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Gesellschaft
Deutsche Behörden machen indischen Studenten am meisten zu schaffen

Bild F. Hoffmann: (oben vlnr) Andreßen, Kammüller, Jolly, HU-Präsident Olbertz (unten) Podiumsdiskussion mit Vertretern von Bombardier, IBM, IT-India, HU, DAAD, ESCP Europe und InDe Nework

Indien-Tag in Berlin: Informationsveranstaltungen an Humboldt- und Freier Universität Berlin / Startschuss für das Humboldt-India-Project (HIP) / Deutsch-Indisches Studentensymposium 2010 von HIP und DIG

 

Die Berliner Universitäten bemühen sich um mehr akademischen Austausch mit Indien. Sowohl die Humboldt-Universität (HU) als auch die Freie Universität (FU) legen ein verstärktes Augenmerk auf Südasien. Während die Freie Universität schon seit geraumer Zeit ein Repräsentanzbüro in Neu Delhi unterhält, hat die Humboldt-Universität am 21.10.2010 offiziell das Humboldt-India-Project (HIP) ins Leben gerufen. Das HIP soll alle Indienaktivitäten der Humboldt-Universität bündeln und nach außen hin darstellen. Im Beisein von Universitätspräsident Prof. Dr. Jan-Hendrik Olbertz wurde auf einer KickOff-Veranstaltung die Freischaltung der Website des HIP (www.hip.hu-berlin.de) bekannt gegeben. Gleichzeitig fand eine Posterausstellung statt, in der alle Indienaktivitäten der Humboldt-Universität dargestellt wurden. Das Humboldt-India-Project wird auf deutscher Seite von Prof. Dr. Michael Mann vom Seminar für Südasien-Studien koordiniert.

Das größte Indienprojekt der HU – Sustainable Hyderabad - befasst sich mit der interdisziplinären Untersuchung der südindischen Stadt Hyderabad. In diesem mit 5,5 Millionen Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMWF) geförderten deutsch-indischen Forschungsvorhaben wird die zukünftige Megacity Hyderabad mit dem Ziel nachhaltiger Entwicklung von deutschen und indischen Wissenschaftlern als gleichberechtigten Forschungspartnern untersucht.

 

Indische Studenten leiden unter Behörden

Die erste studentische Veranstaltung des Humboldt-India-Projects war das Deutsch-Indische Studentensymposium (www.indien-symposium.de), das im Seminar für Südasien-Studien der HU in Kooperation mit der Deutsch-Indischen Gesellschaft (DIG) und dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) stattfand. Leitthema des Symposiums war der Übergang vom Studium in die deutsch-indische Arbeitswelt und ob sich dafür der Studienaustausch in das jeweils andere Land als „Karrierebrücke oder Sackgasse“ erweisen würde. Die zur Diskussion geladenen Gäste aus dem Universitätsbetrieb, der Studentenschaft und der Wirtschaft waren unisono der Meinung, dass jeder Studienaustausch zwischen Deutschland und Indien sinnvoll sei. Allerdings erscheine es immer noch leichter, indische Studenten für Deutschland zu gewinnen als umgekehrt deutsche Studenten für Indien.

Für die deutschen und indischen Studenten, die das Symposium besuchten, waren die beiden Panels mit dem Erfahrungsaustausch indischer Studenten in Deutschland und deutscher Studenten in Indien mit ihren Praxisberichten am interessantesten. Für deutsche Studenten in Indien waren die Studienbedingungen und besonders der indische Alltag diskussionswürdig. Die meisten deutschen Studenten würden auch nur kürzere Aufenthalte für Praktika oder einzelne Semester in Indien verbringen.

Indische Studenten hingegen blieben oft für das komplette Studium in Deutschland. Die deutschen Hochschulen haben sich inzwischen recht gut auf Studenten aus Indien eingestellt. Sie bieten immer mehr englischsprachige Studiengänge und eine gute Betreuung durch akademische Auslandsämter bzw. internationale Büros an. Auch Rassismus im Alltag waren indische Studenten ihren Erfahrungen nach nicht ausgesetzt.

Die indischen Studenten berichteten mehrheitlich von guten Erfahrungen und Studienbedingungen in Deutschland. Probleme bereiteten jedoch in zunehmenden Maße die deutschen Ausländerbehörden und Visa vergebenden Stellen. Das Spektrum reichte von halbjährlich abzugebenden Fingerabdrücken bis hin zu Sperrkonten, in die indische Studierende ihre Lebensunterhaltskosten für Deutschland im voraus deponieren müssten. Diese Vorgehensweisen wurden allgemein als schikanös und dem weltweiten „Rennen um die besten Köpfe“ als abträglich wahrgenommen.

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