
Rund 14 Mio. Menschen leben im Unionsterritorium Delhi auf einer Fläche von 1483 km2. Das Unionsterritorium wird von den Bundesstaaten Haryana und Uttar Pradesh umschlossen und von zentraler Stelle regiert. Die beiden größten Städte sind die gleichnamige Stadt Delhi und die Hauptstadt New Delhi. Die Hauptsprachen sind Hindi mit Devanagarischrift und Urdu mit persischem Alphabet. Seit der Vertreibung in den Jahren 1947/48 ist auch Panjabi verbreitet.
Delhi wurde in Folge von den Mauryas, den Pallavas, den Guptas aus Zentralindien und vom 13. bis zum 15. Jahrhundert von den Türken und Afghanen regiert. Im 16. Jahrhundert übernahmen die Mogule die Befehlsgewalt. Ende des 18. bzw. Anfang des 19. Jahrhunderts begann die britische Herrschaft über Delhi. 1911 wurde Indiens Regierungssitz, der ehemals in Kalkutta (heute Kolkata) war, nach Delhi verlegt und Delhi 1956 zum Unionsterritorium erklärt.
Vor allem in der Altstadt Delhis befinden sich zahlreiche Baudenkmäler. Im Menschengewirr der engen Gassen glaubt man, den uralten Lebensstil der vor allem moslemischen Bevölkerung wiederzuentdecken. Sehenswert sind z. B. Indiens größte Moschee, die Jama Masjid, das Rote Fort, der Turm Qutb Minar und die Basare. Es gibt eine Vielzahl von Hotels in Delhi.
Ein Großteil des Unionsterritoriums liegt an der Westseite des Flusses Yamuna. Delhis Höhenlage variiert zwischen 213 m und 350 m über NN. Geographisch lässt sich Delhi in drei Zonen einteilen: Die sandige, tiefliegende Flussebene des Yamuna wird in regelmäßigen Abständen überflutet. Die zweite Zone ist unter dem Namen Khadar bekannt. Es handelt sich dabei um einen Höhenzug, der Teil der Aravali Berge ist. Das restliche Gelände des Unionsterritoriums wird als Bangar, fruchtbares Flachland, bezeichnet.
Delhis Klima weist extreme Temperaturunterschiede auf. Im Winter ist es sehr kalt, wobei der Temperaturtiefpunkt in der ersten Januarhälfte erreicht wird. Ab März steigen die Temperaturen merklich und von April bis Juni kann mit etwa 45°C gerechnet werden. Das Wetter ist, abgesehen von den zwei bis drei Regenmonaten, trocken.
Obwohl Dehli nicht die größte Wirtschaftsregion des Nordens ist, beherbergt das Unionsterritorium eine ganze Reihe verschiedener Industriebetriebe. Dazu zählen die Herstellung von Fernsehapparaten, Kassettenrekordern, Autoteilen, Software, Pharmaprodukten etc. Vor allem umweltfreundliche Industriezweige, die qualifizierte Arbeitskräfte beschäftigen, werden derzeit gefördert.
Auch die Landwirtschaft ist ein sehr bedeutender Wirtschaftsfaktor, der sich in jüngster Zeit jedoch etwas verändert hat. So liegt der Schwerpunkt nun nicht mehr auf dem Anbau von Getreide. Stattdessen wird verstärkt Obst und Gemüse angebaut, sowie Milch- und Geflügelwirtschaft betrieben.