor Ort aufgebaut. Der hanseatische Windkraftanlagenhersteller REpower Systems AG ist das erste deutsche Unternehmen in der Branche der erneuerbaren Energien, das von einem indischen Hersteller, der Firma Suzlon, im Jahr 2007 übernommen wurde. Aufgrund des Bekanntheitsgrades von REpower, blieb der Name erhalten und wird als Unternehmen weiterhin an der deutschen Börse gelistet.


Marie-Christin Gröne, Wupperinstitut, Wuppertal

MARIE-CHRISTIN GRÖNE


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