

Deutschland ist Weltmarktführer im Ausrichten von Messen. Nirgendwo finden mehr weltweit anerkannte Leitmessen statt als gerade in Deutschland. Auch indische Geschäftsleute kamen und kommen als Aussteller und Besucher oft und gerne nach Deutschland. Die Inder reisten nicht nur zu deutschen Messen, um sich über den aktuellen Weltstandard in ihrer jeweiligen Branche zu informieren, sondern auch, weil es in Indien keine vergleichbaren Leistungsschauen gab. Einzig in Neu Delhi bestand mit dem Pragati Maidan bereits ein Ausstellungsgelände, dass für große Messen genutzt werden konnte, aber kaum mehr als eine innerindische Projektionsfläche darstellte. Mit der wirtschaftlichen Entwicklung Indiens stieg seit Anfang der Dekade auch der Bedarf nach internationalen Fachmessen. Die indischen Ausrichter waren bis dahin Wirtschaftsverbände und staatliche Organisationen gewesen, denen mit wenigen Ausnahmen das Know-how für große international besetzte Kongresse und Ausstellungen fehlte.
Deutsche Messen früh an Indien interessiert
Indien war ein weißer Fleck in der internationalen Messelandschaft, den die deutsche Messewirtschaft vor der indischen und internationalen Konkurrenz erschließen wollte. Die Bedeutung Indiens als zukünftiger Messestandort wurde einigen deutschen Messeausrichtern schon in der ersten Indien-Boom-Phase von 1996 bis 1997 bewusst - allein es fehlte an geeigneten Ausstellungsflächen. Ein Joint Venture der Düsseldorfer und Kölner Messegesellschaften (CIDEX) wurden trotz der Konkurrenzsituation der Muttergesellschaften in Deutschland gemeinsam auf dem Subkontinent tätig. Die Rheinländer wollten mit vereinten Kräften in der südindische Metropole Hyderabad in Andhra Pradesh mit einem hochmodernen Ausstellungsgelände ein neues Messezentrum (HITEX) in Indien etablieren. Das fertiggestellte neue Messegelände wurde aber weder von den indischen Ausstellern noch von den Besuchern in ausreichendem Maße angenommen. Die mangelhafte Infrastruktur und Tatsache, dass Hyderabad für meisten indischen Unternehmer bis heute nicht als maßgebende Wirtschaftsmetropole gilt, ließen den ganz großen Erfolg des Messestandorts in Andhra Pradesh ausbleiben. Die letzte verbliebene deutsche Messe in Hyderabad ist die Analytica Anacon, die 2009 von der Messe München und der Deutsch-Indischen Handelskammer ausgerichtet wird.
Mumbai nun wichtigster Messestandort in Indien
Mit neuen Messegeländen in Bangalore, Greater Noida bei Delhi und vor allem in Mumbai hat sich die Messelandschaft in Indien stark verändert. Die wichtigsten Wirtschaftsmetropolen in Indien: Mumbai, Delhi und Bangalore haben auch die bedeutendsten deutschen Messen angezogen. Inzwischen ist das Bombay Exhibition Centre (BEC) in Mumbai, der Austragungsort für die meisten deutschen Messen in Indien. Nicht weniger als acht deutsche Messegesellschaften richten ihre Ausstellungen und Kongresse in Indiens unumstrittener Wirtschaftskapitale aus. Neuester Zugang ist die Messe Hamburg als Ausrichter der Nautik- und Schiffbaumesse SMM India 2009. Desweiteren plant die Messe München eine indische Version der bauma in 2011. Die Messegesellschaften aus Düsseldorf und Essen kooperieren bei ihren Messen für Metallbearbeitung und eine führende Messegesellschaft plant eine weitere Messe für regenerative Energien in Indien.
Regionale Messen in Kolkata, Chennai
Auch in den wichtigen regionalen Zentren Kolkata und Chennai konnten sich deutsche Messen in Indien etablieren. So findet im ostindischen Kolkata in Westbengalen die Schwerindustriemesse IFEX 2009 statt.
Zukünftig könnten sich auch die Standorte Pune bei Mumbai, Noida unmittelbar neben Delhi und Ahmedabad im aufstrebenden Bundesstaat Gujarat zu wichtigen Messeplätzen entwickeln.
Die Messetermine der deutschen Messen in Indien finden sich auf unserer Website www.indienaktuell.de/business
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