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Rubrik: Logistik & Verkehr

Logistik: Der Warenumschlag in indischen Häfen


 

Die Krise im Welthandel ließ den indischen Außenhandel nicht unberührt. Davon betroffen waren natürlich auch die wichtigen indischen Häfen (Major Ports), über die nach Handelswert 70% und dem Volumen nach sogar 95% des indischen Im- und Export abgewickelt werden.

Die bisher gewohnten Wachstumsraten von 15-20% bei den Umschlagszahlen der indischen Häfen konnten seit Ende 2008 nicht mehr erreicht werden. Im indischen Wirtschaftsjahr 2008/09 konnten „nur" 530 Mio. Tonnen umgeschlagen werden – gegenüber 519 Mio. Tonnen im Vorjahr.

Auf die 13 Major Ports entfallen etwa 70% des gesamtindischen Hafenumschlags. Davon ist etwa die Hälfte der umgeschlagenen Tonnage so genannte „Solid Cargo" wie z.B. Kohle und Eisenerz. Ein Drittel entfallen auf flüssige Waren, dabei in erster Linie Rohöl, und der Rest, ca. 16-18%, auf Container. Der JNPT-Hafen bei Mumbai ist der wichtigste Containerhafen in Indien. Rund 87% seines Umschlags entstammen dem Containernverkehr. Auch Kolkata, Tuticorin und Chennai gelten mit bis zu 53% Containeranteil als wichtige Containerhäfen. Auf Erdöl setzen vor allem die Häfen in Cochin (Kochi), New Mangalore, Kandla, Vishakhapatnam und Haldia (Kolkata). Ennore bei Chennai und Paradip sind als Kohlehäfen bekannt, während in Mormugao in Goa in erster Linie Eisenerz verladen wird. In Mundra im Bundesstaat Gujarat hat sich der größte private indische Hafen etabliert. Der Hafen von Mundra hat inzwischen ein Umschlagvolumen von rd. 30 Mio. Tonnen pro Jahr erreicht und strebt in wenigen Jahren ein Ziel von 100 Mio. Tonnen an.

Entgegen der derzeitigen Umschlagschwäche, die besonders den Containerumschlag betroffen hat, ist man in Indien mittelfristig bezüglich der Hafenwirtschaft sehr optimistisch. Sobald der Außenhandel wieder seine gewohnte Geschwindigkeit aufgenommen hat, werden die indischen Hafenkapazitäten schnell wieder zu gering werden. Das bedeutet lange Liegezeiten und hohe Kosten. Ein großes Manko stellt auch der Feederverkehr dar. Die großen weltweit operierenden Containerschifflinien laufen Indien erst gar nicht an. Die Container werden in Dubai, Singapur oder anderswo erst auf kleinere Containerschiffe umgeladen. So benötigen Container von Europa nach Indien oft länger als ins weiter entfernte Ostasien. Der Ausbau der Hafeninfrastruktur ist daher in Indien bereits beschlossene Sache.

Sven Andreßen

(Chefredakteur Indien Aktuell Business)

INDIEN AKTUELL BUSINESS


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