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Rüstung
Indien entscheidet sich für den Rafale Kampfjet anstelle des Eurofighters

Indien hat sich vorerst für den französischen Rafale anstelle des europäischen Eurofighter Typhoon entschieden. Ein wenig überraschend kam diese Entscheidung schon, da das deutsch-spanisch-britisch-italienische Gemeinschaftsflugzeug von EADS als der ausgemachte Favorit der letzten beiden verbliebenen Bieter erschien. Jetzt geht der größte Kampfjetauftrag, den Indien jemals erteilt hat, wohl an den französichen Konzern Dassault. Augenblicklich ist das Wehklagen in Resteuropa groß und der britische Premier David Cameron und Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigen sich einigermaßen zerknirscht, hängen doch einige tausend Arbeitsplätze hierzulande davon ab.

Französisches Verhandlungsgeschick oder erhebliche Preisnachlässe haben vermutlich den Entscheid für die 126 Kampfflieger aus Frankreich gebracht, die größtenteils in Indien gebaut werden sollen. Auch der Eurofighter von EADS wäre in Indien hergestellt worden und Indien zum fünften Partnerland des Rüstungskonsortiums aufgestiegen. Spekulationen, ob der Zuschlag mit den Atomkraftwerken, die französische Unternehmen in Indien errichten, zusammenhängen, oder, ob die Franzosen eine Nuklearbewaffnungsoption der Kampfjets eher zulassen, dürften sowieso niemals bestätigt oder ausgeschlossen werden können.

Das Wehklagen in Europa sollte aber nicht zu hoch ausfallen, schließlich ist Dassault auch ein europäischer Konzern. Das rüstungspolitisch Erstaunlichste besteht nicht darin, ob EADS oder Dassault den Zuschlag erhält, sondern in der Tatsache, dass weder Indiens traditioneller Waffenlieferant Russland noch der neue Freund Amerika in die Endauswahl kamen. Erstmals wurden bei einem so wichtigen Rüstungsauftrag die beiden größten Waffenhersteller der Welt von den Europäern aus dem Feld geschlagen. Politisch hat Indien damit seine Souveränität bewiesen, und hat deutlich gezeigt, dass es sich nicht von einer der Großmächte einnehmen lässt.

Für Dassault gilt der Deal als überlebensnotwendig und Indien hat für sein teures Rüstungsspielzeug vermutlich den bestmöglichen Preis herausschlagen können. Ein Wermutstropfen verbleibt jedoch: Die geschätzten 10-12 Milliarden US-Dollar, die die 126 Kampfflugzeuge am Ende kosten dürften, fehlen für andere sinnvollere Entwicklungsprojekte in Indien.

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